9-Euro-Ticket: Bereits über 16 Mio. mal verkauft

Bereits am 1. Juni 2022 hatte man den Wasserstand vermeldet: 7 Mio. 9-Euro-Tickets seien bereits in Deutschland verkauft worden. In unserer Monats-Umfrage könnt ihr auch direkt angeben, ob ihr zugeschlagen habt. Nun teilt der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) laut dem ZDF mit, dass es mittlerweile über 16 Mio. verkaufte Tickets seien.

Dazu kämen aber noch mindestens 10 Mio. Tickets von Menschen, die z. B. Jahrestickets nutzen, welche für die Monate Juni, Juli und August dann ebenfalls als 9-Euro-Tickets gelten. Die Betroffenen erhalten eine entsprechende Verrechnung. Aktuell sei wahrscheinlich, dass man somit die prophezeite Zahl von 30 Mio. Nutzern pro Monat erreichen werde.

Das Ziel der Bundesregierung: Verbraucher angesichts der hohen Inflation entlasten und die Attraktivität des ÖPNV aufzeigen. Kritiker bezweifeln allerdings, dass dieses Vorhaben nachhaltig wirken wird. So rechnet man damit, dass viele Menschen das 9-Euro-Ticket für Reisen und Ausflüge nutzen werden, nach dem Auslaufen des Angebots aber wieder verstärkt den Individualverkehr beanspruchen dürften. Für eine dauerhafte Verkehrswende bräuchte es nicht nur günstigere Preise, sondern auch bessere Verkehrsanbindungen bzw. eine Erweiterung des Streckennetzes. Das wurde, z. B. bei der Deutschen Bahn, aber seit Jahrzehnten ab- statt ausgebaut.

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Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden.

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57 Kommentare

  1. Freude beim VDV, denn die verkauften und nicht genutzten 9€-Tickets spülen ordentlich Geld in die Kassen der Verkehrsunternehmen.

    • Klar. Glaubst doch selber nicht, dass Verkehrsunternehmen wie Bus und Bahn damit Gewinn machen. Würde eher sogar Verlust sagen.

      • @Steffen
        Von „Gewinn machen“ war keine Rede. Aber jedes verkaufte 9€-Ticket das nicht genutzt wird finanziert die genutzten 9€-Tickets mit. Darüber können sich doch die Vorstände der Verkehrsunternehmen freuen. Auch ÖPNV-Nutzende die „gebeten werden“ aus dem übervollen Verkehrsmittel auszusteigen helfen mit. Aber da es da mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit keine Statistik geben wird, möchte man vom Bunde – respektive den Steuerzahlende- den vollen Ausgleich für verkaufte 9€-Tickets bekommen. Ach und nicht zu vergessen, die meisten Fahrgastrechte sind beim 9€-Ticket nicht anwendbar.

      • Ich liebe es wie naiv manche doch sind. Was meinst du eigentlich wer das refinanziert? Du! (Sofern du Steuerzahler bist)

        Die Verkehrsunternehmen bekommen etliche Milliarden an Steuergeldern vom Staat spendiert die DU wiederum, in ein paar Jahren mit neuen Steuern und Steuererhöhungen, an den Staat zurückzahlst. Und das schöne ist: Selbst dann wenn du das Ticket gar nicht genutzt hast. Tolle Sache, oder?

        So funktioniert unsere Plutokratie, irgendwann kapiert es auch der letzte.

        • Ich empfehle dir dringend den Artikel des nicht gerade als autofeindlich bekannten Handelsblatt. Vielleicht kapiert es dann auch der Letzte?
          https://www.handelsblatt.com/mobilitaet/motor/autokosten-parkplaetze-strassenbau-umweltschaeden-so-teuer-sind-autos-fuer-die-gesellschaft/28030728.html

          • Das „nicht gerade als autofeindlich bekannte Handelsblatt“ hat da das gemacht, was gute/seriöse Journalisten früher immer taten: Neutral über ein Ereignis (hier: Veröffentlichung einer Studie (in Zahlen: 1 Studie)) berichtet.

            Es macht sich den Inhalt der Studie nicht zu eigen und wertet sie auch nicht.
            Wie ’seriös‘ die Studie ist kann man aber daran erkennen, dass sie „Umweltschäden“ mit einpreist (eine eigene Meinung zur Wahrheitsnähe solcher Berechnungen kann man sich z.B. extinctionclock.org bilden).
            Ansonsten fehlen im Artikel alle relevanten Angaben wie Finanzierung der Studie, genaues Setup, Rechenmethoden, Wertung/Wichtung der Teilergebnisse, … Was die Studie taugt kann man deshalb erst nach eingehender Prüfung sagen.

