9-Euro-Ticket: Bahn setzt bislang 50 zusätzliche Züge ein

Das 9-Euro-Ticket gilt für viele als großer Erfolg – doch wie es weitergeht, steht noch in den Sternen. Wer sich einmal angeschaut hat, wie viele Verbünde und Tarifstufen und -optionen es in Deutschland gibt, der kommt nicht umhin, sich eine Vereinfachung zu wünschen.

Mittlerweile gibt’s auch Informationen darüber, wie viele Bahnen die DB zusätzlich eingesetzt hat – man hätte vermutet, es wären vielleicht mehr – aber das bildet ja auch nur die Deutsche Bahn ab, nicht die ganzen Verbünde.

Nach Auskunft der Deutschen Bahn AG sind alle Anstrengungen unternommen worden, sich auf das Fahrgastwachstum im Zusammenhang mit dem 9-Euro-Ticket vorzubereiten. Das teilt die Bundesregierung in ihrer Antwort auf eine Anfrage der CDU/CSU-Fraktion mit.

Seit dem 1. Juni 2022 setze die DB Regio AG wegen der verstärkten Nachfrage mehr als 50 zusätzliche Züge ein, heißt es. Damit stünden rund 250 zusätzliche Fahrten und täglich rund 60.000 Sitzplätze mehr in den Regional- und S-Bahn-Zügen zur Verfügung. Mit den zusätzlichen Verkehrsleistungen würden insbesondere die touristischen Strecken und erwarteten Brennpunkte verstärkt.

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29 Kommentare

  1. Man müsste mal außerhalb der Ferien einen Monat testen zb im November ob es sich da anders verhält

    • Nein, man müsste es „testen“, indem man es DAUERHAFT macht. Wenn man sowas nur drei oder sogar nur einen einzigen Monat macht, wird niemand auf ÖPNV statt Auto etc. umstellen und entsprechend gibt’s auch nicht sehr große Änderungen.
      Du verkaufst schließlich auch nicht dein Auto und nimmst nur noch die Bahn, nur weil dir jemand eine einzige Monatskarte schenkt.

      • Es wird ein Traum bleiben eingefleischte Autofahrer:innen zum dauerhaften Umstieg auf den ÖPNV zu bewegen. Selbst wenn der ÖPNV kostenlos angeboten würde, es gäbe nach wie vor Menschen die dem Auto den Vorzug geben. Einer Verteuerung der Automobilnutzung sind Grenzen gesetzt. Werden diese überschritten schadet es der Gesamtwirtschaft.

        • Das hat nichts mit „eingefleischt“ sein zu tun. Sehr viele Leute WÜRDEN sofort umsteigen, wenn es eben Sinn machen würde – und das ist bei 1-3 Monaten einfach nicht der Fall.
          Die meisten Menschen nutzen das Auto, weil es am schnellsten und (idiotischerweise) günstigsten ist. Nicht weil sie Autofahren ach so krass geil finden und für sie nichts außer einem 2-Tonnen Metallblock als Transportmittel in Frage kommt.

          • >>Sehr viele Leute WÜRDEN sofort umsteigen,..

            Das halte ich für eine Geschichte aus der Traumwelt der Ökos und Klimaschützer. Vielleicht gehöre ich auch nur zu einer Generation für die der Führerschein und das eigene Auto eine der wichtigsten Errungenschaften im Leben waren. Für mich persönlich ist Auto fahren immer noch „krass geil“!

        • Die allerwenigsten Autofahrer nutzen dieses weil sie so gerne Auto fahren. Wenn es entsprechende Alternativen gäbe, und zwar echte (!) Alternativen würden diese auch von der Mehrzahl genutzt.

          Und nein 2-3 Stunden ÖPNV vs. 30 Minuten mit dem eigenen Auto sind keine echte Alternative.

      • So, wie man das „bedingungslose Grundeinkommen“ in Finnland von vorne herein mit einer auf zwei Jahre begrenzten Zeit „erprobt“ hat um sofort zu jubeln, welcher tolle Erfolg die Nummer war?

