Amazon: Vor Bestellung soll bereits der Versand erfolgen

Amazon machte bereits mit der Lieferung per Drohne auf sich aufmerksam, nun hat der Konzern eine weitere Idee, um die Versandzeit geringer zu gestalten. Wie wäre es denn, wenn Eure Amazon-Bestellung sich schon auf dem Weg befindet, noch bevor Ihr bestellt habt? Genau das hat Amazon nämlich patentieren lassen. Natürlich kann selbst eine Firma wie Amazon nicht wissen, was der Kunde heute exakt bestellt, aber man hat ja die Erfahrungswerte aus jahrelangen Online-Verkäufen.

Amazon_Lieferung

Anhand von früheren Einkäufen aus der Region, Wunschlisten, Suchen und Warenkorb-Inhalten sollen Produkte bereits unterwegs sein, bevor diese bestellt werden. Das ist natürlich nicht ohne Risiko, eine Nicht-Abnahme des Produkts würde bedeuten, dass Amazon umsonst transportiert hat. Auch für diesen Fall hat Amazon einen Plan, manche Produkte könnten einfach als Geschenk zugestellt werden oder mit Rabatten versehen werden.

Wie kann man sich das Ganze vorstellen? Nehmen wir an, in einer Region werden viele Benzinkanister (ja, mir fiel nichts besseres ein) bestellt. Amazon könnte nun annehmen, dass dort auch weiterhin der Bedarf an Benzinkanistern besteht und diese bereits verpacken und in eine bestimmte Region schicken. Wird dann die Bestellung tatsächlich ausgelöst, ist das Produkt bereits unterwegs, bekommt die Empfängerdaten verpasst und wird ausgeliefert. Quasi wie ein Lager auf Rädern oder kleinere Lager, die überall platziert werden können.

Um wie viel die Lieferzeit dadurch verkürzt werden könnte, lässt Amazon offen. Auch, ob man bestrebt ist, die im Patent beschriebene Methode einzusetzen, wird nicht kommuniziert. Interessant ist es allemal und es ist auch gleichzeitig ein sehr schönes Beispiel, wie große Unternehmen die von Kunden gesammelten Daten nützlich einsetzen kann.

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Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

39 Kommentare

  1. ähhh geschenkt nehme ich gerne was ^^ dann können die mir gern einfach so Sachen zu schicken….
    Aber Benzinkanister brauche ich aktuell nicht 😛

  2. Ist denn schon 1. April?

  3. Wichtig, bevor hier wieder viel unsinn gepostet wird, wie auf anderen Seiten. 😉

    In Deutschland ist es so geregelt, dass wenn eine Firma euch etwas zusendet und das ohne eure Einwilligung (Kauf) macht, ist es zwar gesetzlich nicht verboten, aber ihr habt das Recht, die Ware zu behalten, ohne das ihr diese zahlen müsst oder zurück senden muss.

    Geregelt ist dies in BGB §241a http://dejure.org/gesetze/BGB/241a.html

    Daher wäre es für Amazon in Deutschland keine sinnvolle Idee, diese umzusetzen. 😉

  4. @WarpigtheKiller

    Du solltest insb. den Absatz 2 nochmal genau lesen 😉

  5. ChackZz da ich die News bereits auf einer anderen Seite gelesen habe, habe ich die hier nur überflogen. 😉 Geschenkt nehme ich es natürlich, aber wenn die dann doch irgendwie noch Geld wollen, würde alleine schon unser Verbraucherschutz meckern.

  6. …und das funktioniert wirklich!!!
    Die CD die ich morgen bestellen werde ist gestern schon angekommen!!!

  7. 1. Sehr unwirtschaftlich: Zurückgehende Sendungen kosten den Sender deutlich mehr und dann kommen weiterhin noch Bearbeitungs- und Lagerkosten für eben diese Rücksendeartikel her.
    2. deutsches Recht: Du bestellst Waren, danach besitzt du diese. Erst nach einer Bestellung bist du also im Besitzrecht. Bekommst du nun Waren, die du nicht besitzt (es sei denn sie wären ein Geschenk, was aber in dem Fall nicht zutrifft). Bedeutet, du dürftest sie nicht einmal Verwenden. – Bedeutet Rücksendung – führt zu Problempunkt 1
    3. Der normale Mensch arbeitet werktags. Normalerweise werden Pakete vormittags zugestellt. Problem: Ich darf öfters zur Postfiliale für Sendungen, von denen ich keinen blassen Schimmer habe, rennen, nur um dort festzustellen, dass eben dieses Paket unter den hier angesprochenen Punkt 2 fällt und zurück muss. Zeitaufwand dafür lohnt sich nicht.

