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360 S9: Cleverer Saugroboter macht Roborock Konkurrenz

Saugroboter gibt es mittlerweile wie Sand am Meer. Gefühlt betritt jeden Tag ein neuer Hersteller die Bühne. Insbesondere die chinesischen Anbieter blicken dabei auch nach Europa und versuchen mit aggressiven Preisen die Kunden einzufangen. Hier im Blog habe ich dabei zuletzt zwei eher günstige Modelle von yeedi getestet: die K650 und K700. Der Hersteller 360 ist wiederum in China ähnlich bekannt wie Xiaomi, genießt in Deutschland nach meinem Eindruck bisher aber keinen so hohen Status wie etwa Roborock oder eufy. Dabei hätte die Marke das durchaus verdient, wie auch der 360 S9 in meinem Test unterstreicht.

Ich selbst habe übrigens jahrelang den 360 S6 genutzt. Der Saugroboter hat stets durchgehalten und ist meiner Meinung nach immer noch ein gutes Gerät. Caschy hatte ja mal den Nachfolger, den 360 S7, getestet. Nun liegt mir eben der S9 vor. Dieser Roboter hat dabei spannenderweise frappierende Ähnlichkeit mit dem S6 Pro. Das Namensschema des Herstellers muss man also wohl nicht verstehen.

Technische Daten des 360 S9

  • Navigation: Ultraschallsensor LDS Lidar
  • Saugstärke: 2.200 pa
  • Akkukapazität: 5.200 mAh
  • Laufzeit: ca. 180 Min.
  • Ladezeit: ca. 4 Stunden
  • Steighöhe: ca. 2 cm
  • Kapazität des Staubbehälters: 420 ml
  • Kapazität des Wasserbehälters: 200 ml
  • Lautstärke: ca. 55 db (Silent-Modus)
  • Features: Zeitplanung, virtuelle No-Go-Areale, Etagenerkennung, Kartenerstellung, Teppicherkennung, Ecken- und Fleckenreinigung.
  • Lieferumfang: Saugroboter, Ladestation, Netzteil, Fernbedienung, zwei Seitenbürsten, Mopp-Halterung, zwei Wischtücher, Reinigungswerkzeug, Universalstecker, Anleitung
  • Farbe: Weiß
  • Maße / Gewicht: 350 x 350 x 100 mm / 3,9 kg
  • Preis: ca. 399 Euro

Oben seht ihr die wichtigsten, technischen Eckdaten des 360 S9. Zu beachten ist, dass er vier verschiedene Saugmodi auffahren kann. Nur im Silent-Modus verbleibt er bei der angegebenen Lautstärke von ca. 55 db. Sonst kann es da schon auf 80 db raufgehen, wenn die maximale Leistung abgerufen wird. Allerdings pfeift der Sauger nicht unangenehm, sodass vor allem ein niederfrequentes Rauschen zu hören ist.

Ausstattung und Verarbeitung

Größter Mangel an der Verarbeitung vorneweg: Die Oberfläche des 360 S9 verzichtet auf gehärtetes Glas und wurde in meinem Test vor allem vorne schnell schmutzig, wenn der Roboter-Saugroboter sich knapp unter etwas zwängte. Das machen viele Konkurrenten dann mit einer Glas-Oberfläche besser.

Dafür gefällt mir, dass Staub- und Wasserbehälter direkt integriert sind und sich von oben herausnehmen lassen. Zum Wischen muss also nur der Mopp-Aufsatz angeklemmt werden. Der Wasserbehälter sitzt aber direkt im Gehäuse. Das ist bei vielen Saugrobotern anders. Beim S6 ließ sich allerdings der Staubbehälter einfacher leeren. Er schließt beim S9 zwar besser, die Öffnung zum Entleeren ist aber kleiner. Generell dürfte die Kapazität höher sein, hier ist mit 420 ml schnell das Leeren gefordert.

An der Oberseite des Geräts finden sich zwei Buttons. Einer schickt den Sauger zurück zur Ladestation, der andere pausiert oder startet den Reinigungsvorgang. In der Begleit-App habt ihr da freilich noch deutlich mehr Möglichkeiten. Jene ist im Übrigen mittlerweile komplett auf Deutsch verfügbar. Und auch der 360 S9 kann mit einem deutschen Sprachpaket mit deutscher Frauenstimme aus dem Lautsprecher erklingen.

