Amazon Cloud Cam: Smart-Home-Kamera mit Cloud-Aufzeichnung

Langsam aber sicher schnappt sich Amazon das Smart Home. Nicht überraschend, denn das versucht Google mit seinen Smart-Home-Geräten und den Kameras von Nest ja auch, wenn auch getrennter als Amazon. Die haben heute den neusten Streich vorgestellt, der sich natürlich nahtlos in das Amazon-Universum einfügt. Die neue Lösung hört auf den Namen Amazon Cloud Cam, hierbei handelt es sich um eine Überwachungskamera für den Innenbereich.

Die Cloud Cam bietet 1080p-Videos in FullHD-Auflösung, Nachtsicht, Zwei-Wege-Audio, Weitwinkel und Aktivitätsclips der letzten 24 Stunden über die Amazon Cloud Cam App. Die Kamera kostet 120 Dollar. Noch günstiger wird es, wenn man mehrere kauft, denn die Cloud Cam gibt es im Doppelpack für 200 Dollar oder als Dreierpack für 290 Dollar. In den USA wird die Cam ab dem 8. November ausgeliefert.

Sie ist kompatibel mit der Lösung Amazon Key, mit diesem können Amazon-Kunden dem Lieferdienst Zutritt in die Bude verschaffen: Mit Cloud Cam und der kostenlosen Amazon Key App können Nutzer jede Lieferung mit Benachrichtigungen verfolgen, den Zustellvorgang live verfolgen oder ein aufgezeichnetes Video ansehen, nachdem die Lieferung abgeschlossen ist.  Sie können sich auch benachrichtigen lassen, wenn  Gäste die Tür öffnen. Das Amazon Key In-Home Kit, welches die Cloud Cam (Key Edition) und ein kompatibles Smart Lock enthält, ist exklusiv für Prime-Mitglieder erhältlich.

Nicht überraschend: Cloud Cam arbeitet nahtlos mit Alexa bei Echo Show, Echo Spot, Amazon Fire TV-Geräten und Fire Tablets zusammen. Sagt einfach:“Alexa, zeig mir den [Kameranamen]“, um das Geschehen von überall im Haus zu sehen. Laut Amazon verfügt die Cloud Cam über fortschrittliche Bewegungserkennung und Bildverarbeitungstechnologie und bietet anpassbare Benachrichtigungen in der Cloud Cam App, so dass Nutzer nur die Alarme erhalten, die Ihnen wichtig sind.

Doch auch Amazon verschenkt nicht alles. Der Zugriff auf die letzten 24 Stunden der Clips ist für bis zu drei Kameras inklusive. Mehr Kameras und Speicher in der Cloud kostet, aber auf den ersten Blick empfinde ich das als ein Angebot, welches besser als bei den meisten anderen Anbietern ist. Basis kostet 7 Dollar im Monat und bietet den Verlauf der letzten 7 Tage der Bewegungserkennung, 10 Dollar kosten 14 Tage und 30 Tage kosten 20 Dollar. Wohlgemerkt sind dabei 3, 5 oder 10 Kameras mit drin.

Gar nicht mal so unspannend, wenn das nach Deutschland kommt. Ich sag mal so: Wer auf Smart Home und Amazon Alexa / Echo setzt und eine solche Kamera sucht, der könnte nun auch gut bei Amazon schauen. Und ich denke mal, dass sich Google und andere jetzt mal wacker überlegen, was sie mit ihren Angeboten so machen.

Eure Meinung zum Thema – also im Vergleich zu anderen Lösungen wie Ring, Nest, Arlo oder Canary?

