Amazon bleibt der Platzhirsch im Markt für Smart Speaker

Der Markt für Smart Speaker entwickelt sich derzeit aus Sicht der Hersteller prächtig: Via Sprachsteuerung über die Lautsprecher den eigenen Multimedia-Bereich bzw. das Smart Home zu steuern, kommt offenbar gut an. Laut den Marktforschern von Futuresource sei vor allem durch Standardisierung Schwung in die Bude gekommen. Ehemals nutzten alle Lautsprecher eigene Systeme. Für Entwickler war es nahezu unmöglich, übergreifende Lösungen bereitzustellen bzw. mehrere Produkte zu vernetzen, die nicht allesamt vom gleichen Hersteller stammten. Das hat sich geändert und entsprechend wächst der Markt für Smart Speaker – mit einem klaren Gewinner.

Klar, auch der Smartphone- und Streaming-Boom hat dafür gesorgt, dass Smart Speaker heute mehr Optionen aufweisen können, als noch vor einigen Jahren. Folgerichtig wurden zwar 2009 nur ca. 200.000 drahtlose Lautsprecher verkauft. 2017 soll diese Zahl weltweit auf 70 Mio. Einheiten anwachsen. Der Pionier ist zugleich der Gewinner: Amazon ist mit seinem 2015 eingeführten Echo der Marktführer im Bereich für Smart Speaker.

So rechnet Strategy Analytics damit, dass Amazon 2017 rund 24 Mio. Echo absetzen könnte. Bis 2022 könnte sich diese Zahl vervierfachen. Das liege auch daran, dass viele Haushalte sich gleich mehrere Echo kaufen und in verschiedenen Räumen aufstellen. Der Siegeszug der Smart Speaker liegt auch in ihren Skills, die ermöglichen über Sprachsteuerungen wie Amazon Alexa zahlreiche andere Geräte fernzusteuern. Dadurch werden die Geräte zu mehr als nur Laustsprechern. Am Ende sind es für viele Menschen die Schaltzentralen im Smart Home.

Das Voranpreschen der Tech-Anbieter wie Amazon, Google oder auch Apple mit dem HomePod hat bei traditionellen Lautsprecherherstellern für Umdenken gesorgt. Sie werben nun ebenfalls mit Amazon Alexa oder Unterstützung für den Google Assistant. Allerdings soll Amazon dennoch derzeit insgesamt im Markt für Smart Speaker Marktanteile von 75 % halten. Deswegen setzt z. B. Sonos auf eine neue Strategie: möglichst breite Unterstützung für unterschiedliche Assistenten.

Auch andere Anbieter wie Dolby oder DTS profitieren, denn sie konzentrieren sich auf die Software bzw. spezielle Techniken, statt Smart Speaker an sich. Man darf gespannt sein, wie sich der Markt also in den nächsten Jahren entwickelt. Wie sieht es denn bei euch aus? Seid ihr schon auf den Zug aufgesprungen? Oder glänzen die lauschenden Lautsprecher in eurem Zuhause noch durch Abwesenheit?

(via The Economist)

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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12 Kommentare

  1. Ich kann nicht verstehen, wie man sich freiwillig die totalüberwachung nach hause holen kann. Ihr habe überhaupt nicht zu verbergen? Wie langweilig…

  2. Hast hoffentlich kein Smartphone, sonst Sitz du im selben Boot!

  3. Die Berichterstattung hier im Blog fokussiert sich immer stärker auf Alexa, Google Home etc. Mich interessieren technische Neuerungen und ich gebe viel Geld dafür aus. Aber Smart Speaker? Ich habe ein bisschen mit Alexa auf meinem Fire TV rumgespielt. Mir ist schleierhaft, wie ich das sinnvoll für mich nutzen könnte. Was macht man damit? Gibt es wirklich Situationen, wo einem Smart Speaker das Leben erleichtern? Licht an und ausschalten und Musik abspielen gehört ja wohl eher nicht dazu.

  4. @ Walter White. Wenn ich es richtig verstehe, macht ein Smart Speaker nur Sinn, wenn man ihn mittels Spracherkennung nutzt, oder? Beim Smartphone muss ich das nicht einschalten. Für mich ist das schon ein sehr großer Unterschied.

  5. @Edelweisser: Immer nur dann unter der Voraussetzung das wenn du im Android das Häckchen „Always Listening“ ausmachst und dann dem ganzen auch noch vertraust das es so ist. Sonst kann man dich ja noch wesentlich besser an deinem Smartphone verfolgen da du dieses nicht nur Zuhause hast sondern überall mit dir trägst.

  6. @Bejobe: „Totalüberwachung“ ist hier m.E. völlig fehl am Platz. Und ja, auch ich habe was zu verbergen. Aber dann doch eher vor meinem unmittelbaren Umfeld, weniger vor Versandhäusern oder Geheimdiensten. Es ist ja nicht so, dass grundsätzlich alles, was ins Internet übertragen wird, plötzlich „einfach so“ für jeden verfügbar ist.