Kleines Detail: Das 360 S6 hatte einen höherwertigen Speaker verbaut, der S9 klingt wesentlich blecherner. Außerdem kommt der S9 mit nur noch einer Seitenbürste aus, wo der S6 noch zwei verwendet hat. Der Lieferumfang ist übrigens umfangreicher als noch beim S7, bei dem Caschy ja das Fehlen einer Ersatz-Seitenbürste und eines zweiten Wischtuchs bemängelte. Beides hat der S9 direkt an Bord.

Eine spezielle Erwähnung ist noch die Ladestation wert. Denn die Ladekontakte des 360 S9 sitzen nicht an der Unterseite, sondern seitlich. Der Saugroboter berührt die Station leicht beim Anfahren. Aneinander geschmiegt erfolgt dann die Aufladung. Klappt wunderbar, war für mich aber anfangs eher ungewöhnlich.

Praxistest

Der 360 S9 stellte sich sofort geschickter in meinem Wohnzimmer an, als die zuletzt von mir getesteten yeedi K650 und K700. Auch der S9 „verliebte“ sich in meinen Wohnzimmerteppich, mit dem er quasi wild herumknutschte. Allerdings schaffte der S9 es geschickter, sich zu befreien und den Teppich nicht ganz so arg umzuklappen. Auch mit einer Erkundungsfahrt quer durch den Wäscheständer kam er besser zurecht und rüttelte sich fix heraus – wohlgemerkt ohne den Ständer dabei umzukippen.

Den Vorteil der Laser-Navigation bemerkt man auch in der Reinigungsgeschwindigkeit. Der 360 S6 kommt schneller und gradliniger durch die Zimmer ohne Areale unnötig mehrfach zu durchkämmen. Er nimmt dabei sowohl gröberen Schmutz wie Krümel vom Frühstücksbrot als auch verschüttetes Salz vom Kochen tadellos auf. Die App hatte euch Caschy ja schon in seinem Test des 360 S7 vorgestellt und bis auf die Anpassung der Sprachoptionen ist sie im Wesentlichen identisch geblieben.

Mir gefällt die Übersicht dort gut und auch die Verbindung zum S9 wurde erfrischend rasch hergestellt. Falls ihr lieber ohne die App arbeiten wollt, die auch ein Konto erfordert, kommt euch eventuell die beiliegende Remote gelegen. Über jene könnt ihr immerhin die Saugleistung ändern, den Saugroboter zur Ladestation beordern, ihn Laut geben lassen und selbstverständlich Saugvorgänge starten und beenden.

Niedlich: Bleibt der 360 S9 beim Reinigen an einer Stelle mehrfach hängen, schlägt er euch nach Abschluss des Reinigungsvorgangs mit einem traurigen Smiley vor, in der Gefahrenzone ein virtuelles No-Go-Areal festzulegen. Fand ich zugleich putzig und clever gelöst. Weniger clever ist allerdings das Wischen: Wie bei den meisten anderen Saugrobotern ist das mehr eine Alibi-Funktion. Macht sich gut auf dem Datenblatt, ist aber in der Praxis nur bei sehr leichten Verschmutzungen hilfreich.

Weitere Auffälligkeiten? Der 360 S9 ist sehr gesprächig und irgendwie haben die Entwickler da einen ganz eigenen Humor eingebracht. Ruft der Sauger etwa um Hilfe und ihr befreit ihn aus der Verhedderung, freut er sich danach beim Weitersaugen „Reinigen macht mich glücklich“ – musste ich schon schmunzeln. Auch wenn ich wiederum erwartet hatte, die zweite Seitenbürste zu vermissen, so saugt der kleine Helfer auch an Ecken und Rändern besser als zugetraut. Klar, manchmal muss da eben doch der Mensch wieder mit einem Handstaubsauger ran. Aber im direkten Vergleich mit meinem S6 hat sich hier in Sachen Saugergebnissen wirklich noch einmal etwas zum Positiven entwickelt – die Ränder unter Herd, Arbeitsplatte und Kühlschrank in der Küche danken es dem S9.

Akkulaufzeit? Die Angabe von rund 3 Stunden bezieht sich auf den Quiet Mode, ist also etwas praxisfern. Ich habe den 360 S9 meistens auf der maximalen Stufe laufen lassen und da sinkt die Laufzeit freilich beträchtlich. Auf ca. eine Dreiviertelstunde würde ich da schätzen, was aber immer noch ausreichen sollte. Geht dem Sauger in einer größeren Wohnung dann doch der Saft aus, fährt er zur Ladestation zurück, schöpft neue Kraft und setzt dann seine Arbeit dort fort, wo er zuvor abbrechen musste.

