
Das 9-Euro-Ticket ist laut der Bilanz des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) ein Erfolgsmodell gewesen: Rund 52 Mio. mal wurde es insgesamt verkauft. Umfangreiche Marktforschung habe auch einen Verlagerungseffekt belegt. Dazu sei allerdings hingewiesen, dass es da auch schon exakt gegenteilige Aussagen gegeben hatte.
Nun ist die Frage, wie es mit dem ÖPNV weitergehen soll. Ich selbst sehe das Problem da aber nicht so simpel nur in den Preisen für die Fahrkarten, sondern in der Struktur: Die Deutsche Bahn hat etwa seit den 1990er-Jahren ihr Streckennetz zusammengestrichen. Gerade auf dem Land gibt es oft wenige Möglichkeiten, öffentliche Verkehrsmittel als ernsthafte Alternative zum eigenen Auto zu nutzen. Da müsste sich also etwas tun.
Jedenfalls erklärt der VDV, dass das 9-Euro-Ticket zeige, dass die Menschen bereit seien, den ÖPNV zu nutzen, wenn der Preis aus ihrer Sicht stimme. Zu den 52 Mio. verkauften Tickets kämen sogar noch mehr als 10 Mio. Abonnenten, die man dazurechnen könne. 10 Prozent der Fahrten mit dem 9-Euro-Ticket hätten laut VDV eine Fahrt ersetzt, die sonst mit dem Pkw unternommen worden wäre. Insgesamt liege der Anteil der aus anderen Verkehrsmitteln verlagerten Fahrten bei 17 Prozent, will man durch Umfragen ermittelt haben.
Die Vorsitzende der Verkehrsministerkonferenz (VMK) der Länder, Dr. Maike Schaefer, betont, dass nun der Nah- und Regionalverkehr in urbanen und ländlichen Gebieten ausbauen sollte. Dafür brauche man aber eine gesicherte Finanzierung – auf lange Sicht. Da müsse der Bund tätig werden. Sinnvoll sei es auch, die bundesweite Gültigkeit für mögliche Nachfolger zu erhalten, denn viele potenzielle Käufer sähen sich sonst vom Tarifdschungel entmutigt. Im ländlichen Raum dominieren nach den Umfragen des VDV nämlich als Nichtkaufgründe umständliche Verbindungen, Taktung, Fahrtdauer und Entfernung zur Haltestelle. Die Verkaufszahlen dort sind etwa halb so hoch wie in städtischen Gebieten.
Laut dem VDV hätten die drei Monate 9-Euro-Ticket ähnliche CO2-Einsparungen gebracht, wie sie sonst ein Jahr Tempolimit auf Autobahnen ermöglichen würde. Wie gesagt, sind diese Aussagen aber durchaus mit Vorsicht zu genießen, da andere Untersuchungen zu dem Ergebnis kamen, dass mit dem 9-Euro-Ticket in erster Linie zusätzliche Fahrten unternommen worden seien. Mehr zur Bilanz des VDV zum 9-Euro-Ticket findet ihr hier.
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