
Bisher konnten in Amino allerdings nur die Mitarbeiter des Unternehmens selbst neue Communities eröffnen – deswegen gab es lange Zeit nur 92 Stück. Mittlerweile ist dies aber auch für User möglich. Klar, dass das dem Netzwerk einen gehörigen Push versetzen könnte. Allerdings ist das aus meiner Sicht derzeit noch etwas umständlich gelöst, da man zur Verwaltung noch eine separate App, den Amino Creator and Manager, benötigt. Mir persönlich gefällt die Versprengung über einzelne App auch eher weniger – die Macher verfolgen damit aber ein Konzept. So sucht die junge Mobile-Generation laut ihnen auch im App Store nach passenden Anlaufstellen und erhofft sich dort direkt fündig zu werden. Außerdem verstärken die einzelnen Apps laut Amino den Eindruck in einer in sich geschlossenen Gemeinschaft aktiv zu sein. Immerhin: Wem das (wie mir) zu doof ist, der kann auch über die Core-App auf die einzelnen Communities zugreifen.
Die Amino-Apps grenzen sich auch dadurch von Reddit ab, dass es tendenziell gehaltvollere Beiträge gibt und Live-Chats neben den Kommentaren mehr im Vordergrund stehen. Außerdem gibt es die Option ortsbasiert nach Usern zu suchen, die in der Nähe wohnen und ähnliche Interessen haben. In den öffentlichen Chaträumen finden sich allerdings auch schnell bestimmte Cliquen und Stammuser ein, die dann über alles mögliche palavern – nur nicht über das eigentliche Hauptthema der Community.
Durch die Neuausrichtung, die sich nun auf eigens durch die User kreierte Communities stützt, dürften die Offtopic-Beiträge wohl eher noch zunehmen. Allerdings scheint das Mobile-Only-Konzept ja bisher nicht schlecht zu laufen und tatsächlich viele jüngere Nutzer deutlich mehr anzuziehen als etwa Reddit oder dedizierte Foren. Schenkt man den etwas hochtrabend wirkenden Aussagen des CEOs Glauben, führt das auch zu längeren Verweildauern: Während Reddit-Nutzer ca. 15 Minuten am Tag auf der Plattform verbringen, seien es bei Amino im Durchschnitt 40 Minuten. Ob diese Angaben der Realität entsprechen oder eher zusammengewurschtelte Marketing-Aussagen sind, lässt sich aber natürlich nur schwer von außen bemessen.
Habt ihr schon Erfahrungen mit Amino gesammelt? Ich selbst bin dafür wohl zu alt, denn selbst Facebook nutze ich eher altbacken, um mit Kontakten Messages auszutauschen und ab und an mal in einer Gruppe die Nachrichten zu scannen. Bei Reddit bin ich zwar seit Jahren angemeldet, aber nur zu speziellen Anlässen unterwegs. Amino habe ich kurz ausprobiert, bin aber von der Oberfläche mit Kachel-Look eher weniger angetan. Das ist jedoch freilich Geschmackssache. Falls ihr Amino ausprobieren wollt: Die meisten Communities sind englischsprachig, was ihr bedenken solltet.
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