1. Juli 2021: 22-Euro-Freigrenze für Waren aus dem Nicht-EU-Ausland entfällt

Wir hatten das Thema in der Vergangenheit natürlich schon behandelt, möchten es euch aber noch einmal in Erinnerung rufen, da es ja ab dem 1. Juli 2021 so weit ist:

Ab dem 1. Juli 2021 entfällt die bisherige Freigrenze von 22 Euro für die Einfuhr von Waren nach Deutschland.

Das bedeutet, dass Kunden grundsätzlich für jede Ware, die sie in einem Nicht-EU-Land (z.B. USA, Großbritannien, China) bestellen, Einfuhrabgaben bezahlen müssen.

DHL informiert bereits Kunden: Bisher sind alle Sendungen von Waren, deren Sachwert nicht höher ist als 22 Euro, einfuhrabgabenfrei. Dies gilt für Zoll und Einfuhrumsatzsteuer. Ausnahmen gelten lediglich für Alkohol, Tabak und Parfüm.

Ab dem 1. Juli 2021 endet diese Befreiung und auf jeden Warenversand werden dann Einfuhrabgaben erhoben. Ausnahme: Wenn der Warenwert so gering ist, dass die darauf anfallende Einfuhrumsatzsteuer weniger als 1 Euro beträgt – also bis 5,23 Euro – verzichtet der Zoll auf die Erhebung der Abgaben.

Keine Einfuhrabgaben entstehen den Kunden außerdem, wenn die Ware auf einem Online-Marktplatz bestellt wurde, der bereits in der EU registriert ist und welcher die anfallende Mehrwertsteuer in einem EU-Land abführt. Grund: Diese Abgaben werden direkt beim Verkauf bzw. der Online-Bestellung bezahlt.

Was genau bedeutet die Neuregelung ab 1. Juli für die Empfänger von Nicht-EU Warensendungen unter 22 Euro?

In den Fällen, in denen der Versender nicht bereits über entsprechende Verfahren die Einfuhrabgaben im Voraus gezahlt hat, wird die Deutsche Post DHL – wie derzeit schon bei Sendungen über 22 Euro – die fälligen Einfuhrabgaben gegenüber dem Zoll verauslagen und bei Zustellung an der Haustür bzw. Übergabe in einer Filiale von den Empfängerkunden kassieren. Dafür fällt dann zusätzlich zu den Einfuhrabgaben auch die bereits heute bekannte Auslagepauschale in Höhe von 6 Euro (inkl. MwSt.) an.

Kurzform:

  • Ab Juli entfällt die 22-Euro-Freigrenze für Waren aus dem Nicht-EU-Ausland nach Deutschland und für jede dieser Warensendungen sind künftig Abgaben fällig
  • Abgaben sind entweder vom Versender im Voraus zu entrichten oder werden bei Zustellung durch die Deutsche Post vom Empfänger kassiert
  • Ausnahmen: Niedrigpreisige Waren mit Einfuhrumsatzsteuer unter 1 Euro

Transparenz: In diesem Artikel sind Partnerlinks enthalten. Durch einen Klick darauf ge­lan­gt ihr direkt zum Anbieter. Solltet ihr euch dort für einen Kauf entscheiden, erhalten wir ei­ne kleine Provision. Für euch ändert sich am Preis nichts. Partnerlinks haben keinerlei Einfluss auf unsere Berichterstattung.

Gefällt dir der Artikel? Dann teile ihn mit deinen Freunden.

Avatar-Foto

Hallo, ich bin Carsten! Ich bin gelernter IT-Systemelektroniker und habe das Blog 2005 gegründet. Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Fan und Vater eines Sohnes. Auch zu finden bei X, Threads, Facebook, LinkedIn und Instagram.

Neueste Beiträge

Mit dem Absenden eines Kommentars stimmst du unserer Datenschutzerklärung und der Speicherung von dir angegebener, personenbezogener Daten zu.

76 Kommentare

  1. Gilt aber nur wenn man etwas im Ausland kauft, oder?
    Lieferungen die von Freunden kommen fallen nicht unter die Grenze?