    • Ich zahle normalerweise 185 Euro für mein Monatsticket. Klar freuen die sich darüber, dass es momentan nur 9 Euro sind…

    • Also mit dem 9€ Ticket wird natürlich ordentlich Umsatz generiert, aber Gewinn bleibt da keiner.
      Die Frage für ein dauerhaftes Angebot wird eher sein, mit welchem Preis finden sich genügend Interessenten ohne Unmengen an Steuermitteln zu benötigen. Und da landet man eher bei einem 3€ pro Tag Ticket wie in Österreich dem 1000€ pro Jahr Klimaticket. Zudem kann dort das Klimaticket steuerfrei vom Arbeitgeber gestellt werden, wie es hierzulande schon einige Firmen mit Jobtickets für Mitarbeiter machen.

      • Wie definierst du für dich Unmengen? Der Bunde zahlt 2,5 Milliarden zusätzlich für das 9 Euro Ticket über drei Monate. Das wären 10 Milliarden jährlich und ist nicht unbezahlbar, sondern sogar recht einfach zu finanzieren, würde man Subventionen für Diesel streichen oder Dienstwagen-Privilegien abschaffen. Das ist eher eine Frage des politischen Willens als der Finanzierbarkeit.

        • Der vor Kenntnis der tatsächlichen Nutzung festgelegter Betrag ist eine reine Milchmädchenrechnung, die man nicht seriös nutzen kann, um Kosten zu extrapolieren.

          • Das ist natürlich Quatsch. Der reale und der geschätzte Wert werden sicherlich differieren, aber eine auf Umfragen und Hochrechnungen basierte Ausgleichszahlung ist deswegen noch lange keine Milchmädchenrechnung, sondern ein guter Näherungswert.

    • Die Tickets sind hochgradig subventioniert mit Steuergeldern.

  2. Sitze gerade im Bus, den ich ohne 9€ Ticket nicht nutzen würde. Den regulär würde ich die einfache Fahrt 5,60€ zahlen. Da wäre das Auto trotz 1,90€ pro Liter Benzin günstiger.
    Ich werde das 9€ Ticket vermissen.

    • Es wird gemunkelt, viele 9€-Fahrten seien ‚unnötige‘ Fahrten (Fahrten, die man sich zu höherem Preis nicht gönnte).
      Man müsste deshalb mMn auch den Faktor „Zugewinn an Mobilität/Lebensqualität“ in die Kosten/Nutzenrechnung einbeziehen (ergebnisoffen: Vielleicht sagt man ja auch „So viel ist es uns als Gesellschaft nicht wert, dass die Einkommensschwächeren mobiler sind.“)

  3. Ich werde die Option vermissen einfach Deutschlandweit, zu fahren ohne an Tickets zu denken. Einfach ein Ticket für ganz Deutschland sowas in erschwinglischen Preisen sollte bestehen bleiben.

    • Und zahlen sollen es die anderen und Freibier sollte immer verteilt werden.

      • Das Autofahren bezahlen doch auch alle, durch diverse Subventionen, die wiederum aus Steuergeldern finanziert werden. Warum also nicht der ÖPNV?

        • Ich denke, dass die Autofahrer schon einiges selbst bezahlen: MWST beim Kauf, KFZ-Steuer und dann natürlich das Geld, was an der Zapfsäule rein kommt (Für Benzin, ohne die derzeitige Steuersenkung: 65,45 Cent/Liter, CO2-Preis 7,20 Cent/Liter, Erdölbevorratungsabgabe 0,27 Cent/Liter + Mehrwertsteuer 19 % vom Netto-Verkaufspreis).
          Und, zumindest in (kleineren) Großstädten wie Freiburg oder Karlsruhe, wurde das Anwohnerparken so verteuert (360€ FB, 180€ noch in KA, dann auch 360€), dass der, zumeist eh nicht vorhandene, Parkplatz dicke bezahlt ist. Das sagt die Stadt KA selbst.

          • Wie viel kosten so 2-4 qm Grundstück in Karlsruhe so?

            • Die Stadt KA hat es berechnen lassen und kam auf die 180€ für Bereitstellung und Pflege/Bodenbelag. Allerdings gibt es pro Stellplatz ca. 3 Ausweise. Somit sind es jetzt schon pro Stellplatz 540€ und in 2 (?) Jahren dann 1.080€. Auf ein paar Jahre gesehen sollte das den Grundstückspreis locker reinholen.

