Amazon Echo Show 5: Der Kleine ist ganz groß

Smarte Uhren und smarte Displays. Für viele 2019 völlig normal. Amazon und Google spielen auf diesem Markt schon länger mit. Und Amazons neues Smart-Home-Werkzeug hört auf den Namen Amazon Echo Show 5. Hierbei handelt es sich nicht um die fünfte Generation, sondern der Name ist Programm: Das Display ist 5 Zoll groß. Eine kompakte Smart-Home-Einheit also, wenn auch nicht so klein und rund, wie der Echo Spot – mit dem Display im quadratischen Format aber durchaus besser zum Betrachten digitaler Inhalte.

Grundsätzlich muss ich hier sicherlich nicht noch einmal breittreten, was ein Smart-Home-Lautsprecher mit Amazon-Alexa-Anbindung so im Smart Home für euch erledigen kann. Sofern ein Echo bereits bei euch seinen Einsatz verrichtet, so hat der Amazon Echo Show 5 durch den Zugriff auf Alexa eben auch diese Steuerungsmöglichkeiten. Licht an, Licht aus – und alles, was ihr da so eingebunden habt.

Der Amazon Echo Show 5 ist die kleine Version des großen Echo Show, der ja auch noch nicht so alt ist. Der Amazon Echo Show 5 verfügt über ein 5,5 Zoll großes Display, im Gehäuse ist zudem ein Lautsprecher verborgen. Schaut man sich die Anwendungsszenarien an, so wird der kleine Show 5 sicher viele Freunde finden – vielleicht sogar mehr als der große Echo Show (den Amazon mal umbenennen sollte, damit weniger Verwirrung entsteht). Der keilförmige Echo Show 5 findet durch die kompakte Bauform an mehr Stellen Platz und würde sicherlich auch als (Radio-)Wecker taugen, sofern man sich ein solches Gerät in das Schlafzimmer stellen möchte.

Die Kamera – und das wird als Aspekt für Privatsphäre ja angeführt – lässt sich direkt mit einem Schiebemechanismus verdecken. Ich hoffe, dass Amazon in Zukunft den physischen Verschluss bei allen seinen Echo-Geräten mit Kameras integriert. Nutzt man diese allerdings, so kann man mit anderen Kontakten auch videotelefonieren. Eure Kamera im Show 5 hat 1 Megapixel Auflösung, erwartet keine Wunder, aber ich finde das schon ausreichend. Echos mit Displays bieten zwar auch eine Fotofunktion, so etwas fällt bei mir aber immer flach. Ja, geht – aber eben mit 1 Megapixel und mit eher weniger lustigen Zusatzfunktionen.

Das Display selber bietet 960 x 480 Pixel, das ist angesichts aktueller Smartphone-Displays sicher nicht viel, aber wir haben hier halt eine andere Geräteklasse. Das, was angezeigt wird, wird ansprechend dargestellt. Man kann es von überall erkennen und damit ist das Ziel erreicht. Das Display ist ausreichend hell und es passt sich den Umgebungsbedingungen an. Auch das Steuern über das Display gelang problemlos, man kann ja auch am Display selber ohne Eingabe von Sprache diverse Einstellungen vornehmen.

Der Bildschirm des Show 5 ist gut für einen kurzen Blick auf Zeit und Wetter zu sehen, und Amazon hat eine Reihe von anpassbaren Zifferblättern mit im Angebot. Anwender können auch ihr eigenes benutzerdefiniertes Bild dafür mit der Alexa-App einrichten oder eine Diashow mit allen Fotos abspielen, die sie in einem Prime-Fotos-Konto oder auf bei Facebook haben. Allerdings hat der Echo Show 5 auch keinen Zugriff auf Google Fotos, was für die Nutzer von Googles Fotodienst natürlich schade ist. Der Show 5 kann auch Video-Feeds von Ring- oder Amazon-Kameras abrufen, mit Unterstützung für Zweiwege-Audio. Das funktioniert bei Ring allerdings nicht automatisch beim Schellen an der Haustür, sondern nur auf Zuruf. Schade, somit für mich nicht zu gebrauchen.