        Immer so, wie es gerade passt, was?

      • Genau das ist der Punkt.

        Aus dem Grund sind auch die ganzen Studien zum bedingungslosen Grundeinkommen wertlos. Wenn mir jemand nur 1 Jahr lang jeden Monat 1.000 Euro schenkt, dann freue ich mich da zwar drüber aber ändere natürlich nichts grundlegend da ich genau weiß, dass die Einnahmen nach 12 Monaten wieder wegfallen.

        • GooglePayFan says:

          Hinzu kommt der so genannte Hawthorne-Effekt. Die Studienteilnehmer wissen, dass ihr verhalten darüber entscheiden kann ob ein Bedingungsloses Grundeinkommen kommt oder nicht und verhalten sich dann extra vorbildlich, also so wie sie denken, dass es der Beobachter wünscht.

          Die ganzen so genannten Studien dazu sind also von vornherein zum Scheitern verurteilt.

      • Das ist doch Unsinn. Als Autofahrer gehst du kurz zum Automaten, holst dir das Ticket und fährst los. Die 10€ tun niemanden weh. Es war also schon ab Tag 1 die Möglichkeit für jeden Autofahrer da direkt das Vehikel Bahn oder besser gesagt ÖPNV zu testen. Das Auto wäre wohl nicht verrottet. So sehr man das als Erfolg verbuchen will, währen nur 10% aller Auto-Pendler zur Bahn gewechselt wären die Züge dauerhaft und immer voll gewesen. Es bedarf keiner längeren Tests dafür. Du hast immer einen Satz Menschen die wankelmütig ist und sich vom 9€ Ticket überzeugen lässt, dann hast du bestimmt eine ganze Menge Menschen die überredet werden kann weil ihr Auto zu teuer wird, aber ich behaupte den überwiegenden Teil der jetzt nicht ÖPNV fährt wirst du nicht einsammeln. Und ehrlich gesagt sehe ich auch nicht ein, warum ich indirekt irgendwelche Städter mit einem 9€ Ticket durchfinanzieren sollte. Bahnkunden sollen das bezahlen was das Gesamtkonstrukt ÖPNV auch an kosten verursacht.

  2. 50 mehr Züge sind eigentlich eine Menge wenn man eben bedenkt, dass das ganze nur 3 Monate gemacht wurde und man entsprechend keine neuen Züge für sowas herstellen / zukaufen kann.
    Wenn man das Ticket endlich verdammt noch mal dauerhaft bringen würde – was sehr wohl finanzierbar und auch FAIR wäre – dann könnten sie auch noch deutlich mehr Züge einsetzen, weil es eben langfristig ist.

    • Naja, diese 50 zusätzlichen Züge hat DB Regio vermutlich nicht für lau eingesetzt. Irgendwer muss die ja bestellt haben. Und wie im ÖPNV üblich heißt es, „Wer bestellt bezahlt!“

  3. Die Zahl der zusätzlichen Züge hat mich erstaunt. Hier fallen alle Nase lang Züge wegen technischem Defekt (oder auch Personalmangel) aus. Wo kamen die Züge denn her, warum stehen sie sonst offenbar nicht zur Verstärkung oder als Ersatz zur Verfügung?

    • Naja das Zugthema ist schon ein sehr spezielles. Für jeden extra eingesetzten muss mit dem zuständigen Besteller verhandelt werden ob und wie man den fahren kann.
      Dazu kommt, dass ein einfaches tauschen oft nicht möglich ist. Die Sbahn in Leipzig wird komplett von der DB betrieben und haben genau die gleichen Züge. Da das Netz allerdings in zwei Teilen vergeben wurde hat die eine Hälfte rote und die andere Hälfte grüne Türen. Wenn alle Züge mit den roten Türen ausfallen würden würde der Betrieb auf dem der grünen normal weiterlaufen und bei den roten nichts mehr fahren, da ein einfaches Ausleihen rechtlich nicht zulässig ist…

  4. Ich finde im Titel das „Bahn“ sehr unschön, vor allem, weil es dann auch noch im Artikel selbst eine andere Bedeutung hat (im Titel als umgangssprachliche Abkürzung für die Deutsche Bahn AG, im Artikel als Synonym für Züge).
    Schöner fände ich im Titel „Deutsche Bahn …“, korrekter wäre aber DB Regio AG, weil ja explizit nur diese, nicht aber andere Gesellschaften der DB gemeint sind.

