Zehn US-Serien, die ich bei Netflix Deutschland schmerzlich vermisse

28. Mai 2017 Kategorie: Internet, Privates, Streaming, geschrieben von: André Westphal

Netflix ist ein Streaming-Anbieter, den ich persönlich täglich nutze: Ich verzichte auf traditionelles Fernsehen und konsumiere Filme und Serien nur über Streaming oder althergebracht via Blu-ray / Ultra HD Blu-ray. Egal ob es nun die hundertste Runde „How I Met Your Mother“ oder Neuzugänge wie „Eine Reihe betrüblicher Ereignisse“ sind: Als Serien-Fan liebe ich Streaming. Allerdings vermisse ich bei Netflix Deutschland viele Formate, die es in den USA schon seit Jahren gibt.

Hätte ich die Wahl, würde ich deswegen auch Netflix US abonnieren – denn ich konsumiere Filme und Serien aus englischsprachigen Ländern ohnehin nur im Originalton. Das ist mir persönlich wichtig, damit ich wirklich die Leistung der Schauspieler genießen kann und nicht das Drübergesabbel eines deutschen Sprechers höre. Damit will ich aber keinen neuen Battle „Synchro vs. Originalton“ anzetteln. Wem es an Englischkenntnissen mangelt oder wer schlichtweg deutsche Synchronisationen mag, hat gute Gründe die deutsche Sprachversion zu wählen. Am Ende soll doch jeder seinen Content so genießen, wie er am meisten Spaß hat.

Doch ich schweife ab: Seitdem Netflix schärfer gegen VPN-Anbieter vorgeht, ist es deutlich schwerer geworden aus Deutschland auf ein US-Konto bei Netflix zuzugreifen. Da wiegt um so schwerer, dass viele, tolle US-Serien bei Netflix Deutschland fehlen. Nun wird da jeder andere Titel nennen, die er in Deutschland vermisst. Für mich sind es diese zehn Serien, die ich mir sehr gerne bei Netflix Deutschland anschauen würde.

10. The Flash / DC’s Legends of Tomorrow

Auf Platz 10 habe ich eine meiner Lieblingsserien, „The Flash“, sowie das im gleichen Universum angesiedelte „DC’s Legends of Tomorrow“ gesetzt. Beide Serien stehen so weit hinten, da es sie zwar bei Netflix in den USA gibt und in Deutschland nicht – sie aber dafür immerhin hierzulande bei Amazon Prime zur Verfügung stehen. Das gilt für restlichen neun Title meiner Liste nämlich leider auch nicht.

In den USA hat Netflix sogar ein Abkommen mit dem Sender TheCW, so dass bereits nach acht Tagen des Staffel-Endes alle Folge von TheCW-Serien wie „DC’s Legends of Tomorrow“ zu Netflix wandern. Schade, dass es einen derartigen Deal nicht in Deutschland gibt.

9. Malcom Mittendrin

Vor „Breaking Bad“ sorgte Bryan Cranston nicht als Drogenbaron für Angst und Schrecken, sondern witzelte als Hal in „Malcolm Mittendrin“ munter drauflos. In den USA steht der Sitcom-Klassiker komplett via Netflix zum Streamen bereit. Hierzulande glänzt die Serie leider durch Abwesenheit.

Besonders schade ist in diesem Fall, dass Fans der Serie im Grunde in Deutschland keine legale Option haben „Malcolm Mittendrin“ nochmal legal anzuschauen – außer sie haben die Folgen im TV aufgenommen. Denn selbst auf DVD sind nur die ersten drei Staffeln erhältlich.

8. Futurama

„Futurama“ gefiel mir in den ersten vier Staffeln nie so gut wie „Die Simpsons“. Heute ist es umgekehrt: Nachdem die Serie in den USA für Comedy Central wiederbelebt wurde, legte die Qualität meines Erachtens sogar zu. Hingegen lebte die gelbe Familie zu lange nur von Prominenten-Cameos. Zwar gibt es immer noch einzelne Höhepunkte, etwa die Lego-Episode, aber die Qualität der ersten neun Staffeln wird heute nach all den Jahren nicht mehr erreicht.