              • Na dann kauf dir doch einfach etwas Land und park immer da 😉

              • Das Argument „Flächenverbrauch“ wird ja von den Gegnern individueller Mobilität oft/gerne angeführt. Hätten Sie deshalb bitte eine Quelle zur Karlsruher Berechnung der Parkplatzkosten?

                • Ich habe nur die Berichte über die Debatte/Abstimmung im Gemeinderat samt Begründung für die Erhöhung gelesen. Das war entweder bei BNN.de, ka-news.de und/oder regio-news.de .

      • Ist doch mit den Straßen und Autobahnen in Deutschland nicht anders, oder glaubst du etwa, dass das alle via KFZ Steuer finanziert wird?

    • Meine Hoffnung ist, dass das jetzt nur ein Testlauf ist, um es dann später tatsächlich dauerhaft einzuführen. Ob komplett kostenlos oder für einen tatsächlich erschwinglichen Preis (um die 30 Euro im Monat wären schon interessant), ist natürlich ein anderer Punkt.

      • Erschwinglich und 30€ in einem Satz…
        Das passt nicht. Armutbetroffende können sich gerade mal so das 9€ Ticket leisten

        • Ich halte das schon für erschwinglich. Im Vergleich zu aktuellen Preisen wäre das ja eher die Hälfte oder gar noch viel weniger.
          Außerdem würde es auch weitere Fahrten erlauben, was sicherlich auch ärmeren Personen entgegen kommen würde.

          Natürlich gibt es immer Härtefälle und da könnte man bestimmt auch über ein kostenloses Ticket sprechen. Das muss aber nicht jeder haben.

          Die Alternative wäre kostenloser Nahverkehr für alle. Dann würden es in Endeffekt auch die Steuerzahler tragen.
          Das ist trotzdem ein interessantes Gedankenexperiment, das wäre dann quasi analog zu einer Krankenversicherung ein „gesetzlicher ÖPNV“. Wer reicher ist, kann erste Klasse fahren (oder eben Auto). Wenn das auch ländliche Gebiete besser anbinden würde, vielleicht eine Option.

        • Informier dich mal, wie teuer aktuell Monatskarten sind, du wirst dich wundern. Für 30 Euro kriegst du in vielen Gegenden vielleicht gerade mal eine Wochenkarte, wenn du Glück hast.
          Und Armutsbetroffene können die Tickets gerne bezahlt bekommen, damit hätte ich überhaupt kein Problem.

        • Das stimmt, aber dann müssen die Länder das nochmal quer-subventionieren

        • Erschwinglich heißt nicht, dass es sich jeder leisten kann, sondern dass es für die Person die etwas als erschwinglich bezeichnet zu einem vertretbaren Preis verfügbar ist.

        • Das kommt sogar günstiger am Ende mit der quer-Subventionierung weil die jetzt mehr an Ausgleich an die Verkehrsunternehmen zahlen. Mit einem
          30€ Ticket kommen die billiger weg

        • Im letzten H-IV-Regelsatz (2021, 445€ p.M.) waren 40,01€ für „Verkehr“ vorgesehen.
          Somit wären 30€ Ticketpreis auch für Hartzer absolut zumut- und bezahlbar.

  4. „Aktuell sei wahrscheinlich, dass man somit die prophezeite Zahl von 30 Mio. Nutzern pro Monat erreichen werde.“
    Oh Gott, ich hoffe doch das es keine 30 Mio werden… als Pendler bin ich jetzt schon genervt von den übervollen Zügen… Ich bin ja für ÖPNV und weniger Autoverkehr.. aber da muss man bei der Infrastruktur anfangen, so das die hohe Auslastung auch verkraftet werden kann ohne das jede Fahrt zur Tortur wird.
    Dazu kommt, wie ich neulich gelesen habe: HartzIV-Bezieher werden mal wieder Opfer der harten deutschen Bürokratie. Offenbar drohen hier nämlich (in einigen Bundesländern) Rückzahlungen… d.h. die, die es am nötigsten haben, haben mal wieder nix davon. Sozialstaat, das ich nicht lache.

