1&1 nimmt an 5G-Frequenzauktion teil, könnte vierter Mobilfunknetzbetreiber werden

Die Gerüchte haben sich bestätigt. Hatte man bisher nur „die Großen“ auf dem Schirm, so wird nun auch die United Internet Tochter 1&1 Drillisch an der 5G-Frequenzauktion teilnehmen. Dies gab das Unternehmen heute bekannt.

Der Vorstand der 1&1 Drillisch AG, ein Tochterunternehmen der United Internet AG, hat heute mit Zustimmung seines Aufsichtsrats beschlossen, einen Antrag auf Zulassung zur Auktion zur Vergabe von Mobilfunkfrequenzen in den Bereichen 2 GHz und 3,6 GHz gemäß der Entscheidung BK1-17/001 bei der Bundesnetzagentur zu stellen und im Falle einer erfolgreichen Ersteigerung von Frequenzen ein 5G-Mobilfunknetz aufzubauen und zu betreiben.

Die Gesellschaft ist laut eigener Aussagen zuversichtlich, mit diesem Schritt die Grundlage für eine erfolgreiche und dauerhafte Positionierung der 1&1 Drillisch Gruppe als vierter Mobilfunknetzbetreiber in Deutschland zu schaffen und einen wesentlichen Beitrag dazu zu leisten, dass Deutschland zum Leitmarkt für 5G in Europa werden kann.

Gefällt dir der Artikel? Dann teile ihn mit deinen Freunden.

caschy

Hallo, ich bin Carsten! Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Getaufter und Gründer dieses Blogs. Auch zu finden bei Twitter, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

Das könnte dir auch gefallen…

Mit dem Absenden eines Kommentars willigst du unserer Datenschutzerklärung und der Speicherung von dir angegebener, personenbezogener Daten ein.

13 Kommentare

  1. Auch wenn ich 1&1 und Drillisch (bzw. mittlerweile ja eine Firma) persönlich (!) nicht mag, finde ich das doch sehr gut.
    Vielleicht bringt es ja tatsächlich etwas Druck auf DT/VF/o2 wnen noch jemand mitmischt.

    • Da fehlt aber dann trotzdem noch einiges, denn nur ein 5G Netz bringt auch nichts… ohne 4G Fallback etc. Aber ich begrüße es auch dass es wieder einen vierten Mitspieler gibt 😉

      • 4G ist eigentlich kein Fallback und 5G keine Weiterentwicklung von 4G. LTE ist technologisch und bzgl. der verwendeten Frequenzen noch klassischer Mobilfunk, flächendeckend, viele verschiedene Dienste können angeboten werden, LTE kann auch weiter mit zusätzlichen Bausteinen modernisiert werden. Das steckt ja hinter dem Konzept von LTE, also long term evolution. Es ist dem Konzept nach der letzte und „ewige“ Mobilfunkstandard, so wie Windows 10 das letzte Windows ist. Auch wenn ein Windows 10 von 2016 ggü. dem neuesten Build schon fast wieder alt aussieht. Vielleicht macht es dieser Vergleich für viele Leute verständlicher, was mit „long term evolution“ gemeint ist (höchstens wird LTE mal durch ein neues Label, a lá meinetwegen G6, ersetzt, jedenfalls nicht durch G5).

        5G ist ein ganz anderer Dienst, auf kurze Distanzen und viele Basisstationen ausgerichtet und könnte langfristig eher zum Aussterben festnetzgebundener Internetzugänge bei 0815 Privatleuten führen, die eben einen gar nicht mal so großen Bandbreitenbedarf haben, wie viele denken (schon den eigenen Bandbreitenbedarf auszurechnen und Bits, in denen typischerweise Bandbreiten angegeben werden, in Bytes umzurechnen, in denen typischer Datenpakete angegeben werden, ist fast allen normalen Privatverbrauchern vollkommen fremd).

        1&1 folgt hier dem, was schon lange der absehbare Trend in der Branche ist. Eine Verschmelzung von Mobilfunk und Festnetz, am Ende steht einfach ein ausreichender Internetzugang und wie der realisiert wird muss den Kunden nicht mehr interessieren. So wie dich nicht die Bereitstellung von Leitungswasser oder Elektrizität an der Steckdose interessiert, es ist einfach da und funktioniert.

        Und ähnlich wie heute viele Wohnanlagen das Hausnetz zusammen mit VF Kabel Deutschland, Unitymedia usw. auf Breitband ausbauen, so kann in Zukunft in Wohnanlagen eine Femtozelle aufgebaut werden, die per FTTB die Wohnungen mit fixed wireless Breitband über 5G versorgt. Auf Betriebsgeländen können 5G Femtozellen die gesamte EDV, alle Maschinen, Gabelstapler usw. fast ohne Latenz und zuverlässig miteinander vernetzen. Im Krankenhaus können Femtozellen eben das selbe mit den ganzen Geräten machen und untereinander wird per FTTB im Rahmen von Telemedizin verbunden, zusammen mit 5G ist auch der batteriebetriebene Herzmonitor, der dem Patienten mehr Bewegungsfreiheit gibt, quasi ohne Latenz vernetzt, so als hätte er Gigabit-Ethernetports mit Verkabelung.

        Und und und.

