
Dabei muss ich zugeben, dass ich der Serie nach einem flüchtigen Blick zuerst fast Unrecht getan hätte: Die androgynen Bilder von Notaro erinnerten mich an die meiner Ansicht nach recht dogmatische Geschlechterforscherin Judith Butler. Allerdings sollte man eben nie nur nach dem ersten Eindruck gehen: Notaro erkrankte 2012 an Brustkrebs und musste sich einer beidseitigen Mastektomie unterziehen. Ihre Erfahrungen mit der Krankheit und dem Tod ihrer Mutter verarbeitete die Komikerin in einem Stand-Up-Programm und nun eben auch in der Serie „One Mississippi“.
Ein bißchen modernes Gender-Etepetete kommt dann doch ins Spiel, denn Notaros Serien-Lebenspartnerin Brooke, gespielt von Casey Wilson, nimmt auch einen Platz in der Handlung ein. Für mich weckt am meisten Interesse, das der von mir sehr geschätzte Louis C.K. als ausführender Produzent hinter der Serie steht. Seine FX-Comedy „Louie“ zählt für mich zu den besten und intelligentesten Comedy-Serien aller Zeiten.
Sobald ich mit „Ash vs. Evil Dead“ durch bin und Lust auf Abwechslung habe, kann es also gut sein, dass ich bei „One Mississippi“ reinschaue. Wie bereits erwähnt: Ab heute gibt es bei Amazon Prime die englische Originalfassung und ab 14. Oktober dann auch die deutsch synchronisierte Variante.