5 Jahre Google+: Ich habe mich geirrt

google-plus-newVor fünf Jahren saß ich hier und habe über Google+ berichtet. Ich vermutete, es könnte das größte Ding seit Twitter oder Facebook werden. Ich habe mich definitiv geirrt. Google+ startete damals ambitioniert und machte vieles anders als der Wettbewerb. Doch manchmal hatte man das Gefühl, als entwickle man am Nutzer vorbei. Es wurde auf Teufel komm raus verzahnt und selbst ich hatte Schwierigkeiten durch alle Einstellungmöglichkeiten zu blicken. Google+ sollte die eierlegende Wollmilchsau werden, erinnerte mich dann irgendwann aber an „The Homer“. Etwas, in dem alles drin war – aber dennoch nur halbgar und irgendwie auch nicht schön zu benutzen. Man ist ja bei Google recht häufig eine Laborratte.

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Dies war offensichtlich nicht nur meine Meinung, sondern auch die vieler Benutzer und Google. Man riss Funktionen heraus und lagerte diese eigenständig aus. Geisterstadt – so nennt man Google+ seit Jahren. Damit hat man Recht und Unrecht zugleich. Wer sich nicht in das Netzwerk einbringt, nicht aktiv mitgestaltet, der wird Google+ eine Geisterstadt nennen können.

Ich für meinen Teil bin täglich auf Google+ aktiv. Für mich persönlich ist es das Contra-Netzwerk zu Facebook. Bei Facebook habe ich den privaten Kram, während ich bei Google+ den Austausch schätze. Ich bin in zahlreichen Communities bestimmter Apps, ich folge Entwicklern und anderen Menschen.

Die habe ich nicht bei Facebook als Freunde, meine Interessen sind hier eher thematisch gelagert. Letzten Endes ist es so: Man muss was draus machen. Wer seine Leute bei Google+ hat, der wird glücklich sein. Ist halt wie bei Messengern. Es nützt der tollste Messenger nichts, wenn du deine Leute nicht hast. In meinem persönlichen Dunstkreis nutzt übrigens niemand Google+ – aber würde ich danach gehen, wäre Snapchat auch ehr ein Flop.

Google probiert viel aus, was von vielen Nutzern immer als Negativpunkt angesprochen wird. Ist natürlich teilweise Blödsinn, denn man darf ausprobieren, muss ausprobieren. Freedom to fail. Wer nichts wagt, der nichts gewinnt. Scheiss drauf, ob Funktionen nichts bringen. Passiert anderen Firmen auch, ob Facebook oder Twitter.

Müsste ich auf ein Netzwerk verzichten – ja dann wäre es Google+ – ich kann mit Facebook und Twitter mehr anfangen.

Dennoch wäre ich traurig, wenn Google+ irgendwann einer Reinigungsaktion von Google unterliegen würde (als Blogger, also beruflich, auf keinen Fall privat). Ich persönlich glaube zwar nicht an diese, aber wer hätte gedacht, dass die den Google Reader absägen?

Google+ ist bislang als das große Ganze nicht die tollste Lösung, da habe ich mich vor fünf Jahren definitiv geirrt. Ich treffe ungerne Prognosen, warum, das zeigt dieser Beitrag.

Dennoch: Herzlichen Glückwunsch Google+! Auf die nächsten Jahre. Du bist eine nette Plattform für viele Entwickler und deren Anwender – was in Hinblick auf das Android-Ökosystem und die Apps nicht ganz unwichtig ist.

Und – wie schaut es mit deiner Meinung zu Google+ aus?

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Hallo, ich bin Carsten! Ich bin gelernter IT-Systemelektroniker und habe das Blog 2005 gegründet. Seit 2008 ist es Beruf(ung). Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Fan und Vater eines Sohnes. Auch zu finden bei Twitter, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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45 Kommentare

  1. Google+ ist meins, und das obwohl ich nicht der Nerd bin. Zu allen mich interessierenden Themen finde ich gut Gruppen. Hier fühle ich mich gut aufgehoben. Facebook könnte verschwinden, ich würde es nicht vermissen. Meine privaten Kontakte pflege ich da eher altmodisch – persönlich oder per Mail. Twitter? Na ja, manche Kurzinfos sind nützlich (Verkehrsbetriebe z.B.). Der meiste andere Spam sind Anreißer für Blogs.