        Im Grunde ist 5G ist perfekte Ergänzung von 4G LTE. Und eher ein „Kabelkiller“, sozusagen die Breitbandmobilfunkversion von supergutem WLAN. Und man plant ganz langfristig auch schon an ganz anderen Dienstleistungspaketen. Beispielsweise im Streamingabo gleich inbegriffen der 5G fixed wireless uplink mit einem großen Carrier. Langfristig dürften viele Leute kein Bedürfnis mehr für ein klassisches, heimisches LAN haben, ähnlich wie der klassische Desktop PC/Laptop in vielen Haushalten zunehmend ausstirbt. Dinge sind in die Cloud und auf Mobilgeräte gewandert, die eh rein wireless im Internet unterwegs sind. Da ist es nur die nächste, logische Stufe für viele Haushalte gleich ganz auf einen kabelgebundenen „Festnetzinterzugang“ in der eigenen Wohnung zu verzichten, ganz egal ob über Klingeldraht oder FTTH. Da ist die Fritzbox im Grunde auch nur eine Femtozelle, an der oft kein einziges Ethernetkabel steckt. Also kann man auch gleich darauf verzichten, sich eine Femtozelle in die eigene Bude zu stellen und „Internet over the air“ ohne jegliche Hardware buchen. Auch ist es dann nicht mehr nötig, getrennte Festnetz- und Mobilfunkverträge zu führen, ein Anbieterwechsel braucht keinen Technikertermin mehr, sondern nur noch einen neuen Eintrag in der eSIM der Endgeräte, usw. Und die Frequenzprobleme, weil sich jeder eine eigene Femtozelle hinstellt, sind damit auch vorbei, siehe das leidige Thema WLAN-Kanäle.

        Es wird jedenfalls Geschäftsmodelle geben die wir uns aktuell noch gar nicht vorstellen können. Das könnte bezüglich Internetanbindung ein ähnlicher game changer werden, wie seinerzeit die Einführung des Smartphone mit Touchscreen durch Apple. Und 1&1 will da halt einen Fuß in der Tür haben, so verstehe ich diese Überlegungen. Nur vom Nutzungsverhalten der vergangenen 10 Jahre her betrachtet ergibt der Einwand, dass 1&1 doch der Rückfall in LTE fehle, noch Sinn. Disruptive technische Entwicklungen darf man aber nicht von dem her denken, was bisher war. So läuft das schon lange nicht mehr.

  2. man sollte den auktionserlös zu 100% in form von cashback in den ausbau stecken, demzufolge auch alle anbieter zu einem flächendeckenden ausbau zwingen. roaming sollte ebenso selbstverständlich sein, wenn ein netz ausfällt, dürfen ruhig zwei reservenetze zur verfügung stehen. dasselbe erwarte ich auch irgendwann im festnetz, dass jedes kaff an mindestens zwei weitestgehend eigenständigen highspeednetzen hängt, die am besten erst über frankfurt miteinander verbunden sind. nur so ist mittelfristig eine nahezu ausfallsichere infrastruktur gewährleistet. mag sein, dass lieschen müller das nicht interessiert, aber mich schon.

    • Pass mal bloß auf dass Lieschen Müller kein Transparent bastelt und mit #MeToo demonstrieren geht, wenn Du ihr so Sachen unterstellst…. 😉

    • man sollte die Erlöse in BER reinstecken – Berlin braucht es

    • Ghostwriter says:

      Warum sollte man dann bei Vodafone oder Telekom bleiben, wenn nationales Roaming kommen würde. Dann gehe ich doch gleich zum billigsten (nicht günstigsten) Anbieter, egal wie schlecht sein Netz ist und Roame dann über Vodafone/Telekom.

      Was denkst, machen die anderen Kunden, was denkst du, wenn das die große Mehrheit macht, wie dann Vodafone und Telekom ihr Netz finanzieren?

  3. Es wird genau so kommen wie damals bei UMTS, LTE usw. Es werden Preisabsprachen getroffen und der Kunde wird kräftig gemolken für ein Netz was noch schlechter ist als das LTE Netz.

    Es ist ein Witz was hier in Deutschland passiert.

    • Na immerhin sollen ja einige Prozente der Einnahmen für den Ausbau ländlicher Regionen eingesetzt werden. Ob es dann so kommt – man wird sehen. Von den Fördermitteln für den DSL Ausbau sind ja auch nur geringe Margen abgerufen worden.

  4. Haha. Der will das Netz von Zte bauen lassen und dann leasen. Das wird so eine Frequenzverschwendung und schlimmer als quam.

  5. Mist, jetzt passiert, was die drei Großen vermeiden wollten. Es gibt mehr Mitspieler. Und weil man aufgrund der harten Ausbaubedingungen nicht mehr so hoch bieten kann, wird es wohl auf Konkurrenz hinauslaufen.

  6. Toll! Telekom aufgepasst! 1&1 wird es euch zeigen!
    1&1 baut allerdings keine eigene Sendemasten, sondern verlangt von den anderen „Mitsenderecht“! Kostenlos?!

  7. Da will jemand ein haus bauen , vom fünften Stockwerk an, ohne Fundament , ohne Erdgeschoss mit Eingang , ohne zweiten, dritten und vierten Stock . Aber wozu gibt es den Siemns -Lufthaken ? Wenn ich ne Sim von 1 und 1 habe will ich auch , wo kein 5G ist , mit anderen Diensten weiter telefonieren, surfen oder gar sms-en. Also muss 1 und 1 für die Dienste die sie nicht mit eigener Infrastruktur anbieten Leistungen zukaufen. Das macht das Agieren als Konkurrent schwierig , denn man muß gerade bei denen , mit welchen man konkurriert , um Zugang für die „unteren Stockwerke“ betteln .. das kann nicht aufgehen.

Schreibe einen Kommentar zu mugl Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Du willst nichts verpassen?
Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den Hauptfeed abonnieren. Alternativ könnt ihr euch via E-Mail über alle neuen Beiträge hier im Blog informieren lassen. Einfach eure E-Mail-Adresse hier eingeben, dann bekommt ihr 1x täglich morgens eine Zusammenstellung. Mit dem Absenden willigst du unserer Datenschutzerklärung und der Speicherung von dir angegebener, personenbezogener Daten zu.