  2. Also mein 70 Cent Zubehör was in DE 15€ kostet kann ich weiterhin bestellen.
    Na immerhin

    • Kommst du dann mit Versandkosten nicht auch in die Nähe der 15 Euro?

    • Vermutlich wird der Zoll nun aber einfach alles „Abfangen“ und du musst auch den kleinkram erst auslösen.

      Das ist für mich das nervige, weniger die 19% (gerade bei irgendwelchen Bauteilen und ähnlichen kleinen Sache ist die Ersparnis meist viel viel größer).

      Jedes Paket das beim Zoll hängen bleibt bedeutet bei mir rund 1 Stunde Autofahrt zum Zollamt….

      • Das eintreiben des Zoll übernimmt DHL.
        Die erheben dafür eine Auslagen Pauschale in Höhe von 6 Euro zusätzlich

      • Pakete die beim Zoll hängenbleiben einfach zurückgehen lassen. Das Geld bekommst Du von den Handelsplattformen in der Regel erstattet. Meine Freizeit ist mir auch zu wertvoll um für einen 5 Euro Artikel 3-4 Stunden beim Zoll zu verbringen.e

        • Tja. Das wird aber nicht ewig/immer so gehen. Und wenn das Sendung halt doch mehr kostet als 10 €, sprich man mal auch etwas teureres bestellt hat, dann auch ein bisschen ein Risiko bis man das Geld wirklich zurück hat. Und wieso kommt der Verkäufer dazu dann die Unannehmlichkeiten zu haben.

      • Genau da sehe ich nun eine Erleichterung, da man nun alles direkt beim Kauf begleicht und somit nichts mehr beim Zollamt zur Abholung landen sollte was legitim ist.

        Was ich Bemängle ist die schlechte Informationspolitik seitens der Post und des Zolls. Ich mein die Umstellung ist nun schon ewig geplant, aber es gibt keinerlei Infos welche Marktplätze daran teilnehmen.

        Wenn man nach UK schaut (ähnliche Regelung seit 1.1.2021) oder Australien (schon länger ein ähnliches System) scheint zumindest AliExpress/Alibabadies zu integrieren. Ähnliches würde ich dann auch vom Amazon Marketplace oder anderen größen erwarten.

        Ebenso die Umsetzung der Übergangsfrist. Entscheidend ist laut Zoll offenbar das Datum an dem es bei denen landet und nicht das Bestell-/Versanddatum.

  3. Das „größte Problem“ dürfte die Servicepauschale sein.
    Ware im Wert von 10 Euro
    –> Einfuhrumsatzsteuer: 10 Euro x 19 Prozent = 1,90 Euro
    –> Servicepauschaule: 5 Euro

    –> Zu den 10€ kommen 6,90€ oben drauf.

    Dadurch könnte der Einkauf von kleineren Teilen aus China & Co abnehmen, da es sich nicht mehr lohnt und der lokale (Online-)Handel wird gestärkt.

    • So ist es vorerst leider. Aber eine Selstverzollung (nach Onlineanmeldung) ist in Planung. Fraglich, wann es endlich so weit sein wird…

    • Ich meine mal gelesen zu haben das man die Auslage von DHL in vorhinein wiedersprechen kann.

    • Ja, diese DHL Gebühr macht es sehr unattraktiv. Aber das wird aktuell auch nur ein temporärer Zustand sein. Die chinesischen Händler sind ja nicht blöd, und haben bereits in den letzten Monaten massiv in Lagerflächen innerhalb der Eu investiert. Dann hast Du Deine Bestellung als netter Nebeneffekt auch problemlos innerhalb von 1-2 Wochen.

      Gerade bei Kleinkram für den man bei amazon Wucherpreise zahlt durchaus lohnenswert.

    • In erster Linie soll die Einfuhrumsatzsteuer von den Marktplätzen direkt erhoben werden – da würde dann keine Servicepauschale oder ähnliches mehr im Nachhinein anfallen.

      In sofern glaube ich dass dadurch das Volumen eher steigen wird, da es auch den kombinierten Versand mehrerer Artikel erleichtert. Blöd ist nur die etwas ungewisse Übergangszeit.