    • Rein Rechtlich ist das nicht möglich, denn Hartz4 Bezieher bezahlen das Ticket vom Regelsatz. Und ein ÖPNV Ticket vom
      Regelsatz zu kaufen ist keine Pflicht. Das hat keinerlei rechtliche Basis, sollte meiner Meinung mit Bußgelder ab die jeweilige Ämter eingestellt werden

  5. Ich habe den öffentlichen Nahverkehr für die tägliche Fahrt von und zur Arbeit vier Jahre lang genutzt. Das finanzielle war nicht ausschlaggebend. Aber die vielen Verspätungen, Zugausfälle mangelnde Flexibilität und dadurch Zeitverlust hab mich wieder aufs Auto umsteigen lassen. Da helfen auch keine neun Euro Tickets.

  6. Auch in nur 3 Monaten kann Gewohnheitsrecht entstehen. Das Resultat daraus sollte ab September klar sein: 9€ dauerhaft und für immer!

    • Eine völlig unbelegte Behauptung wider die hM, der ich „Nein“ erwidere.
      Das Resultat daraus sollte ab September klar sein: 9€ waren ein netter Sommergag!

  7. Hier sind die Züge gnadenlos überfüllt und Pendler werden aus dem Zug gebeten, um Platz zu schaffen. Ich habe das Ticket für Juni gekauft, aber noch nicht genutzt. Das Thema ist für mich durch, die Attraktivität des ÖPNV für mich gesunken.

    • Es ist aber wichtig, das der Bund sieht welche Strecken beliebt sind, denn es werden keine Strecken „so schnell wie möglich“ ausgebaut wenn die Kapazitäten ab dem 01.09. wieder ausreichen. Das muss weiter gehen und parallel zur Fahrgastzahl ausgebaut werden. Außerdem darf man nicht bedenken, das manche Züge mit weniger Waggons auf die Schiene geschickt wurden und ausgefallene Züge mit EIN Zug ersetzt wurden, das ist hausgemacht

  8. Das 9 Euro Ticket ist eine Erfolgsgeschichte, die ab dem 1. September entweder weitergeführt werden muss dauerhaft oder ab den 1. September eine andere dauerhaft günstige Variante eingeführt wird, damit wir genau JETZT die Chance nutzen, die neuen Ticketinhaberinnen und Ticketinhaber nicht zu verlieren. Wir dürfen den Schritt nicht wieder zurück machen!
    Ich sag mal, jeder Zahl 30€ für einen Deutschlandweit nutzbares Nahverkehrsticket, so hat der Bund auch mehr finanziellen Spielraum zur Subvention. Ich halte das für einen groben Fehler, erst nach einer Lösung zu suchen, wie es im Deutschen ÖPNV weitergeht, wenn das Ticket beendet ist. Deutsche Logik, keine gute Logik!

    Das muss man sich mal vorstellen, 16 Millionen Tickets PLUS (die Abos von 10 Millionen nicht eingerechnet)

    • Sorry, aber nach den paar Tagen nach Einführung des 9€-Ticket von einer Erfolgsgeschichte zu schwadronieren halte ich für ziemlich vermessen. Warten wir doch mal ab was am Ende davon übrig bleibt. Frustrierte ÖPNV-Kunden haben wir ja schon. Hohe Belastung der Verkehrsunternehmen (angeblich) und des Steuersäckel haben wir auch schon. Ob die Mehrzahl der ÖPNV-Nutzenden sich ohne 9€-Ticket für einen dauerhaften Umstieg entscheiden wird, steht in den Sternen. Den Erfolg allein am Preis und an den verkauften Tickets festzumachen, halte ich für ziemlich sinnfrei. Die Zahl derer die ein Ticket erworben haben und es NICHT nutzen wird ja nicht ermittelt. Die Schlagzeile ist Blendwerk vom Feinsten für den Deutschen Michel.

      • Natürlich werden die sich nach der Aktion NICHT dafür entscheiden, weils Wucher ist, was die für ein Monatsticket haben wollen. Da würde ich ganz sicher mir lieber ein Auto finanzieren statt bei diesen Mondpreisen den ÖPNV zu nutzen, aber es gibt ja bereits 10 Millionen Abonennten, das war ja allen nicht klar, das es bereits so viele zahlende Kunden gibt.

        Und stressanfällige Menschen sind für diesen Beruf sowieso nicht gemacht, also soll das Personal, das übernäßig zu Stress tendieret, sich nen anderen Job suchen.

        Frustierte ÖPNV-Kunden gibt es schon seit 40-50 Jahren, also nichts Neues.

