Aktiia: Automatisiertes 24/7-Blutdrucküberwachungssystem startet mit Abo-Modell

Viele Fitnesstracker und Smartwatches beherrschen das automatisierte Messen des Blutdrucks schon, doch nun will das Schweizer Start-up Aktiia mit seinem neuen Armband ein Gerät anbieten, das 24/7 automatisiert den Blutdruck des Trägers überwachen soll. Hierfür habe man das Produkt unter anderem in diversen medizinischen Studien validieren lassen – das Gerät arbeite demnach in der Tat so zuverlässig, wie es der Hersteller verspricht. Man wolle mit Aktiia dafür sorgen, dass Patienten mit Bluthochdruck jederzeit in der Lage sind, ihre Werte im Auge zu haben und durch die häufigen Messungen am Tag und in der Nacht schneller ein Bild davon zu bekommen, wenn da etwas unrund läuft.

Das Unternehmen äußert in seiner Pressemail, dass Personen mit Bluthochdruck jenen im Schnitt maximal einmal pro Woche richtig messen, da die Manschette unbequem sei. Als Betroffener sehe ich das etwas anders und messe beispielsweise mindestens dreimal pro Woche. Aktiia treibt es da aber noch etwas weiter:

Aktiia misst den Blutdruck automatisch 100 Mal pro Woche, tagsüber, nachts, über Wochen und Monate hinweg, ohne dass der Träger selbst aktiv werden muss. Die Daten werden anschließend in einer kostenfreien Begleit-App visualisiert. Mit nur einem Klick kann eine digitale Zusammenfassung mit einem Arzt oder Familienmitglied geteilt werden. Aktiia ist als Medizinprodukt der Klasse IIa zertifiziert und erfüllt damit die hohen Anforderungen an Sicherheit, Gesundheit und Umweltschutz in Europa.

Selbstverständlich misst auch Aktiia den Blutdruck mithilfe optischer Sensoren und der sogenannten Photoplethysmografie (PPG). Die Algorithmen der Software von Aktiia errechnen aus den ermittelten Werten anschließend die Blutdruckwerte. Für eine dauerhafte Überwachung jener Werte ist das sicherlich die angenehmste Methode, da der Träger zur Messung nicht eingreifen muss. Das Armband selbst erinnert ein wenig an Tracker von Xiaomi oder auch Fitbit. Nun kommen wir allerdings zum großen ABER:

Um das Aktiia-Armband auch verwenden zu können, müsst ihr zwingend ein Abonnement abschließen. Der 24/7-Blutdrucküberwachungsservice von Aktiia umfasst das Aktiia-Armband, die Aktiia-Manschette (die einmal im Monat zur Kalibrierung verwendet wird) und den Zugriff auf alle Funktionen der Aktiia-App. Zur Auswahl stehen hierbei die monatliche Abrechnung für 8,99 Euro im Monat (und Einmalkosten von 99 Euro) oder aber ihr nehmt das Jahresabo für 199 Euro. Da bleibe ich dann persönlich lieber bei meiner Manschette und verlasse mich nebenbei auf die automatischen Messungen meiner Smartwatch.

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11 Kommentare

  1. Tja dann warten wir mal auf den September, ob die neue Apple Watch auch mit Blutdruckmessung und zusätzlich Blutzuckermessung kommt.

  2. Wenn ich das auf der Webseite richtig verstanden habe, mietet man das komplette System aus Hard- und Software. Finde ich bei einem Medizingerät ok, da wäre mir der dauerhaft Support wichtig.

  3. Welcher Fitnesstracker oder Smartwatch kann denn aktuell schon vernünftig Blutdruck messen? Wäre da über Tips dankbar.

  4. Also wieder nur eine technisch völlig unnötige Anbindung an die Cloud um Daten zu sammeln die man verkaufen kann und gleichzeitig dient das Ganze als Vorwand für ein überteuertes Abo.

    Dabei ließen sich 100 % der Features lokal am Smartphone abbilden.

  5. Ich habe das Aktiia Gerät tatsächlich seit ein paar Tagen im Einsatz und kann folgendes Berichten:
    Das Einrichten und Synchronisieren ging tatsächlich recht schnell und einfach – die Messungen trudeln zuverlässig in die App ein.
    Die Nachteile:
    1. Das ganze gibt es tatsächlich nur als Abo – hier stellt man sich echt die Frage. WOFÜR? Aktiia bietet keinen weiteren Service als einfach nur die Sensor-Daten in der App (und Cloud) zu speichern und anzuzeigen und einen automatisieren PDF-Bericht zu erstellen.
    2. Die Werte können nicht in der Apple Health App übernommen werden.
    3. Man kann den Sensor nicht ohne Weiteres an ein anderes Familienmitglied geben um schnell mal eben eine Messung durchzuführen: dazu muss es neu synchronisiert werden und die Werte der anderen Person laufen in das eigene Profil rein…

  6. Eigentlich ein ziemlich unnützes Gerät. Mag sein, dass die Selbstmessung nicht ganz so akkurat wie mit Stethoskop beim Arzt ist, aber in der Regel sind zu hohe Werte daheim auch beim Arzt zu hoch, auf ein paar Punktwerte höher oder niedriger kommt es da letztlich nicht an.

    Es hilft auch überhaupt nicht, dauernd seinen Blutdruck zu messen. Erstens kann man den, wenn er behandlungsbedürftig ist, nicht selbst beeinflussen (bzw. nur minimal) und bei denen, die auf der Kippe stehen, sorgt das dauernde beobachten für mehr Stress und höhere Werte.

    Der Preis ist dazu unverschämt. Die sammeln die Daten und wollen dafür noch bezahlt werden.

    Ich weiß auch nicht, ob es so gut ist, wenn man rund um die Uhr mittels Smartwatch verschiedene Vitalwerte misst. Das macht man ja eigentlich nur auf der Intensivstation oder während OPs. Das macht die Leute eher krank, als wenn sie sich nicht drum kümmern.

  7. Also ich musste aus medizinischen Gründen schon öfter ein Langzeit-Blutdruck-Gerät für 24 Stunden tragen. Schlafen ist damit nur sehr eingeschränkt möglich. Es ist laut wenn es sich aufpumpt(wie ein Blutdruckmessgerät halt so laut ist…) und durch den Druck der dann am Arm/an der Manschette anliegt wird man eigentlich unweigerlich wach. Ziemlich ätzend. Und tagsüber auch blöd, aber schon machbar. Wenn man nicht will das jeder was von der ganzen Prozedur mitbekommt, muss man den Tag lang auch zu Hause bleiben. Von daher gibt es schon Anwendungsfälle. Und bloß weil es euch zu teuer ist, heisst das noch lange nicht das es nicht Leute gibt die bereit sind das zu zahlen!

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