  4. Also wieder ein Steinchen mehr im Weg. Endkunden sollen ja nicht von der Globalisierung profitieren, sondern sich schön brav lokalen Marktpreisen unterwerfen. Ist etwas im eigenen Wirtschaftsraum nicht erhältlich hat man darauf zu verzichten.

    • Du musst doch auf nichts verzichten, Du musst nur ordentlich die Mehrwertsteuer entrichten. Das machst Du doch bei heimischen Anbietern auch. Wieso sollte man also ausländischen Anbietern die Mehrwertsteuer schenken und ihnen damit einen Wettbewerbsvorteil zu den Firmen bieten, bei denen der ein oder andere von uns vielleicht sogar arbeitet?

      • Wenn ich im Ausland was bestelle, bezahle ich die dortige Steuer. Und dann hier nochmal. Somit bezahle ich die Steuer doppelt, nur weil es das Produkt hierzulande nicht gibt. Was soll daran gerecht sein?

    • Erkundige dich doch erst einmal was Globalisierung bedeutet.
      Der Wettbewerb war bis dato eher unfair da EU-Firmen steuern zahlen müssen und China Zeugs einfach ohne den Preis kalkulieren können/konnten.

    • Dass sich die Staaten die Mehrwertsteuer nicht ewig entgehen lassen war absehbar. Diese Freigrenzen stammen noch aus einer Zeit als es das Internet und erst recht so einfach nutzbare Plattformen wie Aliexpress für Privatnutzer schlicht noch nicht gab.

      Früher war der Import von Waren aus dem EU-Ausland selbst für Händler ein richtiger Akt.

    • Ja. Das ist die eigentliche Sauerei.

  5. An sich ist das ja alles schön und gut – es ist nur fair dass ein Händler aus China dann nicht mehr automatisch einen 19% Preisvorteil ggü. einem deutschen Händler hat, weil auf die Ware keine Steuern gezahlt wird.

    Das Problem ist nur:
    Für die üblichen „Klein-Bestellungen“ (ein Klemmbausteinset für 30 EUR oder ein paar Elektronik-Teile für 40 EUR,…) wird es arg teuer das jedes mal per DHL machen zu lassen und pro Sendung 6 EUR zu zahlen.

    Was gibt es für Alternativen?

    Große Firmen machen doch eine Voranmeldung für Sendungen über ein Tool das direkt sie Sendungs-Daten beim Zoll einkippt, ich meine mal irgendwo gelesen zu haben dass es sowas auch „für privat“ gibt?
    Also eine Möglichkeit eine Sendung vor der Ankunft in DE beim Zoll anzumelden, die Steuern zu bezahlen und dadurch den DHL-Service zu umgehen?

    Kennt das jemand?
    Wie funktioniert das denn nun ganz konkret?
    Man lädt die Rechnung hoch? Was gilt denn als „Rechnung“? Gilt eine Ali-Bestellübersicht? Denn wann bekommt man da schon etwas das einer deutschen „Rechnung „ähneln würde…?

    Und wie erkennt denn der Zoll welche Sendung nun zu welcher meiner Voranmeldungen passt und markiert sie als „schon versteuert“?

    Fragen über Fragen, aber ich würde so ein Tool sofort nutzen und finde das auch gut dass dieses unfaire Schlupfloch endlich geschlossen wird….

  6. Die Frage ist ja nur: Sind Banggood, ebay, Aliexpress, Amazon etc. als Marktplätze in der EU registriert? Oder muss ich jetzt bei jeder Amazon-Bestellung angst haben, dass der Versand aus Asien ist, wo ich dann extra Gebühren zu bezahlen habe?

    • Ich denke mal, dass alle Shops, die eine Domain in einem EU-Land haben, auch in diesem Land ihre Umsatzsteuer entrichten. Die wird dann auch Dir als Mehrwertsteuer in Rechnung gestellt. Das gilt auch für Marketplace-Anbieter. Amazon wollte sich hier ja als „Plattformbetreiber“ aus der Verantwortung stehlen, als bekannt wurde, dass für die China-Ware keine Umsatzsteuer entrichtet wurde. Amazon fühlte sich nicht verantwortlich und an die chinesischen Firmen kam man nicht ran. Diese Lücke wurde aber gestopft, weshalb Amazon nun darauf achtet, dass ausländische Firmen Umsatzsteuer entrichten und dies im Preis für den Kunden enthalten ist. So steht das auch meist auf der Produktseite oder spätestens im Warenkorb unter dem Preis (irgendwas mit „Umsatzsteuer enthalten“-Link).

