Amazon will Deutsche Post mit eigenen Packstationen angreifen

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Amazon bietet auch in Deutschland beispielsweise bereits die Lieferung am selben Tag an – wenn auch nur in ausgewählten Großstädten. In der Nähe von München hat Amazon auch ein eigenes Verteilzentrum eröffnet. Nun will der Online-Riese sich noch unabhängiger von der Deutschen Post und anderen Logistikunternehmen haben: Europaweit soll mit dem Aufbau eigener Packstationen begonnen werden. Wie auch an den Packstationen der Deutschen Post sollen Kunden dort Pakete abholen und Retouren abgeben können. In Europa soll neben Frankreich wohl Deutschland der erste Markt sein, auf dem Amazon die Packstationen testen möchte.

Die Deutsche Post dürfte skeptisch auf Amazons Vorhaben blicken. Amazon ist zwar einer der wichtigsten Großkunden der Post, baut nun aber zugleich bei sich die Strukturen eines potentiellen Konkurrenten auf. Durch sein Verteilzentrum nahe München liefert Amazon in der bayrischen Metropole bereits jetzt viele Sendungen ohne Deutsche Post, DHL oder Hermes aus. Amazon greift dort stattdessen auf kleine, lokale Lieferdienste zurück. Offenbar ist man bisher mit den Ergebnissen zufrieden und plant deswegen den Ausbau. In den USA will Amazon sogar noch weiter gehen und mit 1000 Sattelzügen, 20 Flugzeugen und eigener Fahrerflotte loslegen.

Amazon-Logo

Ob Amazons Pläne für Deutschland nun genau so weit gehen, steht freilich in den Sternen. Selbst die Pläne für eigene Packstationen hat Amazon bisher nicht offiziell bestätigt. Allerdings tauchten Stellenanzeigen auf, in denen Amazon unverblümt Manager für das Projekt rund um die „Amazon Locker“ gesucht hat. In den USA und auch dem Vereinigten Königreich betreibt Amazon unter jener Bezeichnung bereits Packstationen. Zu finden sind sie dort beispielsweise in Einkaufszentren, kleinen Geschäften oder sogar Bibliotheken.

Tja, es wird spannend. Amazon verfügt ohnehin bereits über enorme Marktmacht und die Etablierung eines eigenen, unabhängigen Logistiknetzwerkes würde das sicherlich noch verstärken. Mal sehen, in welchen Städten man die Packstationen zu Anfang etabliert – naheliegende Kandidaten sind sicherlich München, Berlin und Hamburg.

(via Süddeutsche)

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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24 Kommentare

  1. Bin gespannt. Die Post/DHL hat es ja gar nicht so leicht, richtige Standorte zu finden und arbeitet oft mit dem Einzelhandel (Supermärkte etc.) zusammen.

    Und der Einzelhandel ist hierzulande oft nicht soooo gut auf Amazon zu sprechen, fürchte ich.

  2. Amazon wächst eben und baut nach und nach eigene Logistikdienstleistungen aus. Vom Bücher-Online-Shop hin zum Logistiker!

  3. @ChackZz wenn Amazon mit besseren Konditionen daherkommt als die Post/DHL werden sich die lokalen Überlegen so eine Station anzubieten.

    Interessanter fände ich eh eine Lösung mit Paketkasten vor der Haustür.

  4. Karl Kurzschluss says:

    @Caro Aus Kostengründen finde ich das Quatsch. Man holt sich seine Pakete halt rund-um-die-Uhr dort ab, wo die Packstation steht. Finde ich persönlich sinnvoller, als daß ein Paketzusteller irgendwelche Privathäuser abklappert, die er nur alle 3 oder 4 Wochen mal sieht.

  5. Paketkasten vor der Haustür bietet die deutsche Post doch schon an?

  6. @Peter Ja, bieten sie schon an. Als DocMorris Kunde gibt es sogar einen kleinen Rabatt. Ist aber trotzdem noch viel zu teuer für eine Einzelperson/Haushalt.

  7. Paketkasten vor der Türe finde ich ja ganz gut, aber nicht wenn der DHL-only ist, sondern einer den alle Paketdienst nutzen können, sonst bringt das ganze nichts.
    Soll Amazon doch Packstation aufbauen, micht stört es nicht, die Flächendeckung von DHL werden die so schnell soweiso nicht erreichen.