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Hallo, ich bin Carsten! Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Getaufter und Gründer dieses Blogs. Auch zu finden bei Twitter, Google+, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

19 Kommentare

  1. Und wieder lese ich „Nachtschicht“, statt „Nachtsicht“. Immer wieder….

  2. Mir erschließt sich dieser ganze Hype um ‚Smart Home‘ nicht (meine persönliche Meinung). Die Nachrichten sind voll von Sicherheitslücken in diversen Webcams.
    Im negativsten Fall prüft der gewillte Einbrecher über die Webcam, ob ich zu Hause bin und deaktiviert direkt auch noch die Alarmanlage.
    Weniger technikafine Einbrecher kommen laut diversen Berichten oft aus dem osteuropäischen Raum (bitte nicht falsch verstehen – ich bin nicht fremdenfeindlich!) und scheren sich dann auch nicht um eine eventuell aufzeichnende Kamera. Die haben vorher das Gebiet genau sondiert, brechen ein und versuchen in 5 bis 10 Minuten aller Wertgegenstände habhaft zu werden und sind dann mit schnellen Fluchtfahrzeugen über alle Berge. Bis das Videomaterial ausgewertet wurde, ist die Ware längst im Ausland.

    Es gibt sicherlich ausreichend Szenarien, in denen eine Hausautomation Sinn macht; das Gefühl von mehr Sicherheit hat sie bei mir noch nicht erzeugt.

  3. @Martin
    Hausautomation hat, wie der Name bereits suggeriert, absolut null mit Sicherheit zu tun.
    Wenn man es richtig macht, lassen sich Sicherheitskomponenten in eine Hausautomation integrieren. Mehr aber auch nicht.

    Und nur weil überall Smart Home drauf steht, hat das nicht zwingend etwas mit Hausautomation zu tun.

    Alles in allem erschließt sich mir aber auch der Mehrwert davon nicht, nun auch noch eine Webcam in mein Zuhause zu hängen die natürlich alles brav dem Konzern mitteilt.

    Eine „Überwachungskamera“ hat meinem Empfinden nach Zuhause außer im Außenbereich nichts zu suchen. Und auch dort hat sie gefälligst Ihre Daten in den eigenen vier Wänden zu lassen!

    Es ist wirklich erstaunlich, wie leicht Menschen für ein wenig Suggestion von Komfort, Ihre Privatsphäre mit Leichtigkeit ad acta legen…

  4. Das sicherste ist immernoch – Burg mit Wassergraben drum herum…!

  5. Gibt’s die Kameras auch ohne das Cloud-Zeugs? Das ein Videostream meines Wohnbereichs im Internet landet fände ich eher suboptimal, zudem ist das Risiko gegeben, dass das irgendwann mal gehackt wird. Dann lieber alles auf’s eigene NAS.

  6. Unabhängig davon, dass ich Datenschutz für ziemlich überholt halte sehe ich keinen praktischen Nutzen in einer Indoorkamera. Ängstliche Eltern, die nachts Ihr Baby überwachen wollen, ja. Den Bewohner einer Villa, der die Camera als Ergänzung zur Alarmanlage nutzt, vielleicht. Aber wo könnte sonst ein praktischer Nutzen für dieses Spielzeug sein???

  7. @kharma
    1) unter Umständen Haustiere
    2) In der Zukunft eine eventuell ausgereiftere Anwesenheitserkennung. Wenn die Systeme irgendwann dazu in der Lage sind Personen lokal zuverlässig zu unterscheiden könnten sie dauu genutzt werden um personenspezifische Szenen zu schalten.

  8. @Kharma, wieso braucht man eine Alarmanlage nur als Besitzer einer Villa? Ich wohne beileibe nicht in einer Villa, aber in einem ruhigen Wohngebiet, mit sehr guter Autobahnanbindung, perfekt für Einbrecher. Die uns auch schon besucht haben, genau wie ausnahmslos jedes andere Haus hier in der Straße. Wenn die Alarmanlage auf dem Handy anruft, schaue ich per Kamera erstmal nach, ob es ein Fehlalarm ist.

