Amazon: Vor Bestellung soll bereits der Versand erfolgen

Amazon machte bereits mit der Lieferung per Drohne auf sich aufmerksam, nun hat der Konzern eine weitere Idee, um die Versandzeit geringer zu gestalten. Wie wäre es denn, wenn Eure Amazon-Bestellung sich schon auf dem Weg befindet, noch bevor Ihr bestellt habt? Genau das hat Amazon nämlich patentieren lassen. Natürlich kann selbst eine Firma wie Amazon nicht wissen, was der Kunde heute exakt bestellt, aber man hat ja die Erfahrungswerte aus jahrelangen Online-Verkäufen.

Amazon_Lieferung

Anhand von früheren Einkäufen aus der Region, Wunschlisten, Suchen und Warenkorb-Inhalten sollen Produkte bereits unterwegs sein, bevor diese bestellt werden. Das ist natürlich nicht ohne Risiko, eine Nicht-Abnahme des Produkts würde bedeuten, dass Amazon umsonst transportiert hat. Auch für diesen Fall hat Amazon einen Plan, manche Produkte könnten einfach als Geschenk zugestellt werden oder mit Rabatten versehen werden.

Wie kann man sich das Ganze vorstellen? Nehmen wir an, in einer Region werden viele Benzinkanister (ja, mir fiel nichts besseres ein) bestellt. Amazon könnte nun annehmen, dass dort auch weiterhin der Bedarf an Benzinkanistern besteht und diese bereits verpacken und in eine bestimmte Region schicken. Wird dann die Bestellung tatsächlich ausgelöst, ist das Produkt bereits unterwegs, bekommt die Empfängerdaten verpasst und wird ausgeliefert. Quasi wie ein Lager auf Rädern oder kleinere Lager, die überall platziert werden können.

Um wie viel die Lieferzeit dadurch verkürzt werden könnte, lässt Amazon offen. Auch, ob man bestrebt ist, die im Patent beschriebene Methode einzusetzen, wird nicht kommuniziert. Interessant ist es allemal und es ist auch gleichzeitig ein sehr schönes Beispiel, wie große Unternehmen die von Kunden gesammelten Daten nützlich einsetzen kann.

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Sascha Ostermaier

*Mitglied der Redaktion 2013 bis 2019* Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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39 Kommentare

  1. @Lars: Das gibt es in Deutschland für einige Regionen auch schon. Nennt sich Evening-Express. Habe ich auch schon so genutzt. Sehr komfortabel. Man zahlt als Prime Kunde glaube ich so 10€ etwa. Bestellt habe ich um halb 11 Vormittags, um 17 Uhr hatte ich das Smartphone in der Hand. Genialer Service. Funktioniert aber nur für bestimmte Produkte und PLZ-Bereiche (Details gibts bei Amazon selbst)

  2. Amazon will also in seinen Zwischenlagern Artikel horten die sich erfahrungsgemäß gut verkaufen.
    Erstens wäre ich erstaunt, wenn das nicht jetzt schon der Fall ist. Anscheinend hat Amazon hier das Verfahren optimiert und setzt bessere Algorithmen ein. Das ist jetzt nicht so weltbewegend.
    Und zweitens hat das Ganze nichts mit dem Begriff „Versand“ zu tun, wie ihn der normale Konsument versteht. Durch diese falschen Begrifflichkeiten werden Diskussionen angestossen, der Inhalt überhaupt nichts mit dem Thema zu tun haben, sprich Lieferung von Produkten nach Hause die man gar nicht bestellt hat. Das nervt.

  3. Das hätte der Postillon nicht besser beschreiben können. Beziehungsweise: es hat schonmal jemand, bei Youtube! http://www.youtube.com/watch?v=HA_gwzx39LQ

    In Deutschland wird das nichts bringen. In den USA aber haben Pakete – außer mit teurem Expressversand! – ja wohl regelmäßig Laufzeiten von mehreren Tagen. Da könnte sich das bei manchem Produkt lohnen…

  4. Amazon die iTonne says:

    Aktuelles Angebot von Amazon: Die intelligente Mülltonne:
    Artikel Lieferbar ab 01.01.2013
    Jetzt vorbestellen!
    Alles was sie hier entsorgen wird direkt bei Amazon nachbestellt.
    Der Clou: Spracherkennung!
    Wenn Sie etwas einfüllen werden Sie gefragt:
    „Du hast xyz weggeworfen, willst Du das wirklich nicht mehr haben?“
    Antworte mit Ja oder Nein. (antwort xyz)
    Tonne: „Soll ich das bei Amazon Nachbestellen?“
    alternativ: „Das darf hier nicht entsorgt werden.“
    bei Antwort Ja: „Der Artikel wird gestern geliefert,“
    -> JETZT ärgere ich mal meinen Nachbarn…

  5. hoschi: „Amazon will also in seinen Zwischenlagern Artikel horten die sich erfahrungsgemäß gut verkaufen. Erstens wäre ich erstaunt, wenn das nicht jetzt schon der Fall ist.“

    Das für mich entscheidende ist aber, dass es keine schon existenten Zwischenlager sind: Wie Sascha ja im Artikel schrieb: „Quasi wie ein Lager auf Rädern oder kleinere Lager, die überall platziert werden können“ Gerade das Lager auf Rädern ist da der entscheidende Punkt.