        Aber erzähl du mir mal, wie schlau du bist

        • @Klaus
          Warum gleich persönlich werden, wenn jemand anderer Meinung ist?
          Du sagst das 9€-Ticket sei eine „Erfolgsgeschichte“ und ich sage, es ist zu früh um das so darzustellen. Da gehen dir die Argumente aus, denn die 10 Millionen Abonnenten sind keins, und du konterst mit persönlichem Angriff.

          Ein attraktiver ÖPNV, der zum Umstieg bewegt, kann nicht allein am Ticketpreis festgemacht werden. Verfügbarkeit, Komfort, Sauberkeit und viele andere Dinge kommen hinzu. Das Ganze muss schlussendlich auch finanzierbar sein.

  9. Sohnkarlsruhe says:

    Das beste was die Politik gemacht hat seit EU Roaming:-)

  10. Ich habe es für mich und meine Frau bereits im Mai gekauft und bin schon zweimal damit gefahren. Meine Frau noch gar nicht. Nächstes mal werde ich am kommenden Montag zweimal fahren.
    Der halbe Monat ist schon um, ein normales Viererticket wäre bisher günstiger gewesen, dem Home-Office und Onlinehandel sei Dank.

    Apropos, letzten Freitag bin in einem RE gefahren. Da sass so ein Mädel und hat in Social Media Audio oder Video gepostet, etwa „Züge sind überfüllt, kein Sitzplatz frei, blabla“ und hat dabei auch den Abteil „unauffällig“ gefilmt.

    Na ja, was kann ich sagen. Überfüllt heißt für mich was anderes.

    Vor Corona war dieser Zug, mit dem ich fast jeden Abend aus dem Büro nach Hause gefahren bin, wirklich überfüllt, und zwar dass man sich in den Zug fast reinpressen musste und die ganze Zeit während der Fahrt mit seinem Körper bis zu fünf fremde Menschen gleichzeitig berühte.

    • Du fährst „fast jeden Abend mit dem Zug aus dem Büro nach Hause“, hast das 9-Euro-Ticket aber erst zweimal genutzt?

      Du erzählst von Fahrten im RE und meinst ernsthaft, ein „normales Viererticket“ wäre billiger gewesen als ein 9-Euro-Ticket?

      Klingt irgendwie alles ein bisschen widersprüchlich und ausgedacht, nichts für ungut.

  11. Ich probiere es zum Pendeln aus, allerdings nur wegen des Preises. Nach den 9 EUR wird es wohl wieder das Auto werden.

    Mit dem Auto bin ich für die 50km ca. 55 Minuten unterwegs.
    Mit der Bahn alleine Bahnhof -> Bahnhof knapp ne Stunde auf direktem Wege, was noch ok wäre. Dann zum oder vom Bahnhof, was in der Stadt eher spannend ist, weil die Busse eine halbe Stadtrundfahrt machen.

    Alternative ist das Rad, durch die 6 EUR (zukünftig ja wohl 9 EUR) wird der Spaß noch teurer. Am Ende des Tages ist die Bahn um einiges teurer als das Auto, von dem Komfortverlust der Flexibilität rede ich noch nicht mal.

    • Natürlich ist die Bahn nicht teurer als das Auto. Das mag höchstens so sein, wenn man viele Kosten geflissentlich übersieht. Allein für den Anschaffungspreis eines günstigen Autos kann man sich Jahreskarten im Nahverkehr für 10 Jahre kaufen. Ich fahre auch gerne Auto, weil es bequemer ist, immer verfügbar (außerhalb Berlins oder Hamburgs fährt halt unter Woche schon gar nichts mehr nach 1 Uhr), auch in entlegene Gegenden kommt und nicht ständig ausfällt. Dass das bei einer ehrlichen Kalkulation, die die Anschaffungskosten, Wertverlust, Verschleiß und Reparaturen mit einbezieht billiger wäre, halte ich doch für lebensfremd.

      • Naja, ein eigenes Auto besitzen und es jederzeit benutzen zu können. ist ein schlagkräftiges Argument gegen den ÖPNV. Man darf es nicht nur am Preis und den Kosten festmachen. Ein Haus oder eine Wohnung zu besitzen ist ja auch besser als ein Leben lang zur Miete zu wohnen. Bei der eigenen Immobilie kommt auch neben den Anschaffungskosten noch was drauf. Ist es dann auch „lebensfremd“ zum Immobilienbesitz zu raten?