    Demnach: Ente bzw. um das Marketing nach „amazon Air“ aufrecht zu erhalten – oder wird sich nicht durchsetzen, weil es unter Umständen für den Kunden viel zu viel „Mitarbeit“ erfordert.
    Und vor allem, ich brauche kein Yoga 2 Pro, wenn ich mir ein Lenovo Yoga über Amazon kaufe, bzw. ein Nexus 5, wenn ich mir ein neues Nexus 4 kaufen werde. Vom System her gibt es da also auch eher einige kleine Ungereimtheiten…

  8. Herr Hauser says:

    Das mit der Drohen war schon ein Irrsinn (auch schon wegen dieser Phobien in den USA, in Deutschland hat man auch vor jeder Mücke Angst -> „German Angst“) und dann so ein Blödsinn.

  9. Liebe Leute… Amazon liefert natürlich nicht vor der Bestellung an den Endkunden aus… Sie verlegen lediglich die Ware in ein Amazon-Lager nahe beim Kunden, damit im Falle der Bestellung schnell ausgeliefert werden kann.

  10. Vom Aspekt Umweltschutz oder Nachhaltigkeit wäre das natürlich eine Katastrophe. Aber wenn’s dem Profit dient…

    Wie wär’s, wenn wir Amazon einfach unseren ganzen Hausmüll schicken. Das würde auch unsere heimischen Kosten für Abfallentsorgung senken… 😉

  11. @wolfigang: Es ist aber keine patentwürdige Innovation, die Ware näher an den Kunden zu bringen. So was macht der Einzelhandel schon immer… 😉

    Und auch beim Versandhandel ist das nichts neues. Wenn Du ein Samsung-Smartphone bestellst, kommt das auch aus einem deutschen Lager und nicht erst aus Korea.

    Ich sehe in der Beschreibung im Artikel nichts innovatives. Oder der Autor hat es nicht wirklich rübergebracht.

  12. Und was ist da jetzt so „wirklich“ neu dran?
    Im Einzelhandel etwa wird auch auf Grund der vorherigen Abfrage/des Verkaufs von Waren „vorhergesehen“ wie viel ca. in eine Region bzw. neu in den Laden geliefert werden muss.

    Die Küchenfrau in unserer kleinen Arbeitskantine besorgt auch schon immer vorab Sachen wie Kaugummis, KaffeePads etc. was wir wohl so brauchen werden.

    Von daher klingt das irgendwie wieder mal nach Patente machen uns andere abkassieren wollen für Sachen die es schon lange gibt.

  13. @Konstantin: Wenn Du in Deinem 2. Punkt schon mit dem deutschen Recht kommst – so, wie Du es schreibst, ist es eben gerade nicht: Zum einen besteht rechtlich ein großer Unterschied zwischen Besitz, bei der ich eine Sache habe (unabhängig davon, ob sie mir gehört) und Eigentum, bei der mir eine Sache gehört (unabhängig davon, ob ich sie habe). Wenn mir also unverlangt etwas gesendet wird, besitze ich diese Sache sehr wohl, bin aber kein Eigentümer.

    Jetzt aber zum Wesentlichen: Zurücksenden muss ich die unverlangt erhaltenen Sachen als Privatmann eben gerade nicht, ich muss sie noch nicht einmal aufbewahren, sondern kann sie „nach herrschender Meinung“, wie es bei Wikipedia heißt, sogar verwenden oder wegschmeißen (https://de.wikipedia.org/wiki/Unbestellte_Lieferung_(Deutschland)).

  14. Eben. Jeder gute Logistiker plant im voraus, auch für lokalen Bedarf und Nachfrage. Das ist nichts neues oder patentwürdiges.

  15. @Jo
    Die Idee mit dem Hausmüll kommt bestimmt auch noch, dann wissen die was ich verbraucht habe und können das ja schon mal liefern…

  16. Die meisten hier kennen anscheinend nicht das amerikanische Patentsystem. Du kannst alles patentieren, die Gültigkeit wird erst bei Anfechtung geprüft.

  17. Ich glaube ja eher das das ganze eher für die USA gedacht ist wo alles etwas breiter gestreut ist. In Deutschland erreicht Amazon fast jeden Kunden innerhalb von 1-2 Tagen da wird sich so ein Projekt nicht rechnen.

