Amazon Fire HD 10 Kids Pro im Test

Amazon bietet schon seit längerem eigene Fire-Tablets an und hat auch welche für Kinder im Portfolio, die mit einer kindgerechten und stoßsicheren Hülle inklusive Ständer und dem Dienst Kids+ ausgestattet sind. Mit dem Amazon Fire HD 10 Kids Pro kommt ein neuer Kandidat hinzu, der sich vor allem an die etwas größeren Kinder richtet. André hat sich bereits in seinem Test zum neuen Fire HD 10 Plus geäußert, daher werde ich hier auf Benchmarks und Co. verzichten und mich vorrangig auf die auf Kinder bezogenen Funktionen konzentrieren.

Das Fire HD 10 Kids Pro kommt etwas schlanker zum Käufer, als das noch beim Fire HD 10 Kids der Fall gewesen ist. Das neue Modell ist mit einer dünneren und harten Hülle in verschiedenen Design ausgestattet, während das Non-Pro mit einem fluffigen Rahmen daher kommt und es da auch schon mal etwas gröber zugehen kann. Mit der neuen Hülle macht man das besser nicht, da es sich sowieso an die etwas größeren Kinder richtet, werden Stürze wohl auch nicht ganz so oft passieren.

Durch die schlankere Bauform der Hülle sind die Buttons sehr gut erreichbar und haben einen angenehmen Druckpunkt. Ebenso ist der klappbare Ständer auf der Rückseite natürlich ebenfalls wieder mit dabei. Dieser lässt sich in verschiedene Positionen bringen und hält das Tablet relativ stabil in der Stellung, in der das Kind es haben möchte. Durch die Henkel-Form könnt ihr das Tablet auch daran aufhängen, was sehr praktisch sein kann. Im Rahmen sind auch Ausschnitte für die Lautsprecher vorgesehen, damit der Sound zur Geltung kommen kann. Wie auch schon beim normalen Fire HD 10 Kids sind diese ordentlich laut und qualitativ vollkommen ausreichend für Spiele und andere Medien. Im Falle des Pro-Tablets unterstützen die zwei Lautsprecher auch virtuelles Dolby Atmos, zumindest auf dem Papier.

Alles in allem macht das Tablet inklusive des Cases einen sehr stabilen Eindruck, Verarbeitungsmängel gibt es keine und auch ein paar Verwindungstests steckt das Gerät ordentlich weg. Spiele, Bücher etc. kann das Kind auf einem 10,1 Zoll großen Full-HD-IPS-LCD bewundern, das meiner Meinung nach mit einer ordentlichen Helligkeit, guten Kontrastwerten, einer guten Farbdarstellung und ausreichend Schärfe punkten kann. Einziger Kritikpunkt ist, dass es bei viel Sonneneinstrahlung an seine Grenzen kommt und unter Umständen schwer lesbar ist. Das ist aber auch das Einzige, was man bei diesem Preispunkt kritisieren kann und man merkt auch, dass Amazon hinsichtlich der Software optimiert hat.

Auch das eine GByte mehr RAM ist in der Benutzung zu spüren, denn das SoC ist im Vergleich zum letzten Modell dasselbe geblieben. Aufgaben, die das Fire HD 10 Kids an seine Grenzen brachte, meistert das neue Modell spürbar besser. Auch anspruchsvollere Spiele etc. kann man nun auf dem Tablet ausführen. Den internen Speicher kann der Nutzer auf Wunsch auf bis zu 1 TB per microSD-Karte aufpumpen.

Das klingt zwar besser als beim letzten Modell doch erwartet mit den Specs nun bitte nicht, dass ihr hier Spiele wie das neue Call of Duty oder Asphalt in flüssigster Manier bewundern könnt, da werdet ihr immer mal wieder mit Hängern zu kämpfen haben. Ich bin beim Testen bei Spielen hängengeblieben, die meine Kinder auch selbst nutzen würden – Endless Runner, leichtere Rennspiele, LEGO Ninjago etc. Das geht gut von der Hand.

Das Gerät ist wie schon der Vorgänger damit noch etwas besser bestückt und ein echter Allrounder für so ziemlich alles, was im Alltag anfällt. Dazu kommt die hervorragende Akkulaufzeit des Gerätes. 12 bis 14 Stunden aktive Zeit sind mit dem Ding kein Problem – je nach Helligkeit, Lautstärke und Task -, der Verbrauch im Standby ist auch zu vernachlässigen. Schaltet man das Tablet also zwischen den Benutzungen aus, konnten zumindest meine Kinder damit sehr viele Tage über die Runden bringen. Rechnet jedoch damit, dass es viele Stunden dauert, bis das Gerät wieder bei 100 Prozent ist. Hier könnte Amazon ruhig noch etwas nachbessern.