  8. @Zar

    Aber… aber… Amazon ist doch Einzelhandel, sagt Verdi! 😉

    Ein Paketkasten kann nur eine Lösung sein, wenn es die flächendeckend gibt. Gerade in Mehrfamilienhäusern aus verschiedenen Gründen nicht einfach. So ein Ding nimmt im Hausflur ’ne Menge Platz weg und kostet auch Geld. Dann muss man der Omi im Erdgeschoss erstmal erklären, warum sie denn für so ein Teil zahlen soll, damit sich andere Hausbewohner Sachen in diesem komischen Internet bestellen können.

    Ich verstehe eh nicht, warum die Post/DHL die Paketkästen nicht viel mehr nach vorne treibt. Da muss doch ein wahnsinniges Einsparpotential vorhanden sein. Die Fahrer brauchen weniger Zeit (=weniger Fahrer?), es wird weniger Lagerplatz in den Filialen benötigt und und und…

  9. Amazon Locker sind auch in Deutschland schon in Betrieb, nur eben nicht öffentlich zugänglich. Läuft.

  10. Mir wäre es lieber wenn die großen Unternehmen kooperieren und die „letzte Meile“ anders organisieren. So fahren hier täglich 3-5 verschiedene Zusteller vorbei…

  11. @Locker. Wo sollen die in Betrieb sein?

  12. @Ich: Versuch mal deinen Lieferadressen eine neue Abholstation in der Nähe eines Logistikzentrums hinzuzufügen.

  13. Bei dem Volumen das Amazon an Paketen so hat, war es eine Frage der Zeit, bis Amazon das in die eigene Hand nimmt. Auch wenn Amazon Großkundenkonditionen bei DHL bekommt, ist es so noch preiswerter und man macht die Regeln selbst.

    Ich denke das wird in Zukunft noch weiter gehen. Wenn das Netz an Packstationen und Partner steht, wird man auch normale Pakete von einer Stationen zu einer anderen senden können. Vorausgesetzt der Empfänger ist auch Amazonkunde.

  14. Packstationen und DHL… als diese vor unendlichen Zeiten eingeführt wurden, hat das noch super geklappt. Aber heute landet nur jede 4 Sendung wirklich in der Packstation, alle anderen werden aufgrund von technischen Defekten oder Überfüllung an die nächste echte DHL Filiale umgeleitet. Und schon steht man mit vielen anderen bis zu einer Stunde in der Schlange.
    Dann wurden die DHL Wunschfilialen eingeführt, dummerweise haben aber die DHL Fahrer fast 6 ! Monate gebraucht, um diese auch tatsächlich anzufahren. Zuvor wurden die Sendungen fast überallhin „zugestellt“ oder dreisterweise wieder retourniert. Teils aber erst nach 2 Wochen Frist. Und das bei Weihnachtsgeschenken.
    Und erst durch massive Einflußnahme seitens Amazon hat DHL den Fehler dann eingesehen und behoben.

    Oder Amazon Prime und DHL, wie oft schafft es DHL nicht, Sendungen aus der Zustellbasis auch tatsächlich in die eigene Filiale zur Abholung zuzustellen.
    „Kunde nicht angetroffen“ bei einer DHL Filiale, selten so eine dämliche Ausrede gelesen.
    Dank DHL habe ich nun fast 2 ! Jahre Amazon Prime frei.

  15. Ein perfektes Beispiel wie man sich selbst ins Abseits befördern kann, wenn man sich immer mehr kaputt spart. Und damit meine ich nicht Amazon sondern die Logistik Branche. DHL geht noch halbwegs aber was in den allermeisten Fällen nach meiner bisherigen Erfahrung einem von Hermes und DPD zugemutet wird, ist nicht mehr feierlich.
    Wenn ich sehe, dass eine Sendung per Hermes auf dem Weg zu mir ist, hilft nur noch Daumen drücken. Vielleicht kommt sie an, vielleicht auch nicht. Vielleicht sogar mal ohne dass der Fahrer mehrere Tage hintereinander versucht hat ein Paket an einer Firmen Adresse um 21:40 Uhr zuzustellen. Vielleicht sogar ohne, dass das Paket irgendwo auf dem Gelände abgeladen wird (gerne auch vor irgendwelchen Türen/Toren und man darf dann raten wo) oder eine Zustellung überhaupt nicht erst versucht wird. Ja vielleicht macht einer der Boten sogar wirklich mal seinen Job anständig. Hoffen darf man, meistens vergeblich. Ich könnte ein halbes Buch mit negativen Erfahrungen zu den Paketdiensten füllen, und das wirklich schlimme ist, es ist Hermes und Co vollkommen egal. Sie wissen nämlich selbst sehr genau, dass sie (nicht alle, aber sehr viele) für den erbärmlichen Hungerlohn für den sie die Leute schuften lassen nur die bekommen, die sonst absolut nichts anderes am Arbeitsmarkt bekommen haben. Den Fahrern, die manchmal nicht einmal deutsch sprechen (bisher nur bei Hermes erlebt) kann man nicht einmal einen Vorwurf machen. Das sind wirklich ganz arme Schweine die ausgebeutet werden.