  2. Nie das Bedürfnis gehabt, G+ zu nutzen.

    Und seitdem ein G+ Account Pflicht ist, um im Play Store Bewertungen schreiben zu dürfen, sind sehr viele Programme von mir unbewertet geblieben und Bugs nicht reportet worden. Super beispiel für die negativen Auswirkungen, die diese globale Verzahnung mit sich bringt.

  3. Bald kann Facebook umbenennen in „RentnerVZ“. 😉 Das Durchschnittsalter der Facebook-User wird immer älter, und die jüngere Generation interessiert sich nicht mehr für Facebook, sondern für andere Plattformen.

    Das weiß natürlich auch Mark Zuckerberg. Aber er hat schon so viel kritische Marktmacht, dass er sich die abgewanderten User mit seinen Milliarden einfach wieder zurückkauft, z. B. mit den Käufen von Instagram oder WhatsApp.

    Aber Google+ wird er nicht kaufen können. 🙂

  4. Ich persönlich nutze G+ jeden Tag. Einerseits als Informationsquelle für z.B. Caschys Blog. Andererseits als Spaßquelle. FB, Twitter & Co sind schon lange oder waren nie mein Ding. Ich persönlich ( das ist nur meine Meinung ) denke das die Leute bei G+, gewissenhafter mit Informationen umgehen und konsumieren und nicht jeden Beitrag mit hirnlosen Kommentaren unterlegen. Da soll sich jetzt hier bitte niemand angesprochen fühlen !!! Zumindest bin ich deshalb auch gerne bei G+.

  5. Wolfgang Denda says:

    Es mag an meiner Herangehensweise liegen, aber G+ und FB sind mir zu unübersichtlich und kompliziert. Lahme Animationen statt schnellem Zugang zu Nachrichten .

    Deshalb bevorzuge ich den Feedreader bei den mich interessierenden Unternehmen/Blogs/Webseiten und Twitter für Kurzinfos, da habe ich auch freie Clientwahl.

  6. G+ lebt für mich durch die Communities – wenn man da ein paar spannende Communities hat hat man auch Content. Auch für Fotos ziemlich cool – mit den ganzen Sparten-Communities bekommt man den Content auf einem – für mich – angenehmen Level aggregiert..

    Twitter grenzt an Spam (und unsortiert), Facebook ist viel Privatkrempel, Instagram 90% Selfies, …

    Wenn man die G+ Communities nicht nutzt … dann bleibt natürlich so viel nicht übrig.

  7. Das ist wie eine Diskussion über Werkzeuge. Man kann nicht pauschal sagen, welches Werkzeug das richtige ist. Zu groß ist die Vielfalt der Möglichkeiten. Hier spricht ja jeder nur von sich und seinen Intellektuellen, kognitiven und sozialen Möglichkeiten. Wenn man aber Manager einer Kampagne im Internet ist, muss man die inhaltlichen und sozialen Verästelungen von FB, G+, Twitter, Snapchat, Messengern etc. berücksichtigen. Wer nicht richtig sucht und nicht bereit ist Schwierigkeiten zu überwinden, der findet auch nix neues. Selbstverständlich ist G+ in dieser Hinsicht eine Bereicherung! Wenn ich eh schon ein Google Konto habe, ist es nicht nur einen, sondern auch mehrere Versuche wert.

  8. Savantorian says:

    Wie G+ schrieb, ist G+ wegen und mit dem Nutzen für Communities interessant, für mich Photos in schwarz-weiß. Fb nutze ich nicht.