      • Ach ja, und im Umkehrschluss gibt es dann für Anbieter wie Banggood Service-Seiten, die über die Modalitäten im Zweifel aufklären:

        „- Buyalleasy sends goods to you from China. As such, you (or the consignee) are IMPORTING. In many countries this means you will be liable for import duties and other taxes. It is your responsibility to find out about this, and your responsibility to pay the taxes/charges on receipt of the items. If you place this order for your customer please inform your customers about this in advance.“

        Quelle: https://www.banggood.com/help_center/question_category.html?catid=209

      • rechtlich ist „Ich denke mal“ immer schlecht – und fiskalisch erst recht 😉
        sorry nicht böse gemeint, aber …

    • Teils.
      Die Frage ist nicht ob sie „registriert“ sind, sondern ob die Händler die auf diesen Marktplätzen anbieten sich entweder um die Verzollung kümmern oder gleich aus einem Lager innerhalb der EU verschicken… oder eben nicht.

      In der Praxis:
      Aliexpress: bisher jeder einzelne Händler mit dem ich zu tun hatte hat aus china oder drumrum verschickt. Obwohl manchmal auch Standorte in der EU angeboten werden, diese stehen für Käufer in der EU meistens nicht zur Verfügung. Klingt seltsam? ist es auch.

      Banggood und Gearbest:
      Habe beides schon gesehen, sowohl Versand aus der EU als auch aus Asien.
      Steht jeweils dran.

      eBay:
      eBay arbeitet mit einem Dienstleister der die Zollformalitäten selbst übernimmt. Kann man nicht abwählen. Kostet viel Geld. Macht selten Sinn.

      Amazon
      Macht Zollformalitäten, verlangt dafür aber einen spürbaren Preis.

      Also in der Praxis:
      Wenn es sich lohnt (Warenwert hoch, 6 EUR fallen nicht ins Gewicht) dann kauf bei Ali.
      Wenn die 6 EUR im Verhältnis zum Warenwert zu viel sind, kauf bei Banggood und suche ein EU-Lager. Gibt keins für den gewünschten Artikel? -> Zahle 6 EUR.
      Wenn die Ware wie bisher, keine Steuer wird erhoben

      Also wenn Du viele Kleinteile bestellst, trenne die Bestellungen in 5 EUR-Einheiten auf.

      Davon den Warenwert zu klein anzugeben um unter eine Grenze zu fallen, sei AUSDRÜCKLICH ABGERATEN.

    • Es ist echt unglaublich wie man den kleinen Mann wieder mehr Geld aus der Tasche ziehen kann, während Amazon, Google, Microsoft, usw. Schlupflöcher nutzen um so wenig zu zahlen wie möglich.

    • Ich hatte vor einem Monat oder so mal beim Zoll angefragt ob es eine Liste oder irgendeine Form der „Kennzeichnung“ gibt, aber dem ist wohl noch nicht so. Es wird aber wohl darüber nachgedacht.

      Man kann aber in die UK schauen, die eine ähnliche Regelung seit dem 1.Januar (der Tag war ja vorab eigentlich auch für die EU geplant) umgesetzt haben. Dort kassiert zumindest AliExpress direkt beim Kauf die anfallende Einfuhrumsatzsteuer – nimmt also an dem OSS System teil.

  7. Kann mir jemand sagen, ob die Regelung auf alle Pakete angewendet wird, die nach dem 1. Juli die Grenze überqueren, auch wenn das Bestelldatum davor liegt?

  8. Ich gehe mal davon aus, dass sich kaum etwas ändern wird, denn von über 50 Bestellungen im letzten Jahr ist nur eine einzige Sendung direkt in Deutschland in die EU eingeführt worden.
    Alle anderen Sendungen aus China kamen über die Niederlande oder Belgien nach Deutschland, gerade um den deutschen Zoll (der mit der strengste in der EU ist) zu umgehen.