    Soviel Anmerkung zum Titel.

    Ansonsten danke, dass hier immer mal wieder über den Tellerrand geschaut und über andere Themen berichtet wird.
    Ist ein cooles Blog, das ich gerne lese.

  5. Nicht Verbünde fahren mehr Züge die bestellen sie beim Verkehrsunternehmen z. B. SWEG.

    Aber diese 50 zusätzlichen Züge sollen jetzt so klimaschädlich gewesen sein? Da lachen ja die Hühner…

  6. ich weiß echt nicht, was ich von so einer Meldung halten soll. „Wegen Personalmangel“ ist seit Mitte Juli die S6 in NRW eingestellt. Die ergänzt zusammen mit einer anderen Bahnlinie den Takt auf 10 Minuten. D.h. seit einem Monat gibt’s hier „nur“ einen 20 Minuten Takt. Weiterhin so geplant bis 19.09.
    Aber klar, die ausgefallenen Bahnen zählen ja auch nicht in die Verspätungsstatistik…

  7. GooglePayFan says:

    Im letzten Thread haben doch mehrere Leute behauptet, dass 9-Euro-Ticket könnte die CO2-Emmisionen gar nicht erhöhen, weil bestimmt nicht mehr Züge fahren sind, da die Bahn keine Fahrzeug-Reserve hat.

    Und nun das???

    • Offensichtlich würden sie gebraucht sonnst wären sie nicht bestellt worden und haben dafür CO2 gespart für die wo nicht Auto gefahren sind.

      • GooglePayFan says:

        Nein, es gab eine Studie wonach das 9-Euro-Ticket offenbar zu vielen Fahrten geführt hat die sonst gar nicht stattgefunden hätten. Weder mit den Öffis NOCH mit dem Auto.

        Und deswegen hat das Ticket eher zu einem gestiegenem (!) CO2-Ausstoß beigetragen.

        • Es gibt bestimmt auch studien das Tickets von Billigfliegern dazu führen – das man fliegt obwohl man es nicht braucht. Jetzt Tagesausflüge die relativ günstig zu machen sind zu verteufeln passt ja auch nicht – das ist der run und das neue am 9 EUR Ticket gewesen. Ich hab auch eine Fahrt gemacht die ich sonnst nicht gemacht hätte in einer S-Bahn die sonnst eh gefahren wäre – dafür hab ich hunderte Fahrten vom Auto auf den Bus / Zug gelegt, das war sicher besser fürs Klima.

      • @Ipod: Ich bin wirklich mal auf die ersten Studien über den gesamten Zeitraum gespannt. Erste Ergebnisse zeigen ja, dass das Ticket seinen eingenen Verkehr generiert hat. Es sind also kaum PKW-Fahrten weggefallen. Dafür sind einfach mehr Menschen zusätzlich mit dem Zug gefahren. Dass das 9-EURO-Ticket CO2 spart, ist wohl eher Wunschdenken.

        • Erwiesenermaßen ist der Schadstoffausstoß eines Verbrennungsmotor auf der Kurzstrecke am höchsten. Genau diese Kurzstreckenfahrten hat das 9€-Ticket hervorgerufen. Deshalb kann es gar keine signifikante positive Auswirkung auf die CO2-Bilanz haben. Es ist vermutlich eher umgekehrt. Anstatt zum Bahnhof zu fahren, wär das Auto in vielen Fällen von touristischen Fahrten einfach stehen geblieben. Man sollte aber nicht vergessen, dass das 9€-Ticket nicht zur CO2-Einsparung sondern zur temporären finanziellen Entlastung konzipiert wurde.

