Amazon veröffentlicht erstmals Transparenzbericht zu Behördenanfragen

Transparenzberichte sind innerhalb der Internet-Branchengrößen mittlerweile ein fester Bestandteil. Nach den Enthüllungen von Edward Snowden rund um die NSA-Abhörmethoden dienen sie als Versuch, um dem Nutzer zu zeigen „Sieh her, diese Daten geben wir weiter, wir sind gesetzlich dazu verpflichtet.“ Gerade Unternehmen, die viele Daten von Kunden speichern, versuchen so, das Vertrauen der Nutzer aufrecht zu erhalten. Nun gibt es so einen Transparenzbericht auch von Amazon, dabei geht es aber weniger um Online-Shopping, als viel mehr um Daten, die im Zusammenhang it AWS (Amazon Web Services) gespeichert werden.

Amazon_AWS

Amazon gibt sich normalerweise sehr bedeckt, wenn es um Zahlen zum eigenen Unternehmen geht, umso erfreulicher, dass man sich für einen solchen Transparenzbericht entschieden hat. Dieser zeigt – wie eigentlich jeder Transparenzbericht – keine allzu häufigen Anfragen, die zudem noch nicht in allen Fällen erfüllt wird. Logisch, NSA uns Co handeln ja auch nicht auf Grundlage von offiziellen Anfragen.

Amazon klärt im ersten Bericht, der den Zeitraum 1. Januar 2015 bis 31. Mai 2015 umfasst, auch auf, dass man nicht am Prism-Programm der NSA teilgenommen hätte. Den kompletten, doch recht knapp ausgefallenen Transparenzbericht, könnt Ihr an dieser Stelle einsehen. Hier die Zahlen in Kürze:

– 813 Vorladungen gab es, von diesen wurden 542 vollständig erfüllt, 126 teilweise und 145 gar nicht.

– Von 25 insgesamt erhaltenen Durchsuchungsbefehlen wurden 13 vollständig beantwortet, 8 teilweise und 4 überhaupt nicht.

– Unter „andere gerichtliche Anordnung“ wurden 13 Fälle erhalten, von diesen wurden 4 vollständig erfüllt, 5 teilweise und 4 gar nicht.

– Anfragen über National Security Requests gab es zwischen 0 und 249 (Unternehmen dürfen diese Zahlen nur in größeren Blöcken herausgeben).

– Anfragen aus außerhalb der USA erhielt Amazon 132, 108 davon wurden voll erfüllt, 7 teilweise und 17 gar nicht.

– Löschanfragen gab es in den 5 Monaten exakt eine, diese wurde auch von Amazon erfüllt.

Wie Amazon im dazugehörigen Blogpost mitteilt, wird es diesen Bericht von nun an zweimal pro Jahr geben und man wird sich auch weiterhin für die Sicherheit der Daten und die Rechte der Nutzer einsetzen.

(via ZDNet)

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Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

3 Kommentare

  1. Ich frage mich, wie ein „No response“ („gar nicht“ reagiert) genau aussieht, bei Amazon.
    Die Anfrage ist ja eingegangen. Heisst das, sie wird direkt in den Papierkorb geschmissen, oder wird gewaret, bis eine zweite Nachfrage kommt?

    Das erschliesst sich mir nicht wirklich.

  2. @Lumpe: Ich vermute die Anfrage geht zwar ein, aber sie wird als unbegründet, Formfehler oder ähnliches abgelehnt.

    selbstauskunft.net – dort kannst du bei allen möglichen Unternehmen eine Selbstauskunft abfragen. 99% antworten dir dann auch und schicken dir einen Brief. Bei manchen bist du nicht gelistet und bekommst somit eine „Negativauskunft“. Da reicht es schon wenn sie deinen Namen falsch erfasst haben (Mueller statt Müller) oder die Hausnummer falsch ist (8b statt 86). Bei sowas wird Amazon auch der NSA sagen: nö falsche Anfrage.

    Sicherlich gibt es einen gewissen Grad wann wie viel sie rausgeben müssen, wenn dann mehr angefragt wird als erlaubt, dann gibts nur ein teilweise zurück.

    Ggf. ist das Verfahren vereinfacht: Wenn Treffer dann bitte um Antwort, wenn nicht dann keine weil das macht Arbeit.