    Und selbst wenn direkt nach Deutschland eingeführt wird, werden nur die wenigsten Sendungen beim Zoll einbehalten bzw verzollt, da dieser schon jetzt hoffnungslos überlastet ist.

    • Belgien hat den einfachen Grund dass dort beim Flughafen in Lüttich (Liege) das neue europäische Hub von Alibaba ist. Darüber dürfte in Zukunft so gut wie alles laufen wenn sie erst einmal soweit sind dass sie die Mengen stemmen können.

      Die Abgaben dürften die Plattformen ab 1. Juli direkt beim Kauf kassieren. Das hat aber auch den Vorteil dass dann alles sauber läuft und man keine Servicegebühr riskiert.

      • Heißt das, wenn „Alibaba“ (Großhandel) es so macht, dass ich auch über „Aliexpress“ damit rechnen darf, dass ich keine Servicepauschale zahlen muss und ich die EUSt. direkt beim Einkauf zahle? Also anders: wickelt auch Aliexpress so ab wie Alibaba?

      • Und wie genau soll das funktionieren? Alibaba bzw. Aliexpress ist doch nur die Plattform. Die Ware wird von den einzelnen Verkäufern verschickt.

  9. Wer die 6,95 € Auslagepauschale bei DHL nicht zahlen möchte, kann sich bei DHL als „Selbstverzoller“ registrieren lassen.
    DHL nimmt dann die Vorverzollung nicht mehr vor und leitet alle Sendungen zum zuständigen Zollamt in der Region weiter und benachrichtigt dem Empfänger das die Sendung im Zollamt liegt.
    Mit dieser Benachrichtigung kann man die Sendung dann im Zollamt selbst abholen und zahlt nur den Zoll.

    Mach natürlich keinen Sinn, wenn man auf dem „Lande“ wohnt, in Großstädten wie Berlin und Hamburg aber machbar.

    • Peter Brülls says:

      Naja, hier in Oldenburg habe ich es auch nicht weit zum Zollamt, kann sogar auf dem Weg zur Arbeit da vorbeiradeln. Wenn man aber Pech hat, ist dann schnell mal eine halbe Stunde weg.

      • Vor allem, weil da nur Leute arbeiten, die mindestens ein Bein nachziehen. 🙂

        Das dauert dann natürlich etwas. Alles schon beim Zoll in Oldenburg erlebt. Immer ein Erlebnis.

  10. Ingo Podolak says:

    Bei Aliexpress wird dann wohl der Anteil an Artikeln aus EU-Lager ansteigen.
    Wie Sascha schon schreibt wird der Zoll ohnehin meistens umgangen.
    Das würde sich wohl erst ändern wenn es einen EU einheitlichen Zoll geben würde aber dafür sind die Bestimmungen in den ganzen Ländern viel zu unterschiedlich.
    Allein die MwSt. variiert zwischen 17-27% bzw. die ermäßigte 2,1-18% solange das nicht angeglichen ist wird es immer irgendwelche Umwege geben.

    • Naja, wenn aus einem EU-Lager verschickt wird, wird der Zoll ja nicht „umgangen“, sondern die Ware IST bereits verzollt worden (beim Import China -> EU-Lager). Dass verschiedene Länder verschiedene Steuersätze haben ist korrekt, aber das ist ja ein völlig anderes Thema.

      • Das umgehen der Umsatzsteuer ist auch im EU-Lager nicht ausgeschlossen, da die Händler meistens nicht jeden Artikel einzeln einführen, sondern pauschal auf eine Versandeinheit (Seecontainer, Flugzeugcolli usw) eine Pauschale entrichten. Deswegen führen sie ja bevorzugt über Länder ein, die solche Deals akzeptieren.

        Und solche Deals sind reiner Pragmatismus, denn der Zoll weiß, dass er nur einen Bruchteil kontrollieren kann, also akzeptieren sie lieber solche Pauschalzahlungen als im Zweifel gar nichts zu bekommen.

  11. Ich sehe der Änderung eher gelassen entgegen. Vermutlich hat man die Rechnung ohne die Chinesen gemacht, denn die versenden dann gar nicht mehr direkt nach Deutschland. Die Waren werden über andere Destinationen in den europäischen Wirtschaftsraum eingeführt. Läuft ja jetzt mit „Priority Line“, „Express Line“ und wie das sonst noch benannt ist schon so.