    Ein Beispiel: Verkaufsstart einer DVD, sagen wir, Hobbit 2, steht bevor. Amazon weiß aus vorherigen Bestellungen, dass im Großraum Düsseldorf regelmäßig bestimmte Kunden bestimmte DVDs (Fantasy-DVDs, also auch Hobbit 1, HdR etc.) am Tag des Verkaufsstarts gekauft hat. Also lassen sie „auf Rädern“ eine bestimmte Menge dieser DVDs schon nach Düsseldorf karren, weil die mit einer Wahrscheinlichkeit von xx% auch gekauft werden und das Ausfallrisiko (also Rücksendung) bei yy% liegt und der erwartete Gewinn die höher als die bei Ausfall eintretenden Kosten sind.

    Das geht natürlich nicht bei allen Artikeln, aber bei manchen kann man das anhand der Unmenge an Daten, die man über die Jahre gesammelt hat, recht gut prognostizieren. Und dann geht es dabei nicht darum, Artikel in die schon vorhandenen Distributionslager in Deutschland zu versenden, sondern von diesen schon in bestimmte Städte/Regionen zu schicken.

  6. Das ganze nennt sich schlicht gesagt Dezentralisierung ob das nun in einem Auto mit fährt oder in einem Postamt liegt spielt wohl keine Rolle….. ist schon wahnsinn was man alles als Patent angemeldet werden kann.

  7. Benzinkanister?

    Irgendwo im Keller, mitten in Berlin
    sitzt ein kleiner Junge und wartet auf Benzin. (Spliff)

  8. Hört sich zimlich interresant an. Fragt sich nur wie die Daten der Bestellungen vernünftig ausgewertet werden um das ganze effizient umzusetzen.

  9. Klassischer Patent-Troll, würde ich mal sagen – man hypt das, was jeder Logistiker macht und versucht damit die Konkurrenz zu behindern. Die US-Patentbehörde ist so dumm, die glaubt alles…

  10. Die brauchen ja jetzt schon 2 Tage, um einen „sofort lieferbar“en Artikel loszuschicken. Ich finde, man sollte dort erstmal nachbessern, bevor man sich solch einem Dummfug widmet.

  11. Nichtmal die Kaufempfehlungen von Amazon passen und jetzt wollen sie die unpassende Ware auch noch unbestellt zuschicken.
    Beispiel: Ich kaufte ein USB-Ladekabel fürs Handy, mehrere Wochen lang kamen Amazon-Empfehlungen, in denen mir Handy-Kabel angeboten wurden. Aber ich habe doch schon eins. Gleiches mit anderen Produkten. Diese automatische Auswertung funktioniert nicht.

  12. Aberknall: Das ist doch gewollt. Das früher übliche Versenden am selben Tag haben doch heute nur noch Prime-Mitglieder.

  13. @Tobias Beuscher: Wie soll den das gehen ohne Zwischenlager? Ein Lager auf dem LKW funktioniert nicht. Nachdem jmd einen Artikel aus dem LKW bestellt hat muss das Ganze ja noch logistisch verarbeitet und verpackt werden und das geht nur in einem Amazon(-Zwischen)-Lager. Die Post wird ja wohl kaum die nackten Produkte aus dem LKW laden und ausliefern. Also geht es hier um reale Zwischenlager bzw Hubs wie sie inder Grafik dargestellt sind. Und dass dort Produkte gelagert werden, deren Bestellwahrscheinlichkeit groß ist, ist nichts neues um macht jeder größere Händler so. Was Amazon hier macht ist nichts anderes, als das ganze System vielleicht technisch zu verfeinern. An sich neu ist das nicht und ein Lager auf Rädern ist nonsens.

  14. Das mit dem rollenden Lager auf dem LKW machen manche Firmen bereits, z.B. Ersatzteile für Handwerker, hat mir vor Jahren mal ein Heizungsbauer erzählt. Jetzt musst du nur noch einen Drucker mit Netzerkanschluß in die Fahrerkabine stellen, der Fahrer klebt am Zielort den Aufkleber aufs Packerl und gut ist.
    Und ja, ist nur für Primekunden gedacht.

  15. @ Don:
    Herzlichen Glückwunsch!
    Toi, toi, toi!

  16. ukyokatajama says:

    Was soll daran patent-würdig sein? Der Zusteller wird dann zum Haustürverkäufer, wie damals bei Quelle. Der Vertreter musste ebenfalls abschätzen welche Produkte nachgefragt werden. Sicher, in Zeiten des mangels war das einfacher…

  17. Na dann werd ich mir mal ein paar Artikel auf die Wunschliste setzen und in den Warenkorb legen. Wenn Amazon dann merkt, dass ich mir das Zeug gar nicht kaufe werd ich wohl Rabatt drauf kriegen (besser als wenn sie das Zeug wieder zurück karren müssen). Geht natürlich nur bei seltenen Produkten die sonst keiner in der Umgebung bei kauft. Bezinkanister oder so 🙂

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