  9. @kOOk
    Ich finde eine Alarmanlage ohne direkter Anbindung zu einem Sicherheitsunternehmen für absoluten Blödsinn. Wenn bei dir eingebrochen wird und du bekommst eine Nachricht (ich hoffe SMS – das geht auch ohne mobiler Datenanbindung), dann brauchst du erstmal mobiles Internet, dann per VPN auf die Kamera/Synology oder sonst was verbinden, prüfen ob Fehlalarm.
    Du entscheidest dich für einen echten Alarm, und dann?
    #Polizei rufen? lass die in 5-10 Minuten da sein. Da sind die doch schon längst weg
    #Nachbarn anrufen? Ich würde als Nachbar nie bei sowas eingreifen, sollen die doch klauen, zahlt eh die Versicherung

    Das alles dauert entweder viel zu lang oder du ziehst unbeteiligte mit rein, von daher

  10. @Cashy, auch hier wieder eine Kamera, be deren Teile der enthaltenen Funktionen erst freigeschaltet werden, wenn man ein Abo abschließt. 🙁

  11. @Manfred mach halt mal ein Termin bei Fielmann 😉

  12. @Leif
    Anwesenheitserkennung und personalisierte Szenen sind technisch sicher ohne größere Magie möglich, mich würde interessieren, wieviele Menschen dafür bereit wären, sich eine Kamera innerhalb der Wohnung zu installieren. Obgleich ich Alexa als nützliche Ergänzung meines Haushaltes einstufe, wäre mir die Installation einer Kamera für die Lichtsteuerung deutlich zu weitgehend.

  13. @kook bin da bei Daniel. Die Kamera kann ggf. Hinweise auf den oder die Täter geben, ansonsten halte ich den Nutzen in Richtung Fehlalarm fur überschaubar.

  14. Verwunderlich, dass da nix von Gesichtserkennung steht. Ohne „trusted faces“ erscheint mir das eher nutzlos.

  15. @Daniel, Kharma, ich habe das mit Netzwerkkameras seit Jahren so im Einsatz, es funktioniert wunderbar. Die Alarmanlage ruft mich an und sagt z.B. „Terrassentür geöffnet“, dann mache ich am Smartphone ein VPN zum NAS und schaue auf die Kamera, dauert ca. 10 Sekunden.

  16. @kOOk Wenn du denn Internet hast in dem Moment 😉

    Aber auch für diesen Zweck halte ich Kameras im Innenbereich für sinnlos.

    Schön ist auch, wie man hier sieht, wie das mit dem Datenschutz so aussieht.. Manche halten ihn für Überholt. Ja na dann. Ich wil aber dann in einigen Jahren niemanden heulen hören…

    Bei uns sind die möglichen „Einfallstore“ aussen mit Kameras abgesichert, die aber so unscheinbar und versteckt installiert sind, das die übliche „Schau da gibts KAmeras, da gibts was zu holen“ Idee schon von vorneherein ausscheidet.

    Und wenn doch was wäre, wird es hell wie an einem Sommertag. Und was scheuen die meisten Einbrecher wie der Teufel das Weihwasser? Genau.. Licht 🙂

  17. @manu, ohne Internet ist natürlich dumm dann :-).
    Und zu der Vermutung, Einbrecher würden das Licht meiden: Als bei uns eingebrochen wurde, haben wir uns gewundert, dass überall im ganzen Haus das Licht eingeschaltet war als wir nach Hause kamen. Laut Polizei machen das Profi-Einbrecher, weil sie dann nicht mit ’ner auffälligen Taschenlampe durchs Haus müssen, und weil jeder denkt, Einbrecher würden nie das Licht anmachen. In einem hell erleuchteten Haus vermutet niemand Einbrecher.

  18. gisela schniedelbrunst says:

    ist es nicht nützlich eine kamera zu haben die dich in deinen intimsten partnerschaftsangelegenheiten filmt und alles hübsch live an irgendeinen amazonmittarbeiter streamt…

  19. Warte gespannt auf die Markteinführung in Deutschland – Vier Steckdosen auf 215cm Höhe habe ich dafür im derzeit im Bau befindlichen Neubau schon vorbereiten lassen [1]; parallel zur Bus basierten Hausautomatisierung mittels Loxone! Daher, Danke für den Artikel .-)

    [1] Kind1, Kind2, Flur/Eingangsbereich, Wohnzimmer

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