Fazit

Der 360 S9 bietet eine übersichtliche App, sehr gute Saugergebnisse und eine schwache Wischfunktion. Letztere sehe ich aber persönlich aktuell generell bei Saugrobotern als Gimmick an, da ohne den nötigen Druck nun einmal nicht gründlich gereinigt werden kann. 360 hat dabei einige Mängel des S7 behoben, denn die App und der Roboter sprechen nun auch deutsch und es lassen sich mehrere Karten (Zimmer, Etagen) speichern und unterteilen („Mehrschichtsteuerung“).

Zur Verfügung gestellt wurde das Testmuster im Übrigen von Geekmaxi. Dort gibt es den 360 S9 aktuell mit dem Code „ISy7UGCB“ für 339,99 Euro. Ein paar weitere Merkmale des S9? Nun, die Ladestation hat ihr Für und Wider, denn der Saugroboter hat seine Kontakte nun an der Rückseite. Auch hätte ich persönlich mir trotz der insgesamt guten Verarbeitung eine Glasoberfläche für mehr Robustheit gewünscht. Dafür lassen sich die integrierten Staub- und Wasserbehälter nach oben entnehmen, was ich sehr praktisch finde. Insgesamt bin ich also vom 360 S9 sehr angetan. Zumal der Roboter mit seinen 2.200 pa noch gründlicher und schneller saugt als der S6.

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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7 Kommentare

  1. „Insgesamt bin ich also vom 360 S6 sehr angetan.“ S9 oder? 😉

  2. Hallo André,
    ich würde mir gerne einen neuen Saugroboter kaufen, gibt es eine Empfehlung von Dir?
    Du / Ihr habt schon einige Roboter getestet.
    Welcher würde es aktuell werden?
    Danke und Gruß
    Chrid

    • Da würde ich mich mal gleich dranhängen, welches Gerät (soweit du es bewerten kannst) wäre denn derzeit dein/euer Favorit?
      Persönlich habe ich bisher keine Erfahrungen, als Tendenz: Gute Preis/Leistung, vermutlich eher mit Laser. Absaugende Ladestation klingt nett, aber ob es das wirklich wert ist? Und wenn man die App aberziehen oder entclouden kann: Toller Bonus

    • André Westphal says:

      Also das kommt sehr auf den Anspruch an – ob du etwa definitiv was über eine App machen willst, er wischen können soll (auch wenn das meiner Ansicht nach ein Gimmick ist), wie er sich ins restliche Smart Home integrieren soll, etc. Da ist es schwer so pauschal einen Tipp abzugeben. Was willst du ausgeben und was ist dir wichtig?

      • Mich würde auch mal der Vergleich zu den verschiedenen Roborocks interessieren und was da eure Kaufempfehlung wäre:
        1. Wer hat die besere Saugleistung?
        2. Gibt es Unterscheide bei der Wischleistung (eher nicht so wichtig)?
        3. Wie sieht es mit der Akuuleistung aus?
        4. Was gibt es für Unterschiede bei der Software?
        5. Integration in Smart Home nicht so relevant
        Gruß
        Max

  3. Was mich bei den Geräten von 360 extrem nervt ist leider die sehr schlechte Cloud. Karten können sehr oft nicht geladen werden, bzw. es dauert einfach ewig. Der Roboter erzeugt auch bei jedem Saugvorgang eine neue Karte, obwohl er seit Tag 1 an der gleichen Stelle steht.
    Immerhin gibt es seit kurzem ein Alexa Skill in deutsch, so dass man das Teil per Stimme starten kann. Leider lässt sich mehr nicht machen, also nicht „sauge Raum XY“.

  4. Warum wird in den Artikeln nicht als Nachteil darauf hingewiesen das diese „tollen“ Geräte zwingend WLAN und eine Verbindung zur Cloud des Herstellers benötigen die in China liegt. Roborock und Xiaomi kann man mit alternativer Firmware bestücken und sie funktionieren dann auch noch!
    Ausfall der Cloud und nichts geht mehr. Hatten wir die Tage doch erst; https://stadt-bremerhaven.de/vorwerk-kobold-vr200-vr300-serverausfall-sorgt-fuer-probleme/

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