  9. G+ fragt ständig ‚was interessiert dich?‘ Facebook fragt ständig ‚wer bist du und was willst du?‘. Bei G+ trifft man Gleichgesinnte. Bei Facebook nur Onkel, Tante und Kollegen. G+ hätte was werden können, aber Google kann halt nicht ‚Mensch‘. Google kann nur ‚Algorithmus‘. Der Tag als G+ Erfinder Vic Gundotra gegangen ist, war ein schwarzer Tag. Google weiß immer noch nicht was sie mit G+ machen sollen. Weil sie es nicht verstehen. Ich habe im Laufe der Jahre über 1500 Meschen eingekreist und kann mich über weltweiten Austausch, interessanten und abwechslungsreichen Content nicht beklagen.

  10. Kann sein, dass meine These an den Haaren herbeigezogen ist, aber es begann schon mit der Namensgebung! Google+ oder G+, oder doch GooglePlus? Egal, der Name ist shit! Aber auch die fehlende Möglichkeit den eigenen Account mit einem Klarnamen zu versehen. Die Möglichkeiten der Firmenseiten kennt kaum jemand, es wird auch nicht so streng gehandhabt wie bei FB. Google denkt, Hauptsache die Leute melden sich an!

    Ich habs früher gerne weiter empfohlen, jetzt weniger. Trotzdem, ich mag Google+ immer noch, weil es viel sauberer im Aussehen und der Art der Kommunikation ist. Daher alles Gute zum 5er und auf weitere Jahre mit dir!

  11. Nutze Google+ seit dem Start fast täglich – bin dort aber längst nicht so aktiv wie bei Twitter. Mir gefällt es als soziales Netzwerk aber sehr! Verfolge dort einige Newsseiten und eben Communities – eines der besten Features von Google+!

  12. + deutlich höheres Niveau bei G+, weil keine pubertierenden dabei sind

    + für SEO (z.B. Firmenseite+Infos) immer noch sehr wichtig

    + G+ hat sich speziallisiert auf Comunitys und bietet damit ein „Weltweites Forum“

    Wer sich also etwas reinkniet und sich umschaut kann schon einen guten Nutzen darausziehen!

  13. Taudorinon says:

    Google+ ist für mich auch eher ein Themennetzwerk. Deshalb ist es für mich auch deutlich interessanter. Ich habe wenig Lust bei Facebook die neusten Challenges oder philosophische Fotosprüche zu kommentieren. Da aus meinem Bekanntenkreis aber keiner so richtig meine Interessen teilt finde ich bei G+ eher interessante Diskussionen. Zudem lässt es sich bei Google+ leichter nach bestimmten Themen suchen als bei Facebook.
    Mir ist aber bewusst das ich mit meinen Vorstellungen nicht unbedingt zur Mehrheit passe. Und Google+ ist hier doch und Segen zugleich. Einerseits bietet die überschaubare Größe ein angenehmes Niveau mit meist sachlichen Kommentaren, auf der andren Seite ist es aber wenig reizvoll für neue Mitglieder. Und deshalb würde es mich nicht wundern wenn Google irgendwann den Hahn zu dreht.

  14. Google+ wurde noch nie von jemandem genutzt den ich kenne, Facebook wird inzwischen nur noch von sehr wenigen genutzt. Ich benutze fast ausschließlich Twitter und Instagram, denn da ist es egal ob man die Leute persönlich kennt. Mit Freunden bin ich über Whatsapp und Snapchat in Kontakt.

  15. nutze g+ hauptsächlich für ingress, ansonsten nicht
    —————————————————————–
    wenn ich mich richtig erinnere, hat das ganze ja mal als april fool angefangen, wo man urls in den ergebnissen +1en konnten, finde es aber leider nciht mehr, weiß noch jemand wann das war?

