Alexa: Homebridge-Skill nutzen, um HomeKit-Geräte zu steuern

Vor nicht allzu langer Zeit habe ich euch das Thema Homebridge näher gebracht. Das Tool macht es möglich, Geräte in HomeKit einzubinden, die von Haus aus keine HomeKit-Unterstützung mitbringen. Nun gibt es sicherlich genügend Nutzer, die lieber Alexa bedienen als Siri und eventuell über Gadgets verfügen, die zwar HomeKit- aber nicht Alexa-fähig sind. Abhilfe kann hier ein Workaround über den Homebridge-Skill schaffen, der eigentlich dazu gedacht ist, dort eingebundene Geräte in Alexa zu integrieren. Voraussetzung dafür ist, dass ihr das homebridge-alexa-Plugin installiert habt.

Bevor ich zum Thema komme, möchte ich kurz erwähnen, dass es Vorteile haben kann, statt einem Skill zur Geräte-Unterstützung, das jeweilige Gadget lieber über Homebridge einzubinden. Ich erkläre euch das mal an einem Beispiel:

Ich besitze ein Honeywell evohome-System mit vier Thermostaten, mit dem sich Heizkörper über App steuern lassen. Das System bringt zwar einen Skill für Alexa mit, ist aber nicht HomeKit-fähig. Also habe ich die vier Thermostate in Homebridge eingebunden, um eben jene Integration zu gewährleisten. So weit, so gut.

Nutze ich den Alexa-Skill dafür, kann ich die Thermostate zwar per Stimme steuern aber die Temperatur nicht per Alexa-App einstellen. Der Grund dafür ist, dass der Skill die Thermostate mit Typ „Sonstiges“ anlegt und nicht als „Thermostat„. Per Homebridge-Skill könnt ihr das Thermostat aber auch direkt per App bedienen und seht auf einen Blick die eingestellte Temperatur.

Aber kommen wir nun zum eigentlichen Workaround, um HomeKit-Geräte in Alexa einzubinden. Ein klassisches Beispiel dafür sind die Eve-Produkte. Eve Energy ist eine smarte Steckdose mit Verbrauchsmessung und natürlich auch schaltbar. Natürlich wird man über diesen Umweg nicht in der Lage sein, die Verbrauchsmessung zu sehen, dafür gibt es ja die Eve-App. Aber per Alexa An- oder Ausschalten wäre doch zumindest ganz nett, oder? Genau das geht!

Nachdem ihr das homebridge-alexa-Plugin installiert habt, holt ihr euch das Plugin homebridge-automation-switches. Damit könnt ihr über die config.json einen Schalter anlegen, die Doku dazu findet ihr auf der Plugin-Seite:

{
„bridge“: {

},
„platforms“: [
{
„platform“: „AutomationSwitches“,
„switches“: [
{
„type“: „switch“,
„name“: „Schalter 1“,
„stored“: true,
„default“: false
}
] }
] }

Dieser Schalter wird in HomeKit erkannt und kann nun in eine Automation eingebunden werden. Hier könnt ihr einfach definieren „Wenn Schalter 1 an, dann tue dies“. Da ich die Eve Energy-Dose mit diesem Schalter 1 sowohl an- als auch ausschalten möchte, benötige ich zwei Automationen, eine zum Einschalten („Wenn Schalter 1 an, dann aktiviere Eve Energy“) und eine zum Ausschalten („Wenn Schalter 1 an, dann deaktiviere Eve Energy“). Ihr könnt hinter diese Alexa-Schalter auch Szenen legen und somit mehrere Geräte gleichzeitig steuern.