        • All diese Argumente stehen doch bereits in meinem Kommentar und ich hab sogar selbst gesagt aus welchen Gründen ich gerne Auto fahre. Es gibt einzig und allein um die Kostenfrage. Ich verstehe die Stoßrichtung nicht, wenn du nur wiederholst, was ich bereits geschrieben hatte.

    • Ich warte ja drauf, dass mir mal jemand vorrechnet, wie er für die 60 bis 80 Euro, die so ein klassisches ÖPNV-Monatsabo kostet, werktägliche 50-Kilometer-Fahrten zum Arbeitsplatz hin und zurück samt Sprit, Steuer, Versicherung und anteiligen Reparatur-, Instandhaltungs und Anschaffungskosten für das Auto finanziert.

      Ich hoffe, über die Behauptung, die Bahn sei um einiges teurer als das Auto, musst du wenigstens selbst lachen.

      • Ich pendle nicht jeden Tag, ich pendle 2x die Woche. Da lohnt sich weder ein Monats- noch ein Wochenticket. Da muss ich den normalen Preis zahlen. Ich habe auch nie behauptet, dass meine Erfahrung für alle gilt.

        Auto ist ja für gewöhnlich vorhanden, wenn man nicht gerade Downtown Berlin oder Hamburg wohnt. Für gewisse Sachen geht es nicht ohne Auto (z.B. mein Sport ist 22 Uhr zu Ende, da fährt kein Zug mehr). Und wenn ich 0,35 / km ansetze, ist die Bahn immer noch teurer. Nicht jeder fährt ein neues und/oder modernes Auto. Das senkt die Unterhaltskosten nicht unerheblich.

      • Für eine Strecke von 50 km (eine Richtung) nur 60 bis 80 Euro zu bezahlen, kriegst du aber vermutlich auch nur in den wenigsten Gegenden hin. Als Beispiel in Hannover bist du dafür schon mal rund 100 Euro los. Hast du Pech und wohnst außerhalb der Region Hannover, geht es bis rund 170 Euro. Und das sind die Abo-Preise. Monatskarten einzeln gehen hier bis zu 200 Euro.
        Und Steuer, Versicherung und Anschaffungskosten kriegt man nicht erstattet, wenn man mit der Bahn fährt. Heißt, die darf man nur mitrechnen, wenn man komplett auf das Auto verzichtet, was in den meisten Fällen eher unwahrscheinlich ist.

        • Ich habe gerade mal die Preise angesehen. 203,40 EUR im Abo, 248,80 EUR ohne Abo für eine Monatskarte. Plus 40,50 € der Bus am Zielort. Die 80 EUR sind hier völlig utopisch.

          • Die Kostenvergleiche Auto vs. ÖPNV sind doch sinnlos. In den meisten Haushalten ist das Auto schon vorhanden. Anschaffung, Unterhalt, Steuer und Versicherung sind „eh da“-Kosten. Soll man darauf noch die Kosten für den ÖPNV draufsatteln oder gar das Auto verkaufen und sich abhängig machen? Im Prinzip müsste der ÖPNV kostenfrei zu nutzen sein, damit das Auto stehen bleiben kann.

            • Ob nun neun Euro oder kostenfrei dürfte keinen signifikanten Unterschied machen. Autofahren ist mega bequem und zeitlich flexibel. Das kann der ÖPVN grundsätzlich nicht schlagen. Wenn der politische Wille vorhanden ist, dann wird es nur darüber gehen Autofahren zusätzlich weniger attraktiv zu machen. Über eine City Maut etc. Ich würde auch nicht behaupten, dass man nur in Berlin oder Hamburg ohne Auto auskommt. Im Grundsatz gilt das für alle deutschen Großstädte. Ich lebe in Berlin und Nürnberg und auch in Nürnberg ist das ÖPVN sehr gut ausgebaut inklusive U-Bahn. Und auch hier habe ich jede Menge Menschen im Freundeskreis, die kein Auto besitzen oder es nur für Fahrten ins Umland oder den Eltern verwenden.

              • Ach, für die Fahrten ins Umland muss man das Auto benutzen? Dafür muss man entweder ein Auto besitzen oder ein vernünftiges Car-Sharing Angebot verfügbar haben. Das Auto ist ein Fahrzeug und kein „Stehzeug“. Mit jedem gefahrenen Kilometer sinken die Fixkosten. So hoch können die Spritpreise gar nicht werden, dass eine Mehrheit der Bevölkerung gänzlich auf’s Auto verzichtet. Selbst wenn man für die ÖPNV-Nutzung entlohnt würde, es würde sich nichts ändern.

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