Interessant war der Lautsprecher im Echo Show 5, der lediglich 4 Watt hat. Aus diesen paar Watt holt er aber einen überraschend lauten und satten Sound heraus. Ihr macht damit keine Party, aber einen normalen Raum kann man damit gut bedudeln. Wer das unbedingt will, der kann den Echo Show 5 ja noch per Klinke oder Bluetooth mit anderen Lautsprechern verbinden. In meinem Test wurde ich vom Gerät immer gut verstanden, Amazon verbaut zwei Mikrofone. Probleme konnte ich keine feststellen.

Der Show 5 ist zu all den gleichen Dingen fähig wie die größeren Show, einschließlich der gleichen Videoquellen, Alexa-Fähigkeiten und Sprachsteuerung. Es hat sogar die gleichen Firefox- und Silk-Webbrowser, die darauf verfügbar sind. Eben jene muss man leider noch immer benutzen, wenn man auf YouTube zugreifen möchte, in Sachen Sprachsteuerung ein miserables Erlebnis. Vielleicht greift man da, wie bisher, besser zum Smartphone.

Die Software ist wie auf dem anderen Show: Wenn man vom rechten Rand des Geräts aus nach links streicht, findet man klassische Buttons für Musik, Alarme, intelligente Heimsteuerungen, Video, Alexa-Fähigkeiten und die Kommunikationszentrale. Meistens ist es für mich einfacher, Sprachbefehle für die meisten dieser Funktionen zu verwenden, aber es könnte eine gute Möglichkeit sein, wenn man den Show im Schlafzimmer hat und man nicht sprechen möchte, vielleicht, weil der Partner bereits eingeschlafen ist. Steuerungsmöglichkeiten hat der Show 5 von Amazon auch in Form echter Buttons, die befinden sich oben. Hier kann man das Mikrofon deaktivieren oder eben lauter und leiser machen. Nutzt man den Show 5 als Wecker, dann kann man diesen auch über die Hardware-Taste deaktivieren.

Für mich persönlich ist der Echo Show 5 der bisher beste Echo mit Display. Bei dem kleinen Display verzeiht man leichter das Fehlen von Netflix und Co, beim größeren und teureren Show ärgert das vielleicht mehr. Auch in Sachen „Smart-Home-Wecker“ scheint dieses Gerät das bisher beste zu sein, was der Markt zu bieten hat in diesem Preissegment. Und schaut man sich Amazons Vergangenheit in Sachen Echo-Preisreduzierung an, dann wird man den Echo Show 5 sicherlich irgendwann noch günstiger bekommen. Dennoch auch zum normalen Kaufpreis ein toller Echo, wenn man denn ein Display möchte.

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caschy

Hallo, ich bin Carsten! Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Getaufter und Gründer dieses Blogs. Auch zu finden bei Twitter, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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30 Kommentare

  1. Sehr interessant, wenn man es auch ohne Sprache steuern kann und irgendwann ein Angebot für 50-60€ gibt. Mikrofone kriege ich schon dauerhaft deaktiviert, ein Smart-Wecker ohne Überwachung wollte ich schon immer haben…

  2. Heisenberg says:

    Bei YouTube sagen alle das die CPU viel zu lahm ist, Eingaben verzögert, WLAN soll mies sein, zb bei Technik Faultier kackt das Teil an ein 400mbit Anschluss komplett ab xD

  3. Echo Spot oder Echo Show 5?

  4. Leuchtet das Display permanent? Ich würd gerne meinen Wecker damit ersetzen ohne das das Display permanent an ist..,

    • Die Helligkeit kann man einstellen und außerdem noch adaptive Helligkeit einstellen, dann passr es sich dem Umgebungslicht an und nervt nachts nicht und wen auch das stört, kann das Display per Sprachbefehl ganz ausstellen.

      • Kann man den Bildschirm auch per App an und aus machen…. ich möchte keinen wecken
        Der Alarm geht dann trotzdem an gehe ich von aus…

    • Du kannst den Bildschirm mit „Alexa, Bildschirm aus“ ausschalten und mit „Alexa, Bildschirm an“ wieder ein.
      Oder manuell die Helligkeit regeln, sowie auch automatisch der Umgebungsheiligkeit anpassen lassen
      Ich nutze in auch als Wecker und hab auf Automatik gestellt

      • Kann man eigentlich die Helligkeit auch per Sprachbefehl regeln wie mit der Lautstärke… oder geht beim Bildschirm nur aus und an per Sprache

  5. Man sollte nicht annehmen, das jemand der vor 1984 geboren wurde oder gar noch an den Volkzählungsprotesten der 80er teilgenommen hat, sich sowas in die Wohnung stellt. 🙂

    • Persönliche Daten in der Cloud sind zu abstrakt. Die meisten Menschen würden sich nicht von wildfremden Menschen in der eigenen Wohnung beobachten lassen. Nicht mal wenn die Fremden auf Zuruf Lichtschalter oder Stereoanlage bedienen würden. Wenn Firmen das machen dann bezahlt man gerne dafür.