Habt ihr die Automationen erfolgreich erstellt, reicht ab sofort nur noch ein „Alexa, aktiviere Schalter 1“, um die Steckdose einzuschalten. Funktioniert so mit sämtlichen An/Aus-Geräten. Kompliziert wird es, wenn ihr ein Thermostat steuern möchtet, Eve Thermo zum Beispiel. Da man nicht sagen kann „Alexa, stelle Schalter 1 auf 27 Grad“ und es keine Dummy-Thermostate gibt, könnte eine Automation ungefähr so aussehen, dass Eve Thermo bei Aktivieren des Schalters eine fixe Temperatur von 22 Grad einstellt und bei Deaktivieren die Temperatur auf beispielsweise 15 Grad setzt. Auch ein Slider-Schalter im Plugin ist möglich, der mehrere Zustände haben kann. Könnt ihr nach euren eigenen Vorstellungen bauen.

Der Prozess ist zugegebenermaßen etwas aufwändig, kann aber dafür sorgen, dass ihr mit Alexa einen zentralen Punkt zur Steuerung eures kompletten Smart Home bauen könnt, und das unabhängig davon, ob ihr HomeKit-only Gadgets nutzt.

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Oliver Posselt

Hauptberuflich im SAP-Geschäft tätig und treibt gerne Menschen an. Behauptet von sich den Spagat zwischen Familie, Arbeit und dem Interesse für Gadgets und Co. zu meistern. Hat ein Faible für Technik im Allgemeinen. Auch zu finden bei Twitter, Google+, Instagram, XING und Linkedin, oder via Mail. PayPal-Kaffeespende an den Autor

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9 Kommentare

  1. Was ist der Unterschied zu den Automation Switches und denn bereits vorhanden Plug-in Dummy Switches? Ich habe schon einige solche hinzugefügt um die Verbindung zwischen Eve Steckdosen und Alexa herzustellen, etwas längerer Prozess, also zwei Mal alles einstellen, aus/an automation aber funktioniert auch gut.

  2. Kann man den Typ bei. Thermostat nicht auf Licht stellen und dann sagen, dimme Thermostat auf x Prozent? Die Prozent sind dann Grad Celsius.

    • Oliver Posselt says:

      Nein, da du in der App nur die Art Schalter definierst und bei Typ „Licht“ wäre das „Licht an/aus“. Der Switch „Slider“ ist hier die beste Wahl, da du dort mehrere Werte vergeben kannst. „Stelle Thermostat X auf 3“ wäre dann bspw. 23 Grad. 2 – 20 Grad 1 – 17 Grad und so weiter.

  3. Gibts da limitierungen? Mal sehr pauschal gefragt?

  4. Habe meine Fritz!DECT Steckdosen über Homebridge eingebunden und steuer diese über Alexa. Kaffemaschine springt morgens nach dem Aufstehen und der entsprechenden Routine direkt an 🙂

  5. „Der Prozess ist zugegebenermaßen etwas aufwändig, kann aber dafür sorgen, dass ihr mit Alexa einen zentralen Punkt zur Steuerung eures kompletten Smart Home bauen könnt, und das unabhängig davon, ob ihr HomeKit-only Gadgets nutzt.“

    Da würde ich dann lieber direkt auf iOBroker, FHEM, HomeAssistant oder dergleichen setzen. Zumindest bei ioBroker ist die Einstiegshürde ziemlich niedrig und man eröffnet sich erheblich mehr Möglichkeiten in der Automation. Wenn man erst später umsteigt, weil man die Grenzen erkennt bzw etwas möchte was Homekit nicht beherrscht, ist’s doppelte Arbeit.

    • Das sehe ich genauso wie Du.
      Gerade mit ioBroker gibt es eine Anwendung, die den Einstiegt relativ einfach macht, aber trotzdem extrem mächtig ist.
      Ich überlege gerade auch, ob ich von FHEM auf ioBroker umsteigen soll. Das Problem ist nur, wenn man schon soviel realtisiert hat, ist es eine menge Arbeit, das in einem anderen System nachzubauen 😉

  6. Der Sleep Timer steht nun offenbar auch in Deutschland bei Routinen-Aktionen der Art „Musik und Medien“ zur Verfügung.
    Bei mir jedenfalls.

    App-Version 2.2.249521.0

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