  18. Die Überschrift hat aber auch Bild-Stil da es nicht um den eigentlichen Versand (zum Kunden) geht, sondern nur um die vorab Verschiebung von Waren zu Lagern, die näher beim Kunden sind. Naja…so lockt man auch Leser auf seinen Artikel, da er mehr erwartet, als er bekommt.

  19. Ich bezweifle, dass das für Deutschland in der Form interessant ist. Da geht es eher um die USA, wo Lieferzeiten von einer bis zwei Wochen keine Seltenheit sind. In Südkorea dagegen ist es heute schon so, dass die Ware noch am gleichen Tag geliefert werden kann, wenn die Bestellung vor 11 Uhr (oder so) eingeht. Seid mal nicht so deutschlandzentriert.

  20. @Lars: Das gibt es in Deutschland für einige Regionen auch schon. Nennt sich Evening-Express. Habe ich auch schon so genutzt. Sehr komfortabel. Man zahlt als Prime Kunde glaube ich so 10€ etwa. Bestellt habe ich um halb 11 Vormittags, um 17 Uhr hatte ich das Smartphone in der Hand. Genialer Service. Funktioniert aber nur für bestimmte Produkte und PLZ-Bereiche (Details gibts bei Amazon selbst)

  21. Amazon will also in seinen Zwischenlagern Artikel horten die sich erfahrungsgemäß gut verkaufen.
    Erstens wäre ich erstaunt, wenn das nicht jetzt schon der Fall ist. Anscheinend hat Amazon hier das Verfahren optimiert und setzt bessere Algorithmen ein. Das ist jetzt nicht so weltbewegend.
    Und zweitens hat das Ganze nichts mit dem Begriff „Versand“ zu tun, wie ihn der normale Konsument versteht. Durch diese falschen Begrifflichkeiten werden Diskussionen angestossen, der Inhalt überhaupt nichts mit dem Thema zu tun haben, sprich Lieferung von Produkten nach Hause die man gar nicht bestellt hat. Das nervt.

  22. Das hätte der Postillon nicht besser beschreiben können. Beziehungsweise: es hat schonmal jemand, bei Youtube! http://www.youtube.com/watch?v=HA_gwzx39LQ

    In Deutschland wird das nichts bringen. In den USA aber haben Pakete – außer mit teurem Expressversand! – ja wohl regelmäßig Laufzeiten von mehreren Tagen. Da könnte sich das bei manchem Produkt lohnen…

  23. Amazon die iTonne says:

    Aktuelles Angebot von Amazon: Die intelligente Mülltonne:
    Artikel Lieferbar ab 01.01.2013
    Jetzt vorbestellen!
    Alles was sie hier entsorgen wird direkt bei Amazon nachbestellt.
    Der Clou: Spracherkennung!
    Wenn Sie etwas einfüllen werden Sie gefragt:
    „Du hast xyz weggeworfen, willst Du das wirklich nicht mehr haben?“
    Antworte mit Ja oder Nein. (antwort xyz)
    Tonne: „Soll ich das bei Amazon Nachbestellen?“
    alternativ: „Das darf hier nicht entsorgt werden.“
    bei Antwort Ja: „Der Artikel wird gestern geliefert,“
    -> JETZT ärgere ich mal meinen Nachbarn…

  24. hoschi: „Amazon will also in seinen Zwischenlagern Artikel horten die sich erfahrungsgemäß gut verkaufen. Erstens wäre ich erstaunt, wenn das nicht jetzt schon der Fall ist.“

    Das für mich entscheidende ist aber, dass es keine schon existenten Zwischenlager sind: Wie Sascha ja im Artikel schrieb: „Quasi wie ein Lager auf Rädern oder kleinere Lager, die überall platziert werden können“ Gerade das Lager auf Rädern ist da der entscheidende Punkt.

    Ein Beispiel: Verkaufsstart einer DVD, sagen wir, Hobbit 2, steht bevor. Amazon weiß aus vorherigen Bestellungen, dass im Großraum Düsseldorf regelmäßig bestimmte Kunden bestimmte DVDs (Fantasy-DVDs, also auch Hobbit 1, HdR etc.) am Tag des Verkaufsstarts gekauft hat. Also lassen sie „auf Rädern“ eine bestimmte Menge dieser DVDs schon nach Düsseldorf karren, weil die mit einer Wahrscheinlichkeit von xx% auch gekauft werden und das Ausfallrisiko (also Rücksendung) bei yy% liegt und der erwartete Gewinn die höher als die bei Ausfall eintretenden Kosten sind.