    Die erhobene „Auslagepauschale“ steht in keinem Verhältnis zum Warenwert oder der zu erhebenden Einfuhrumsatzsteuer. Hier „belohnt“ der Zoll nachträglich den Dienstleister, den er vor der Änderung quasi nicht entlohnt hat. Irgendwer hat ja die Aufkleber „Von zollamtlicher Behandlung befreit“ angebracht. Der Zoll dürfte kaum in der Lage sein 100% der Warensendungen aus Nicht-EU-Staaten zu erfassen, bewerten und die anfallenden Steuern und Gebühren zu berechnen und einzutreiben. Es gab ja Gründe für den bisherigen „Freibetrag“. Aber die Bürokraten haben da mal wieder zugeschlagen ohne nachzurechnen.

  12. Wer sich als Selbstverzoller bei DHL registrieren möchte, bitte hier entlang:
    https://www.dhl.de/de/privatkunden/hilfe-kundenservice/sendungsverfolgung/formular-selbstverzollung.html

    Jetzt müsste ich noch herausfinden, wie das für die anderen Paketdienst funktioniert.

    • Nachdem nur DHL diesen „wir verzollen für Dich“-Service anbietet, würde ich mal scharf vermuten dass die anderen Dienste sowieso beim Zollamt abkippen und Du zum Auslösen antreten darfst.

      • Bei FedEx kann man die Verzollung als Dienstleistung mit beauftragen. Das nutze ich seit Jahren bei Bestellungen von Kfz-Teilen aus den USA (über rockauto.com). Das hat bisher immer hervorragend funktioniert.
        DHL hatten wir mal im Büro mit der Verzollung eines Festplattengehäuses aus Südkorea beauftragt, das beim Zoll in Koblenz aufgelaufen war. DHL hat von der Abholung beim Zoll bis zur Auslieferung an uns fast drei(!) Monate(!) gebraucht.

  13. Die 19% obendrauf stören mich bei dem ganzen Thema gar nicht mal, das finde ich sogar in Ordnung.
    Viel mehr stört mich diese sogenannte hohe „Servicepauschale“ von Post/DHL, für einen Service den ich gar nicht will. Warum kann ich die 19% nicht z.B. direkt an den Zoll überweisen und dann geht die Sendung ihren normalen Zustellweg weiter.
    Abholung beim Zoll ist leider auch keine Alternative, sonst könnte man darüber noch nachdenken. Letztendlich freuen sich die Händler in der EU, die den selben Chinakrempel bei uns für das X-fache verticken können.

  14. Grad mal geschaut: Tatsächlich alle 5 Artikel die ich über Aliexpress bestellt habe, sind in Belgien. So läuft es auch bei den Klemmbausteinen die ich ab und zu mal bestelle.

  15. PaulMcFly says:

    Ei, dann senden die Chinahändler eben in ein Nachbarland und von da aus nach Deutschland. Ali macht das schon seit Jahren so. Ich bekomme auch die Pakete von denen, da steht nichts von China auf dem Absender, sondern Länder wie Polen, Spanien, Frankreich etc. Auf der sendungsverfolgung sieht man auch dass die Sendungen ursprünglich auch China kommen.

  16. Die China-Händler finden sicher wieder problemlos einen Weg in die EU, ohne am deutschen Zoll vorbeizumüssen.

    Gerade bei AliExpress wird mittlerweile auch gern aus Spanien verschickt. Die Ware wird einfach von China nach Gibraltar geliefert und dort ist sie dann schon fast auf spanischen Boden. Da war die Freigrenze sowieso nie ein Thema 🙂

    Und auch bei höherpreisigen Sachen wie Drohnen ging das ja bis Anfang des Jahres auch ganz leicht über die Kanalinseln (Jersey), von dort dann nach UK und dann das Paket umpacken und ab damit als EU-Hermes-Paket. Seit dem Brexit geht das wohl nicht mehr, aber ich tippe auch hier darauf, dass das nun über Gibraltar und Spanien läuft.