Auch eine Kamera hat das Tablet an Bord, die nicht der Renner ist, für die Kids aber ausreicht, um ein paar Bilder der Eltern, Geschwister oder wovon auch immer zu machen. Bei ordentlichen Lichtverhältnissen sind die Ergebnisse auch brauchbar.

Kommen wir zur Software. Wie üblich haben wir hier eine von Amazon angepasste Version von Android vorliegen. Das Ding kommt ohne Play Services von Google, Apps müssen entweder per Sideload oder über den App Store von Amazon installiert werden. Wer sich die Mühe macht, kann den Play Store aber über Umwege auch auf das Tablet bekommen. Auch Amazons smarter Assistent Alexa ist mit an Bord und hilft auf Wunsch aus. Wer möchte, kann das Tablet in einen Show-Modus versetzen und das Gerät quasi als Ersatz für einen Echo Show nutzen. Nette Sache, wenn man im Alexa-Kosmos zu Hause ist.

Die eigentliche Besonderheit ist aber die Software speziell für die Kinder. Amazon nennt diesen Launcher und den Service dahinter Kids+. Darüber bekommen die Kinder beim Kauf des Tablets ein Jahr lang Zugang zu vielen Büchern, Audible-Hörbüchern, Apps, Spielen und allerhand Videos – ohne Aufpreis. Das ist schon ziemlich ordentlich und kann genutzt werden, um das Kind sowohl mit Apps und Büchern zum Lernen zu bewegen oder eben einfach nur zu bespaßen. Wenn das Jahr vorbei ist, bezahlt man jeden Monat einen Obolus für Kids+ – oder steigt eben aus.

Mit Kids+ kann das Kind selbst entscheiden, was installiert oder angeschaut werden soll, das von euch angelegte Kids-Profil legt dabei die sichtbaren Inhalte fest. Auch das Surfen ist hier möglich, es wird jedoch altersgerecht gefiltert. Wer Apps mit den Kindern teilen will, die sonst nicht zugänglich wären, kann das über separate Freigaben tun. Ich habe das zum Beispiel mit Disney+ gemacht, damit die Kinder im Falle der Benutzung des Tablets selbst entscheiden können, was geschaut werden darf. Da sie dort nur ihr eigenes Kinderprofil nutzen, hat man da auch Kontrolle.

Das Kind kann auch die Genehmigung zur Installation von Apps einholen, falls diese außerhalb des Filters liegen oder bezahlt werden müssen. Regeln wie „Lies eine halbe Stunde bevor gespielt werden kann“ können genutzt werden, um das Kind zu motivieren. Habe ich nicht genutzt und bin auch kein Fan von zu drakonischer Kontrolle. Die Kinder sind sowieso immer in unserer Nähe und wir machen Tablet-Zeiten aus, wenn nach dem Gerät gefragt wird.

Ein Fazit zu dem Fire HD 10 Kids Pro kann man aus meiner Sicht relativ einfach ziehen. Amazon hat es geschafft, das sowieso schon gute Tablet, sinnvoll zu verbessern und den Preis nur wenig zu erhöhen. Zusammen mit dem kostenlosen Jahr Kids+ und der Zwei-Jahre-Sorglos-Garantie ist das Tablet meiner Meinung nach ein No-Brainer, wenn man sich nach einem Gerät für Kinder umsieht, das auch mal für den Erwachsenen und Surfen herhalten soll. Dazu kommt, dass ich die Bildschirmzeit und Kontroll-Funktionen des iPads zwar sehr schätze, Amazon das Ganze aber mit Kids+, den dort verfügbaren zugeschnittenen Inhalten etc. noch besser macht.

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Hauptberuflich im SAP-Geschäft tätig und treibt gerne Menschen an. Behauptet von sich den Spagat zwischen Familie, Arbeit und dem Interesse für Gadgets und Co. zu meistern. Hat ein Faible für Technik im Allgemeinen. Auch zu finden bei Twitter, Instagram, XING und Linkedin, oder via Mail. PayPal-Kaffeespende an den Autor

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13 Kommentare

  1. Meine Probleme mit Kids+ nach einem Jahr, Kinder sind 5&3:

    – Ich kann keine eigenen Videos (aus der Mediathek oder illegal) auf das Kinderprofil spielen.
    – Es gibt sau viel Inhalt, aber der Inhalt ist super schlecht zu durchsuchen, eigentlich hat er(5) das eine Jahr lang nur drei Apps gespielt und aus einer Bücherserie sich Bücher vorlesen lassen.
    Die Icons für die Apps haben nicht mal einen Titel, wenn man als Eltern suchen helfen mag.
    – Am Ende konnte man doch nur sehr wenig (~20 Folgen IIRC) offline verfügbar haben (und evtl auch zeitlich auf 48h begrenzt). Das reicht natürlich immer, heißt aber auch dass ich vor jeder Fahrt, auf der ich auch nur eventuell das Tablet als Waffe rausziehen will, vorher aktuellen Kram runter laden muss oder darauf hoffen muss das Serie X gerade von beiden akzeptiert wird.
    – Apps wie die Maus-App war nicht im Amazon Store. War kein Problem den Play Store zu installieren und die App drauf zu bekommen, aber ich konnte die dann nicht fürs Kinderprofil freigeben.