  8. Hi, pendle aktuell mit dem ÖPNV vom Sauerland nach Dortmund. Falls die Monatskarte ab September für die ca. 50 km Strecke wieder 261,40 Euro kosten sollte, fahre ich wieder Auto. Maximal 99 Taler im Monat wäre mir das wert bei der aktuellen Situation. Aber für fast 300 Euro fahre ich dann doch lieber wieder mit dem Auto. Wie wäre es mit einem 69 Euro Ticket für den Nahverkehr und ein 9 Euro Sozialticket. Ein 200 Euro Ticket mit Freigabe für den Fernverkehr (IC / EC / ICE) fände ich auch interessant; zwar nicht fürs pendeln, aber für die Urlaubszeit. Ich kenne einige im Bekanntenkreis, die ggf. umsteigen würden. Mit der Abschaffung des Dienstwagenprivileges ließe sich zumindest ein Teil des ÖPNV finanzieren. Aber solange das Auto in der Politik Vorfahrt hat, wird das nichts mit der Verkehrswende.

    • Der ÖPNV ist wie ein Sumpf. Den kann man nicht finanzieren wie Dinge im eigenen Haushalt. Erst recht nicht wenn man an anderen Stellen das Geld herholen will. Die Verkehrswende ist eine Träumerei, nicht mehr und nicht weniger. Wir brauchen den Mix aller Verkehrsträger. Nur so ist die Wirtschaft am laufen zu halten. Wer denkt er könne einen dieser Verkehrsträger abschaffen, der gefährdet das Gesamtsystem. Dieses ständige Auto-bashing geht mir gewaltig auf den Senkel!

    • Der Budgettopf für die Bahn ist im Verhältnis zu dem was sie an Personen und Waren befördert unverhältnismäßig groß. Im Gegenzu wird die Autobahn die ein Vielfaches an Warenumschlag und Personen pro Kilometer Autobahn drüberrollen lässt von der Politik seit Jahren sträflich vernachlässigt. So sieht doch die Realität aus. Es zeigt sich doch schon daran dass die Politik mit 9€ Tickets aktiv Werbung machen muss um eine höhere Auslastung herbeizubeschwören. Soll ich mal umgekehrt eine Liste aufstellen wo die hohe Auslastung auf Autobahnen jeden Tag Milliardensummen verschlingt weil die LKW und Bürger im Stau stehen? Sowas wie das Kölner Kreuz ist doch stellvertretend für viele Autobahnabschnitte die mal irgendwann zweispurig in den 60er Jahren gebaut wurden und mit den Verkehrsmassen heute nicht mehr mithalten. Von der maroden Straßen/Brückeninfrastruktur ganz zu schweigen.

  9. Neben der Fortsetzung des 9-€-Tickets wäre ich für eine 9-€-Flatrate für Bier, am besten mit regelmäßiger Lieferung bis vor die Haustür. Wenn ich mir vorstelle, wie viele Leute dann nicht mehr mit dem Auto losmüssen um erst Bier zu kaufen und hinterher wieder das Leergut wegbringen, könnte das womöglich mehr CO2 einsparen als das 9-€-Ticket. Man könnte dafür auch Kooperationen mit den Brauereien eingehen und Sonderbiere auf den Markt bringen:

    „Klimabräu“ mit Gerste und Hopfen aus biologisch-nachhaltigem Anbau in klimaneutralen Mehrwegflaschen.

    „Friedensbier“ – gebraut garantiert ohne Einsatz russischen Gases.

    „Solidaritätsbock“, wird über eine Bierumlage von allen finanziert, damit sich keiner ausgenommen vorkommen muss.

    „Reaktor-Stoff“, mit 100% Atomstrom hergestellt und daher völlig CO2-frei. Bis auf die Kohlensäure halt.

  10. 50 Züge zusätzlich? Und das Personal kommt von den stillgelegten S- und RE Linien hier im Rheinland, die für Wochen gar nicht mehr fahren?? Angeblich wg „Krankheit“.

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