  16. Google+ ist ein Paradebeispiel dafür, wie man’s nicht macht: Es kam viel zu spät, da war der Drops gelutscht und alle Freunde schon auf Facebook oder Twitter, fürs Business hat man meist Xing oder – seltener – LinkedIn genutzt. Die Zwangsanmeldung und Verzahnung mit anderen Diensten wie YouTube, die Klarnamenpflicht – alles Abtörner, die mich mit dem Dienst nie haben warm werden lassen. Dass man dort aus SEO-Gründen halbwegs präsent sein musste entfachte auch nicht gerade das Feuer der Liebe zu Google+. Letzten Endes klebt an dem Ding für mich gefühlt an jeder Ecke das Etikett „Zwangsmassnahme“.
    Hinzu kommt, dass Google einem ja gerne mal liebgewonnene Dinge wieder wegnimmt, the Google giveth, the Google taketh away. Das ist keine Grundlage für eine freudige und vertrauensvolle Nutzung und für mich auch ein Hauptgrund, warum ich beim Smartphone immer bei Apple geblieben bin und einen weiten Bogen um Google Produkte mache. Wenn man Zeit und Energie in etwas investiert, will man nicht, dass es einem unterm Hintern weggezogen wird, weil der König Laune hat.

  17. Nur Google+ . aber leider immer weniger…
    Google hat’s zum einen kaputt gespielt (die blödsinnige Idee alles (Zwangs-)integrieren zu wollen war da nur der Anfang) und zum anderen nervt die Ignoranz, was Userwünsche aber auch konkrete Beschwerden angeht.
    Die Optimierung (wenn überhaupt vorhanden?) geht nur noch in Richtung Mobilgeräte, und sieht im Endeffekt auf dem PC immer besch…eidener aus. Usability? Immer weniger.
    Groß gemacht hat das Netzwerk die thematische Bindung, da gab es was zum Austausch nach Interessensgebieten. Das wurde dann zu einem Möchtegern-Pinterest (Riesen-Titelbilder, mehrspaltiges „Design“, wenig Text) verkrüppelt. Die Kreise als fantastisches Steuerungsinstrument sind völlig ins Hintertreffen geraten. Darüber hinaus wurde die Möglichkeit, sich aus bestimmten Kreisen ALLE Beiträge anzeigen zu lassen zugunsten eines (zumindest bei mir) extrem schlecht funktionierenden Algorithmus fallen gelassen
    A propos Algorith-mist: Nun noch die unfassbar gräßlichen „angesagten Beiträge“, über deren Grad oder auch nur GRUND der vorgeblichen Angesagtheit Google wohlweislich den Mantel des Schweigens ausbreitet – was kein Katzenbild ist, kann man eigentlich gleich ungelesen als braunen Dreck melden (was ja wie bei FB ebenso in ein schwarzes Loch der Ignoranz fällt).
    Es macht jeden Tag weniger Spaß.

  18. …gehöre zum Team: An der Masse vorbei entwickelt, Nerdarea.

    Ich habe auch nicht soviel Langeweile, dass ich nun anfangen müsste irgendwelche Communities zu suchen und in G+ irgendwas interessantes zu lesen… Browsertab zu ist deutlich einfacher 😉

    Aber lass dich nicht davon abhalten (hier?) mal ein paar der lesenswerten Communites vorzustellen 🙂 ?

  19. FriedeFreudeEierkuchen says:

    Ich bin nicht der Freund von Gedankenaustausch auf wenigen Zeilen. Für mich sind sowohl Facebook, G+, als auch Twitter zu beengt und unübersichtlich.
    Für komplexere Fragen nutze ich entsprechende Fach-Foren, da bin ich in zahlreichen vertreten. Dort gibt es auch viele Dampfnasen, aber es ergibt sich oft genug eine zivilisierte, inhaltsreiche Diskussion.
    G+ musste ich schon geschäftlich nutzen, aber nach kurzem herumprobieren war es mir zu doof – mehr als ein Link-Werfer + Kur-Kommentar-Kübel ist das auch nicht.
    Mein Freundeskreis funktioniert komplett außerhalb von Facebook. Das habe ich nach noch kürzerer Zeit wieder verlassen.

  20. Wäre Google+ ein komplett eigenständiges Produkt würde ich es benutzen.
    Allein die Tatsache dass meine App-Bewertungen auf Google-Play-Store in Google+ landen nervt mich total!

    Ich traue mich gar nicht andere (gute) Google-Produkte zu benutzen: wegen Google+

    Beispiel Google-Fit: es ist durchaus möglich dass auf einmal die ganze Welt weiß wie viel ich wiege = Dank Google+

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