Seit gestern greifen vielerorts neue Regeln, um die Ausbreitung von Corona zu verhindern. Man hat das Gefühl als habe jede Postleitzahl andere Regelungen, da kann man den Verdruss einiger Bürger, die sich wirklich auch an Regelungen halten möchten, schon mal verstehen.
Nicht verstehen hingegen kann ich – und vermutlich viele unsere Leser auch nicht – was Uwe Brandl, Präsident des Bayerischen Gemeindetags, angeblich fordern soll. Personen in Hotspots mit einer Inzidenz von mehr als 200 Infektionsfällen pro 100.000 Einwohnern sollen das Haus nur mit triftigen Gründen verlassen – innerhalb einer 15-Kilometer-Zone. Gerechnet wird ab der Grenze der Wohnortgemeinde oder Stadt. Dies wird vom CSU-Politiker laut Bericht des BR kritisiert:
„Ich kann die Intention nachvollziehen. Was ich allerdings nicht nachvollziehen kann ist, wie man das Ganze auch vernünftig kontrollieren möchte.“
Laut Brandl habe die Polizei nur begrenzte Ressourcen, daher werde es nur zu Stichproben kommen. Man müsse den Mut haben, digitale Möglichkeiten zu nutzen. Konkret sagte er im radioWelt-Interview auf Bayern 2 (und im BR ist zu lesen: „Brandl fordert Auswertung von Handy-Daten“):
„Wir könnten heute Bewegungsprofile aus den Handys auslesen und auf diese Weise sehr treffsicher feststellen, wo sich die Menschen aufhalten. Wir müssen uns halt jetzt entscheiden, was wichtiger ist, der Gesundheitsschutz oder der Datenschutz.„