  17. AliExpress will iirc ein Versandhaus o.ä. in Europa dafür aufbauen um das zu „umgehen“

    Muss schauen ob ich die Quellen wiederfinde

    • Wie soll das Bauen eine Versandhauses die Einfuhrumsatzsteuer vermeiden helfen? Irgendwann muss die Ware die Grenze passieren. Und egal mit welchem Ziel das geschieht, die Einfuhrumsatzsteuer muss zukünftig unabh. vom Betrag gezahlt werden.

      • Es müssen die Einfuhrabgaben des EU-Landes bezahlt werden, in das die Ware eingeführt wird. Das wird ganz sicher nicht Deutschland sein. Das wird das EU-Land sein, das die günstigsten Einfuhrabgaben hat und des größte Entgegenkommen zeigt. Die Einfuhrabgaben werden damit zwar nicht vermieden, aber sie werden minimiert. So wie alle anderen Konzerne ihre Steuerlast durch den Firmensitz im passenden Land minimieren.

        • Klar, aber so ist das Leben. Wenn die EU-Staaten sich darauf geeinigt haben, dass unterschiedliche EuSt okay sind, müssen sie (wir) mit den Effekten leben. Als EU-Bürger darfst Du ja auch den Ort Deiner Lebensmitte und Erwerbsarbeit innerhalb der EU frei wählen (Freizügigkeitsrecht).

      • Naja, nicht ganz vermeiden, aber deutlich reduzieren lässt es sich schon.
        Beispiel:
        Der Händler schickt sein Adapter, den er für ,48€ verkauft, an das Ali-Lager in den Niederladen.
        Da schickt er gleich 10.000 hin mit einem Materialwert von 0,01€. Also wird Zoll auf 100€ fällig.
        Diese gehören weiterhin dem Händler in China. Dieser verkauft dir den Adapter weiterhin für 0,48€, schreibt aber dem Ali-Lager jetzt ne Nachricht, dass er Dir aus seinem Bestand ein Adapter schicken soll.
        Den „Extraservice“ vom Ali-Lager bezahlst Du als Prio-Versand extra und der Händler und Du haben den eigentlich fälligen Zoll nicht bezahlt.

  18. verstrahlter says:

    Also DHL darf ungefragt und rechtlich abgesegnet die Abwicklung übernehmen, und dafür zusätzlich €6 in Rechnung stellen.
    Falls man sich dabei zufällig aus Gier verrechnet, hat der Zwangskunde noch Zusatzspaß mit diesem „Service“ …
    Herrlich!

    • „Also DHL darf ungefragt und rechtlich abgesegnet die Abwicklung übernehmen, und dafür zusätzlich €6 in Rechnung stellen.
      Falls man sich dabei zufällig aus Gier verrechnet, hat der Zwangskunde noch Zusatzspaß mit diesem „Service“ …“

      Nein.

      DU willst als Importeur ein Gerät aus dem Ausland in die EU IMPORTIEREN.
      Ja, DU bist der Importeur.
      Dafür wird Einfuhrumsatzsteuer fällig, ggf auch Zollgebühr je nach Art der Ware.
      Das ist gut und richtig so, denn im Inland fällt schließlich auch Mehrwertsteuer an – falls Du also nicht generell Lust darauf hast inländische Hersteller ggü. ausländischen 19% schlechter zu stellen, sollte das soweit also schon mal klar gehen.

      Für Dich als Importeur gibt es nun eine Reihe Optionen wie Du das abwickeln kannst: Du kannst selbst über ATLAS beim Zoll anmelden. Oder Du kannst einfach persönlich beim Zollamt auftauchen und dort an Ort und Stelle verzollen.
      Oder Du kannst, wenn Dir das alles zu umständlich ist, den Service von DHL (analog ähnlich bei anderen Paketdiensten) in Anspruch nehmen.

      Im übrigen finde ich 6 EUR dafür dass da jemand eine Sendung in die Hand nimmt, den Wert von einer Rechnung abliest und einträgt oder (falls nicht vorhanden) ggf. recherchiert oder schätzt, dann das ganze in ATLAS o.ä. erfasst und irgendwelche Buchungen durchführt, eigentlich geschenkt.