    @Edelweisser: Hol Dir so ein Teil, probier es auch und entscheide *erst dann*, wofür Du das für Dich sinnvoll nutzen kannst. Das ist nicht anders wie mit vielen anderen Dingen auch, die Nutzung kommt mit den Möglichkeiten. Und ja, auch Licht schalten und Musik hören per Sprache gehören durchaus zu den Dingen, die den Alltag erleichtern. Und für Menschen, die aufgrund Krankheit oder Behinderungen eingeschränkt sind, ergeben sich noch sehr viel mehr Möglichkeiten, die das Leben erleichtern – und das jeden Tag neu.
    Und beim Smartphone musst Du das nicht einschalten, wenn Du es nicht nutzen möchtest. Aber das ist beim Echo nicht anders. Du kannst das Gerät z.B. auch per Smartphone bedienen und dennoch als „Smarthome-Zentrale“ nutzen, wenn Dir die Sprachbedienung nicht behagt. So ein großer Unterschied besteht da m.E. also nicht.

  7. Ich wollte es auch nicht wahrhaben aber das Ding zeichnet tatsächlich viel auf. Auch Dinge die mir nicht bewusst wahren. Ich habe letzte Woche meinen Verlauf in der Alexa App gelöscht. Dort wahren hunderte Sprachaufzeichnungen gespeichert die als Bonus noch in Klartext umgewandelt wurden. Seit dem ist meiner nur noch Stumm geschaltet und die Lust darauf ist mir gehörig vergangen. Datenschutz ist bei Amazon Fehlanzeige. Damit meine ich die Daten sind nur durch mein Passwort Geschütz, ohne weiteren Schutz oder Verschlüsselung. Sobald bei dem Echo das blaue Licht leuchtet zeichnet er auch auf. Ich denke solche Daten können für Amazon sehr wertvoll sein um noch mehr über seine Kunden zu erfahren. Es waren auch Aufzeichnungen darauf während wir gegessen haben. Die Geräusche wahren eindeutig und völlig unbewusst.

  8. Hallo , habt Ihr mal versucht mit „Augen zu“ ein modernes DAB-Radio, einen Receiver mit vielen Menüs und nur wenigen Tipptasten zu bedienen ? Oder mit Seifenfingern in der Küche ? Ich bin blind und leider gibt es immer noch keine bedienbaren , sprich sprechenden Radios oder HiFi-Anlagen , abgesehen von einem DAB-Radio von Noxxon das mehr schlecht als recht funktioniert. Hier arbeiten mehrere Google-Minis im Verbund mit Chromecasts Audio und ich hab mir damit und alten PC-Aktivboxen ein per Sprache kontrollierbares „Sonos für Arme “ lach – gebaut . Und dank iOS mit VoiceOver-Screenreader alles barrierefrei bedienbar . Sprachsteuerung und Sprachdialog statt Touchscreen sind nach aktueller Gesetzeslage wohl auch der Königsweg zur Mediennutzung im Auto . Das macht also alles schon Sinn, Sprache als Human Interface statt eines Bildschirms zu nutzen .

  9. @Legomio: Sicher nimmt das Gerät viel auf, aber nicht ohne Aktivierung („Alexa“). Und mit dem Verlauf in der App löscht Du wirklich nur den Verlauf, nicht die Sprachaufzeichnungen auf den Servern. Das geht nur über die Webseite.

  10. @Legomio: Zitat: „Es waren Aufzeichnungen darauf während wir vergessen haben.. Die Geräusche wahren eindeutig und völlig unbewusst.“ You made my day und Du hast mich tatsächlich zum Schmunzeln gebracht, wenn Deine Freundin, Frau oder what ever Alexa heißt sollte man das Aktivierungswort ändern. Bei mir gibt es bedauernswert höchstens Aktivierungen wenn im Fernsehen der Alexa-Werbespot läuft oder wenn mal vom „Alexander dem Großen“ oder ähnliche Alexanders die Rede ist….. 😉

  11. … noch! Alexa nervt gewaltig wenn sie nicht will… GH ist zuverlässiger… Alexa bleibt im Schlafzimmer (hört sich verkehrt an)

  12. Ich habe seit zwei Monaten ein Echo. Nett, aber wirklich smart ist das Ganze bei weitem noch nicht. Titel bei Spotify suchen klappt meist, aber gerade bei Hörspielen für die Kinder oft nicht. Hue funktioniert, da allerdings z.B. nicht die alten Living Whites Steckdosen. Bei Fragen kommt sehr oft *das weiß ich leider nicht*. Einfach befüllbare Einkaufsliste? Fehlanzeige, die aktuelle ist nur für Vollnerds akzeptabel. Timer und Alarme funktionieren wirklich gut, da ginge aber sicherlich auch mehr. Und die unzähligen Skills mit Zufallsantworten aus einer Liste erinnern an die Furz–App–Welle beim Start des Appstores für ios.

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