    Und nun wundert sich ERNSTHAFT noch jemand aus der Logistikbranche darüber, dass ein großer Händler wie Amazon davon irgendwann die Nase voll hat wegen solcher Scherze seine Kundschaft zu verärgern, und dann Gegenmaßnahmen ergreift? Würden die „klassischen“ Logistiker ihre Mitarbeiter fair behandeln und bezahlen hätten sie auch entsprechend qualifiziertes, und motiviertes Personal das seinen Job gründlich macht. Und schon hätte ein Händler wie Amazon deutlich weniger Leidensdruck in dem Bereich selbst aktiv zu werden.

  16. @elknipso
    Mit Hermes habe ich auch nur Probleme. Schon die Art der Zustellung, irgendwelche Privatfahrzeuge, bei denen die Pakete ohne System irgendwie in den Kofferraum geworfen wurden. Kein Wunder, dass locker die Hälfte der Pakete in Mitleidenschaft gezogen wird. Gott sei Dank bisher noch nicht so, dass ich die Annahme verweigern musste, weil die Hälfte fehlen könnte. Außerdem brauchen die Pakete mindestens zwei Tage „in Zustellung“, gerne auch drei Tage. Ich vermeide deshalb Hermes bei Amazon, indem ich im Zweifelsfall an die Packstation senden lasse.

    Mit DPD habe ich hingegen echt gute Erfahrungen gemacht. Viel von dem Kram, den ich in Fernost bestelle, kommt mit DPD und das Live-Tracking ist in Verbindung mit dem 30-minütigen Zustellzeitraum echt Gold wert. Ich verstehe nicht, warum der Branchenprimus DHL sowas nicht hinbekommt. Der Fahrer ist bei DPD hier zwar auch eine ganz zwielichtige Gestalt, aber ich muss ihn ja nicht in die Bude lassen…

  17. @ChackZz
    So ein Ausfahrer der mehr als hundert Packerl im Wagen hat und abends mit hängender Zunge dein Gadget an dich ausliefert ist halt echt kein schöner Anblick! Ganz ganz zwielichtiger Mindestlöhner….oh Mann.

  18. Hallo,

    Ob sich das für Amazon rechnet. Die Auslieferung von Waren ist ja ein ganz anderes Geschäftsfeld als das Verkaufen. Für die Post würde ein Großkunde zu einem Konkurrenten werden. Dies hätte wahrscheinlich zur Folge, dass die Löhne in diesem Bereich nochmals sinken, bzw. die Arbeitsbedingungen sich weiter verschlechtern. Es ist sicher spannend diese Entwicklung weiter zu verfolgen.

  19. Letztens wieder zwei Pakete durch DHL erwartet, laut Sendeverfolgung voraussichtliches Zustellungsdatum der selbe Tag. Eins wurde zugestellt, beim anderen der Empfänger angeblich nicht angetroffen. Eigentlich eine Unverschämtheit aber die anderen Lieferunternehmen sind eben auch nicht zuverlässiger. Kann gut verstehen, dass Amazon dieses Verhalten langsam satt hat.

  20. Logischer Schritt.
    Riesen Einsparpotential für Amazon bei den Beträgen für Hin- und ggf. Rückversand.

  21. Man könnte aber auch denke, dass die Logistikunternehmen so wenig an die Mitarbeiter zahlen, weil Amazon nur 2€ für ein Paket zahlen will. Würden sie 20€ Zahlen wäre auch mehr Geld für die Mitarbeiter da.

  22. Ruedi Steiger says:

    Wie wärs, wenn wir AMAZON durch Meidung und Nicht-Beachtung endlich gemeinsam ausrotten würden ???

  23. Ausrotten sollte man, wenn überhaupt nur die Schreiber solcher posts, wie man ihn vor meinem sieht ….

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