      Also selbst mit Fantasie kann ich mir nicht vorstellen dass sich so etwas unter 10 Minuten machen lässt, vermutlich regelmässig eher sehr viel mehr.
      Besonders viel kann da kaum bei hängen bleiben.

      Und das alles, damit DU als Importeur auftreten kannst, ohne selbst eine Hand krumm zu machen.

      Also: komm mal runter von Deinem hohen Ross.

      • verstrahlter says:

        @js:
        Nach dem „Nein“ hätte gerne eine zur Frage passende Begründung kommen können, statt so einem gehirngewaschenen Gesülze; aber Du wolltest ja nur stänkern.

        Kleinstbestellungen aus China mit Import gleichsetzen, und Zahlen bzw. Schäden/Zahlungsausfälle von Herstellern, Händlern und Marktplätzen im Verhältnis dazu völlig aublenden … zeugt schon von ausgeprähtem sozialen Unverständnis.

        Dein bequemer unbedingter Wille Firmen und Konzerne (durch u.A. Weiterverbreitung derer Propaganda) zu unterstützen und andere unprovoziert anzugehen … lässt mich jedenfalls nicht nachvollziehen, weshalb mein Pferd größer sein soll.

        Leute wie Dich – nicht Willens alte Bräuche irgendwann mal auf den Prüfstand zu stellen, oder einfach so mal über irgenwas vorgekautes nachzudenken – braucht … ein klitzekleiner Teil der Welt scheinbar dringend … deren Vermögen Du bereitwillig im Tausch gegen ein paar Krümel vermehrst.

        Also: Reite Du mal weiter fleissig durch die Gegend, während die meisten fortbewefungstechnisch schon längst ein paar Stufen weiter sind …

      • Oh je.
        Da fühlt sich aber ein DHL Mitarbeiter stark angegriffen.

  19. Durch die extrem hohe Auslagepauschale von DHL in Höhe von 6 Euro zusätzlich zu der Mehrwertsteuer werden dadurch die allermeisten „üblichen“ Aliexpress Bestellungen natürlich unattraktiv. Schade, gerade Kleinkram der Zeit hatte habe ich dort gerne von Zeit zu Zeit bestellt.

    Zumal die deutschen Händler dafür Wucherpreise verlangen. Schönes Beispiel, eine Backup spezieller Klettbänder, bei amazon 10 Stück 6,99 Euro. Bei Aliexpress 100 Stück (!) für 2,40 Euro. Dann warte ich auch gerne mal 4 Wochen….

    • Gerade bei AliExpress wäre ich mir ziemlich sicher dass die direkt am Anfang schon am neuen OSS System teilnehmen und beim Zahlungsprozess die 19% einkassieren. Da wird es dann also eher unkompliziert.

      Zumindest waren die auch sehr schnell darin ein ähnliches System für UK & australische Kunden zu integrieren.

      • Das wäre wünschenswert, bisher sieht man noch keinen entsprechenden Hinweis bei Aliexpress.

  20. Was passiert ab 01.07.21 mit den Versandarten, die bisher nicht mit Einfuhrumsatzsteuer belegt waren? Ich habe z.B. heute bei Banggood mit EU Priority Line bestellt. Die Sendung wird voraussichtlich nach dem 01.07.21 bei mir eintreffen, da sie erst am 16.06.21 bei Banggood rausgeht. Muss ich mit Einfuhrumsatzsteuer rechnen oder bleibt alles wie gehabt.
    GearBest –> EU Priority Line
    Banggood –> EU Priority Line / Priority Direct Mail
    Geekbuying –> EU Priority Line / HKEU Priority Line
    TomTop –> Duty Free Versand
    Geekmaxi –> Direkt aus DE/EU-Lager
    Edwaybuy –> Direkt aus DE/EU-Lager
    TradingShenzen –> Direkt aus DE/EU-Lager

Es werden alle Kommentare moderiert. Lies auch bitte unsere Kommentarregeln:

Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen. Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte - gerne auch mit Humor. In jedes Thema Politik einbringen ist nicht erwünscht.

Du willst nichts verpassen?

Du hast die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den Hauptfeed abonnieren.