Amazon Alexa erinnert an Einnahme und bestellt Medikamente nach (US-only)

Amazon erweitert seine digitale Assistentin Alexa immer wieder um neue Möglichkeiten. Oft starten die Features erst in den USA, bevor sie dann zu uns kommen. Nun ist es in den USA möglich, sich über die Sprachsteuerung an die Einnahme von Medikamenten erinnern zu lassen oder auch Nachbestellungen zu verwalten. Kein unkompliziertes Thema, das in Deutschland Datenschützer hellhörig werden lassen könnte.

Denn Gesundheit ist so ein Thema, bei dem man nicht unbedingt jeden wissen lassen möchte, wie man so dasteht bzw. was man an Pillen schluckt. Deswegen sind Gesundheitsdaten in Deutschland auch besonders gut geschützt und können nicht ohne weiteres weitergegeben werden. Bereits jetzt verwenden aber einige Nutzer Alexa schon, um an die Einnahme von Medikamenten zu erinnern – als Reminder eben. Jene Anwender forderten jedoch mehr Optionen. Dem kommt Amazon nun nach und hat sich in den USA Omnicell als Partner auserkoren. Sagt euch nichts? Omnicell ist ein großer Zulieferer von Medizintechnik. Als zweiter Partner ist in den Vereinigten Staaten Giant Eagle Pharmacy an Bord – eine Laden- bzw. Apothekenkette.

Sollte der Start der neuen Alexa-Funktionen nun erfolgreich sein, will man in naher Zukunft weitere Partner hinzuziehen. Zur Verwendung der erweiterten Erinnerungen und der Nachbestellungsfunktion für Medikamente müssen die Nutzer den Giant Eagle Pharmacy Skill aktivieren und ihre Konten verknüpfen. Anschließend lassen sich die eigenen Medikamente verwalten und auch einzelne Reminder pro Medikament anlegen. Es ist dann auch die Nachfrage möglich, wenn eine Erinnerung aktiviert wird – also welches Medikament es konkret einzunehmen gilt. Zudem genügt ein einziges Kommando, um eine Nachbestellung zu tätigen.

Den Datenschutz sprach ich ja schon an, der wohl gerade hierzulande manchem Kopfzerbrechen bereiten könnte. Laut Amazon gebe es da aber ausreichen Zwischenschritte, um die Identität des Nutzers zu bestätigen und die Daten abzusichern. So muss Alexa den Nutzer erst an der Stimme erkennen und dann auch das persönliche Passwort erhalten. Würdet ihr diese Funktion in Deutschland nutzen, sollte Amazon hier ebenfalls Apotheken als Partner finden und dem Datenschutz gerecht werden?

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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6 Kommentare

  1. Interessant…Nachbestellen wäre wohl hierzulande nur möglich, wenn Spahn Bundeskanzler wäre…das ist echt reinstes NEULAND und ginge wohl nicht mit den Ur-Altsystemen u. 10jähriger Gesundheitskarten Software von Bertelsmann (*gg*)

    • Schlaumeier. Oder doch nicht so schlau. In den USA gibt’s open refills, das sind quasi Blanko Rezepte deren Arzneien sich der Patient eigenmächtig nachbestellen kann. Daher auch die Epidemie mit Opiaten-Missbrauch in den USA, Ritalin-Missbrauch, und und und.
      Diese refills kann man bei einer beliebigen Apotheke einrichten, verbreitet sind das große Ketten. Die arbeiten natürlich gerne mit Amazon zusammen.
      Nirgendwo in der Welt sind Medikamente so teuer wie in den USA und die süßen kleinen Services die dich so begeistern sorgen weiterhin dafür, dass es keinen echten Wettbewerb dort gibt und die Preise hoch bleiben.
      Deutschland ist ein fools paradise, sich irgendwas aus Neuland USA zu wünschen zeugt von absoluter Unkenntnis jenseits von Hollywood Hochglanz.

      • na schön, wenn man sich drüben so auskennt…muss man ja nicht, denn Vorbild sind die nicht mehr …eher runtergekommen. Amiland ist vielfältig und auch einfältig, wie man an Goldlöckchen im White House sehen kann.

  2. Sich über die Sprachsteuerung an die Einnahme von Medikamenten erinnern lassen …
    Wenn das wie ein Wecker funktioniert, führt das nach meiner Erfahrung nicht notwendigerweise dazu, dass man die Pillen auch einnimmt. Und wie bekommt Alexa mit, dass man sie eingenommen hat?

  3. Wo kommt denn das Bild her das ihr da benutzt habt? Sieht aus als wäre es möglich das WakeWord auch an das Ende zu stellen? „Guten Tag, Alexa“

    • Selbst mit der Erinnerungsfunktion hätte ich wohl Hemmungen, Amazon oder sonst wem da kritische Details anzuvertrauen. Vor allem wenn es um Erkrankungen geht, die jemanden glauben lassen könnten, meine Bewertung für Job, Versicherung, Kredite… sollten runtergeschraubt werden. Oder weil es gesellschaftlich stigmatisierend ist. Die Infos irgendwelchen Unternehmen auf dem Präsentierteller zu liefern ist dann die Steigerung von no-go.

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