    • Du kannst den VLC Player installieren (geht ohne Sideload, ganz offiziell),
      dann kannst Du eigene Videos (illegal oder legal um Dich zu zitieren :)) abspielen.
      vfG

      • Ja, aber nicht in der Kinder-Oberfläche vom Tablet. Bzw wird das dann als App-Zeit anstatt Video-Zeit gerechnet und meine Kinder müssten VLC bedienen, anstatt die Amazon-Oberfläche, für die ich ja bezahle. Ist halt IMHO unausgegoren. Als das Abo abgelaufen war, dachte ich ich könnte den Kindern manuell Videos ins Profil zuweisen. Das geht, aber nur mit gekauften. Kram, den ich über Prime Video beziehe, ist nicht möglich. Sorry, das finde ich unmöglich und sorgt dafür, dass das Tablet nicht das alleinige Unterhaltungsgerät sein kann.

  2. Sebastian says:

    Also ich hab es zu den Prime Days für 120€ gekauft und finde das Angebot dafür tatsächlich unschlagbar. Bei der Einrichtung habe ich allerdings dann alternativ nach einem iPad schauen wollen…ich habe dann versucht mein Air zum Test „kindersicher“ zu machen und fand das ja noch schlimmer, zumal das Kids+ Abo ja dann fehlt und die Apps extra gekauft werden müssen, ohne geht ja fast nichts in den Apps. Jedenfalls dann aufgrund der (für mich) noch umständlicheren Einrichtung und dem höheren Preis, doch beim Fire Tablet geblieben. Aber so richtig zufrieden bin ich nicht, der Screen ist überladen, ein paar Apps bekomme ich gar nicht weg, Spotify Kids bekomme ich nicht drauf, Netflix geht (das aber auch beim iPad) nicht explizit für Kinder? Und auch so blicke ich noch nicht ganz so durch…

  3. Das 7er hier gehabt, für 45€ am Prime Day geschossen. Selten so ein Mist an Stück Technik in den Händen gehalten. Hatte ja keine großen Erwartungen, aber das Teil ist bis auf die kindgerechte Hülle echt eine Frechheit.

  4. Peter Brülls says:

    Unsere Erfahrungen sind auch nicht so dolle. Ich werde jedenfalls nicht verlängern und das Ding wohl irgendwie roten und für’s Basteln nutzen und das Kind auf iPad umstellen.

    • Jakob Lenfers says:

      Ja, Custom Rom hätte ich auch gerne für unseres. Hab auch nicht verlängert, aber die Einschränkungen bzgl mehrerer Profile oder Family Link beim FireOS nerven schon ganz schön.

      • Peter Brülls says:

        Peter

      • Peter Brülls says:

        Immerhin gibt es Profile, was in manchen Familien wohl gewünscht ist. Bei uns hat jeder sein eigenes Tablet und gut ist’s.

        Wobei Das Kind® auch öfter mal auf meinem spielt.

        Allein schon, weil ich Minecraft immer noch nicht auf dem Fire Tablet zum Laufen gekriegt habe. (Genauer gesagt: Einloggen geht nicht.)

  5. Mario Lindner says:

    Hallo an alle. Wie sieht es auf diesem Tablet eigentlich mit Werbung aus? Amazon ist nun mal dafür bekannt , wo es nur geht, Werbung auszustrahlen. Kann mir da jemand eine Antwort drauf geben? Dankeschön im voraus.

  6. Geldverschwendung. Fire Tab 10 für 90 Euro, beim Ali eine ähnliche Hülle für unter 10 Euro, den ganzen Amazon-Kram runter und vernünftig selber einrichten.

    • Wie macht man denn den Amazon Kram runter? Ist ja baugleich mit dem Kids Tab, zumindest das 8er von 2020 war zuletzt meines Wissens nach nicht rootbar.

      Und für den Mehrpreis bekommt man immerhin Kids+ und neue Hardware wenn die Kinder das Teil in den ersten zwei Jahren kaputt machen.

      Wenn man den Amazon Kram nicht möchte, ist es glaube ich einfach besser sich ein Tablet mit normalem Android zu holen

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