8 Technikriesen verbünden sich gegen die NSA

Edward Snowden hat es diesen Sommer geschafft, dass Konkurrenten an einem Strang ziehen. Die Enthüllungen über die NSA-Bespitzelungen sorgten nicht nur beim Endverbraucher für Entsetzen. Auch große Internet-Firmen leiden unter den Abhörmaßnahmen, das Vertrauen der Nutzer ist extrem wichtig für Dienste, die eine Speicherung persönlicher Daten voraussetzen. Deshalb haben sich Google, Facebook, Apple, Microsoft, Twitter, Yahoo, LinkedIn und AOL verbündet und fordern nun eine Reform der staatlichen Überwachung.

nsa

Ein offener Brief ging an Obama und den Kongress, Auszüge davon erscheinen als ganzseitige Printanzeige in der New York Times, Washington Post und anderen hochrangigen Printmedien. Die Forderungen und Prinzipien, die die Unternehmen von den Regierungen fordern, sind ebenso auf reformgovernmentsurveillance.com einsehbar. Gefordert wird eine Limitierung der Überwachung ebenso wie eine bessere Transparenz.

Ob dieser Versuch allerdings Erfolg bringen wird? Die Komplettüberwachung des Internets geschieht ja nicht erst seit ein paar Tagen. Und das Vertrauen der Nutzer ist wesentlich schneller verloren als zurückgewonnen. Momentan sieht es so aus, als wäre vor allem der Mangel an Alternativen verantwortlich dafür, dass überwachte Dienste weiter genutzt werden. Auch wenn es positiv ist, dass sich die Unternehmen augenscheinlich für die Nutzer einsetzen, müssten es doch genau diese Unternehmen sein, die eine solche Überwachung verhindern müssten.

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Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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15 Kommentare

  1. Nette PR-Aktion, aber natürlich geht’s hauptsächlich ums Geschäft. Vertrauensverlust ist eben Geldverlust.

  2. Klaus Dieter says:

    Ich denke nicht, dass die Rießen wirklich Geldverlust erlitten haben. Es gibt einfach keine ordentlich funktionierenden Alternativen (und bleibt mir weg mit diesen Bastellösungen – die nerven einfach nur). Ich glaube, dass es diese Firmen genau so nervt wie uns normale User überwacht zu werden. Keine Firma lässt sich gerne in die Karten kucken.

  3. Sicher, aber das wussten diese Firmen schon länger. Diese PR-Aktion kam erst, nachdem nun auch die Öffentlichkeit dank Snowden informiert wurde.

  4. Super das ganze, wenn die Abhängigkeit von den Carrier abhängig ist und dort greift doch jeder eher ab, wie ab Applikationsebene bzw. Server. Ich seh kein einzigen US Carrier welcher sich an der „PR“ beteiligt. Daher ist das ganze doch eh für die Tonne und PR Firmen freuen sich über das Budget 🙂

  5. Diese scheinheiligen [Böses-Wort]!
    Seit Jahren sind sie dabei und fischen fleißig für die NSA, jetzt wo es raus gekommen ist, rufen sie diese „tolle“ Aktion ins Leben um ihre Pfründe zu retten. Bähhh…
    Ich hoffe auf mehr Sensibilität seitens des Users, sowie auf schlaue Köpfe, die neue Dienste erstellen, die solche Stasimethoden³ im Keim ersticken. Cloud und Co. war und ist der letzte Dreck.

    PS: Herr Snowden hat den Friedensnobelpreis und einen Sack voll Geld verdient, der bis ans Ende seines Lebens reichen sollte.

  6. Bulli, die aktion hätten sie davor garnicht machen können, da ihnen sogar durch die nsa verboten wurde, über die überwachung selbst zu berichten, deshalb wird ja auch snowden verfolgt

  7. Und das Beste an der NSA ist, sie suchen Snowden wegen Landesverrat und behaupten gleichzeitig, daß er es erfunden hat.
    Wie auch immer, egal wer was aus welchen Gründen da jetzt macht, es ist gut, daß Druck aufgebaut wird. Mir ist es lieber, es tut sich das Richtige aus den falschen Gründen als das sich gar nicht regt.

    @Phadda: Was sind Carrier? Wenn Du Große der Branche meinst, schreib es doch einfach. Ein Carrier ist ein Träger und bestenfalls als Flugzeugträger bekannt.

  8. Man durft ja auch nichts sagen dazu, deshalb konnte man sich erst jetzt äussern.

  9. @Fraggle
    *Telefongesellschaften, die Betreiber von Telefonnetzen (Wenn das Netz auf eine bestimmte Stadtregion begrenzt ist, spricht man von einem „City-Carrier“.)*
    DTAG (Deutsche Telekom AG) ist auch Carrier, wie z.B. deren Webseite das Wort „Carrier“ enthält -> http://www.wholesale-telekom.de/services-and-loesungen/carrier-services-network.

  10. @Fraggle Pt. II
    Achja und Flugzeugträger != Carrier, da der korrekte Wortlaut „Aircraft Carrier“ wäre, siehe -> http://www.navy.mil/navydata/fact_display.asp?cid=4200&tid=200&ct=4 😉

  11. Sehr gut. Die Kunden der Firmen wollen Daten. Und die bekommen sie von uns Nutzern. Jetzt begreifen sie langsam, dass weniger Vertrauen auch heißt: weniger Daten. Und das heißt weniger zufriedene Werbekunden. Und das heißt weniger Gewinn.

  12. Drehtürprinzip 4 years Goverment/NSA 4 years It – Industrie / Contractor
    … Das System dort ist korrumpiert – und das so extrem, dass ich bezweifle, das die es jemals wieder hin bekommen. Amerikas Abstimmungen durch Fans gesteuerert von den „Quants“ mit Facebook und modernsten Marketing Methoden schafft den Agierenden Freiräume, wie in keiner anderen Demokratie. Freiheit hört eigentlich da auf, wo die eines Anderen anfängt – but not in American. Wenn dann auch noch Mandela ähnliche Ikonen Projektionsfläche anbieten, lassen sich auch Geheimgefängnisse, SignalKillings Tötungen per Algorithmen und Bewegungsprofile für die ganze Welt einführen und in die Demokratie integrieren.

    In 15 Jahten stimmen wir dann auch in Deutschland nach der Frisur ab – Markus Lanz vor Präsident? Weil er Paul Walker ähnelt? Obama/Mandela hat ja funktioniert – zwischendurch hatte man ja mit der Marke Kennedy, Obama experimentiert.

    Die It Industrie ist Amerikas Elite, doch es sind dann eher Leute, wie Jared Cohen und der CFR, die Politik machen

  13. Vor allem überwachen uns ja genau diese Unternehmen selbst
    sie wollen nur nicht, dass auch noch wer anders an die Daten kommt

  14. @ karlnielz:
    Geht das auch noch mal in verständlich?

  15. Tja, kann man mache nix, der Junge gefällt sich halt in seinem Verbal-Outfit 😉 .

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