    Das geht natürlich nicht bei allen Artikeln, aber bei manchen kann man das anhand der Unmenge an Daten, die man über die Jahre gesammelt hat, recht gut prognostizieren. Und dann geht es dabei nicht darum, Artikel in die schon vorhandenen Distributionslager in Deutschland zu versenden, sondern von diesen schon in bestimmte Städte/Regionen zu schicken.

  25. Das ganze nennt sich schlicht gesagt Dezentralisierung ob das nun in einem Auto mit fährt oder in einem Postamt liegt spielt wohl keine Rolle….. ist schon wahnsinn was man alles als Patent angemeldet werden kann.

  26. Benzinkanister?

    Irgendwo im Keller, mitten in Berlin
    sitzt ein kleiner Junge und wartet auf Benzin. (Spliff)

  27. Hört sich zimlich interresant an. Fragt sich nur wie die Daten der Bestellungen vernünftig ausgewertet werden um das ganze effizient umzusetzen.

  28. Klassischer Patent-Troll, würde ich mal sagen – man hypt das, was jeder Logistiker macht und versucht damit die Konkurrenz zu behindern. Die US-Patentbehörde ist so dumm, die glaubt alles…

  29. Die brauchen ja jetzt schon 2 Tage, um einen „sofort lieferbar“en Artikel loszuschicken. Ich finde, man sollte dort erstmal nachbessern, bevor man sich solch einem Dummfug widmet.

  30. Nichtmal die Kaufempfehlungen von Amazon passen und jetzt wollen sie die unpassende Ware auch noch unbestellt zuschicken.
    Beispiel: Ich kaufte ein USB-Ladekabel fürs Handy, mehrere Wochen lang kamen Amazon-Empfehlungen, in denen mir Handy-Kabel angeboten wurden. Aber ich habe doch schon eins. Gleiches mit anderen Produkten. Diese automatische Auswertung funktioniert nicht.

  31. Aberknall: Das ist doch gewollt. Das früher übliche Versenden am selben Tag haben doch heute nur noch Prime-Mitglieder.

  32. @Tobias Beuscher: Wie soll den das gehen ohne Zwischenlager? Ein Lager auf dem LKW funktioniert nicht. Nachdem jmd einen Artikel aus dem LKW bestellt hat muss das Ganze ja noch logistisch verarbeitet und verpackt werden und das geht nur in einem Amazon(-Zwischen)-Lager. Die Post wird ja wohl kaum die nackten Produkte aus dem LKW laden und ausliefern. Also geht es hier um reale Zwischenlager bzw Hubs wie sie inder Grafik dargestellt sind. Und dass dort Produkte gelagert werden, deren Bestellwahrscheinlichkeit groß ist, ist nichts neues um macht jeder größere Händler so. Was Amazon hier macht ist nichts anderes, als das ganze System vielleicht technisch zu verfeinern. An sich neu ist das nicht und ein Lager auf Rädern ist nonsens.

  33. Das mit dem rollenden Lager auf dem LKW machen manche Firmen bereits, z.B. Ersatzteile für Handwerker, hat mir vor Jahren mal ein Heizungsbauer erzählt. Jetzt musst du nur noch einen Drucker mit Netzerkanschluß in die Fahrerkabine stellen, der Fahrer klebt am Zielort den Aufkleber aufs Packerl und gut ist.
    Und ja, ist nur für Primekunden gedacht.

  34. @ Don:
    Herzlichen Glückwunsch!
    Toi, toi, toi!

  35. ukyokatajama says:

    Was soll daran patent-würdig sein? Der Zusteller wird dann zum Haustürverkäufer, wie damals bei Quelle. Der Vertreter musste ebenfalls abschätzen welche Produkte nachgefragt werden. Sicher, in Zeiten des mangels war das einfacher…

  36. Na dann werd ich mir mal ein paar Artikel auf die Wunschliste setzen und in den Warenkorb legen. Wenn Amazon dann merkt, dass ich mir das Zeug gar nicht kaufe werd ich wohl Rabatt drauf kriegen (besser als wenn sie das Zeug wieder zurück karren müssen). Geht natürlich nur bei seltenen Produkten die sonst keiner in der Umgebung bei kauft. Bezinkanister oder so 🙂