    • Hallo 0Outgoing, „Man sollte nicht annehmen, das jemand der vor 1984 geboren wurde oder gar noch an den Volkzählungsprotesten der 80er teilgenommen hat, sich sowas in die Wohnung stellt. “ zumindest Geräte mit der Sprachsteuerung von Amazon habe ich auch und das als vor 1960 geborener . Schließlich haben wir damals auch Raumpatrouille , Raumschiff enterprise usw. geguckt odr perry Rhodan gelesen – lach ! Smartwatch = ASB Armbandsprechgerät, Inter- und Telecom mit Bildtelefonie – alles schon da gewesen und als Junge herbeigesehnt . nun haben wir es . K. H. Scher und rodeenberry haben uns schon gut genug vorbereitet … ich warte jetzt auf den hyperrraum-Sprungantrieb – lach !

    • Rene Meier says:

      So ein Unfug! Wie kommst du zu so einer Meinung?

  6. stiflers.mom says:

    @Kalle: wer beobachtet dich denn ?

  7. Ich habe mir dieses Gerät auch gegönnt und kann eigtl. fast alles aus dem Text bestätigen, lediglich in zwei Punkten möchte ich doch widersprechen:

    1. anders als im Text angegeben, ist das Display natürlich nicht quadratisch 🙂

    2. ich empfinde den Sound von dem Ding echt als ziemlich mies, platt und viel zu basslastig. Auch das Fummeln mit dem Equalizer hat da bislang keine Abhilfe geschaffen. In meinem Anwendungsfall – das Gerät steht im Büro und dient hauptsächlich als Radio und als Fernseher – ist das nicht so tragisch. Bemerkenswert finde ich es dennoch.

    Gespannt bin ich noch auf mehr Erfahrungsberichte, wie sich das Gerät als Wecker macht, insbesondere, was die Displayhelligkeit bzw. das Handling zum Abschalten des Bildschirms in der Realität anbelangt. Denn je nach Uhrzeit möchte ich im Schlafzimmer nicht unbedingt mit Alexa reden.

    • Das Display kann man nach Zeit steuern. Im Nachtmodus wird es dann komplett schwarz, nur Uhrzeit und Datum wird noch in dezentem Orange angezeigt.

  8. Hi Cashy, guter Kommentar. Hab mir 2 aus dem Angebot geholt. Für das geld alles gut. Jetzt hoffe ich, dass Ring endlich automatisch geöffnet wird.

    • Nein, wird es leider nicht.

      • …ich denke, er projiziert seinen Wunsch in die Zukunft 😉 Weiß der Henker, warum die das noch nicht (zumindest optional) realisiert haben. Ist doch nun wahrlich keine Raketentechnik?!

        • Ja, Zukunftswunsch. Kann mittlerweile jede Drittklassige Tür Freisprech. Aber Amazon musst du sagen „zeige Haustür“ – bis dahin ist der DPD schon drei Häuser weiter.

  9. Wozu dient der Micro-USB Anschluss auf der Rückseite?

  10. „(…) Display im quadratischen Format.“ …? Also quadratisch ist anders. 😉

  11. Sebastian says:

    Kann man auf dem Teil eigentlich auch eigene Apps installieren (vergleichbar mit dem Kindle Tablet)?
    Das Teil wäre mit meiner eigenen App wunderbar zur Steuerung meiner Heimautomatisierung geeignet – vorausgesetzt ein Sideloading ist möglich (also ohne den Kindle Store).

  12. Die Frage mit dem Lan-Adapter würde mich auch interessieren.
    Soweit mir bekannt kann man viele Sachen nur über Alexa steuern, was ich nicht möchte.
    Apps kann man soweit ich weiss nicht installieren, sonst hätte ich mir direkt einen bestellt.

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