„Futurama“ hingegen war in den letzten Episoden besser denn je, zumindest nach meinem Verständnis. Ich bin mir bewusst, dass einige Fans die Folgen nach der Wiederbelebung auch kritisch beurteilt haben. Zwar besitze ich selbst die neueren Folge allesamt auf Blu-ray als Importe aus den USA, doch es ist schade, dass die Serie nicht auch bei Netflix strammsteht. Denn in Deutschland sind die letzten Staffeln nur als DVDs erschienen. Da wäre ein HD-Stream bei Netflix, wie in den USA, doch perfekt.

7. The Office (UK) / The Office US

Die Macher von „Stromberg“ ließen sich deftig vom britischen Vorbild „The Office“ mit Ricky Gervais inspirieren. In den USA folgte dann auch eine offizielle Adaption mit Steve Carell. Erstklassig: Bei Netflix in den USA kann man sowohl das britische Original als auch die US-Umsetzung via Stream abrufen – beide Versionen sind sehenswert.

Tja, doch in Deutschland guckt man in die Röhre – schade. Da muss man sich dann mit „Stromberg“ als Ersatzbefriedigung behelfen.

6. Colony

Für „Colony“ besteht zumindest noch Hoffnung: Die Serie ist bereits bei Netflix US im Programm und könnte den Sprung zu uns noch schaffen. Eine zweite Staffel ist bereits bestätigt. Hauptdarsteller der Mischung aus Science-Fiction und Drama ist „Lost“-Alumnus Josh Holloway.

Nun sollte es bitte mit „Colony“ auch in Deutschland mal losgehen. Aktuell ist die Serie bei Netflix leider nicht enthalten.

5. Parks and Recreation

„Parks and Recreation“ erwies sich in den USA für den aktuell sehr angesagten Schauspieler Chris Pratt („Guardians of the Galaxy Vol. 2“) als Sprungbrett. Die Comedy-Serie von Amy Poehler brachte es auf sieben Staffeln, welche in den USA allesamt auch bei Netflix zu finden sind.

In Deutschland ist „Parks and Recreation“ leider eher unbekannt und wird eher unter Ausschluss der Öffentlichkeit beim Pay-TV-Sender Glitz und bei Comedy Central verheizt. Da wäre Netflix doch eine super Heimat, finde ich.

4. It’s Always Sunny in Philadelphia

Danny DeVito spielt seit Jahren in dieser ebenfalls tollen US-Comedy mit. Bei uns läuft die Serie genau wie „Parks and Recreation“ mit kleinem Publikum auf Comedy Central.

In den USA findet ihr alle Staffeln der schrägen Serie auch bei Netflix – elf sind es an der Zahl. Leider bleibt uns in Deutschland die Möglichkeit verwehrt die Serie via Netflix zu streamen.

4. Hoff the Record

Steinigt mich, aber ich finde David Hasselhoff herrlich. Seine Selbstironie kann man dem Mann einfach nicht absprechen. Als Knirps war ich, wie viele Kinder der 1980er, enorm von „Knight Rider“ begeistert. Ein lebensgroßes Poster von David Hasselhoff prangte an meiner Zimmertür. „Hoff the Record“ ist nun eine Comedy-Serie im Mockumentary-Stil, in welcher David Hasselhoff eine überzogene Variante seiner selbst spielt. Dabei setzt er nach Großbritannien über, weil er in den USA keine Rollen mehr bekommt. Doch als sein verlorener Sohn Dieter Hasselhoff aus Deutschland aufkreuzt, das Ergebnis der schicksalhaften Feier zur deutschen Wiedervereinigung, stellt sich einiges auf den Kopf.

„Hoff the Record“ ist wirklich grandios und David Hasselhoff spielt hier so gekonnt mit seinem überdrehten Image, dass es eine wahre Freude ist. Britischer Humor vereint sich mit amerikanischem und ich empfehle nur jedem mal reinzuschauen. In den USA geht das auch bei Netflix – bei uns kann man die Serie leider nur entweder digital bei etwa Amazon oder Google Play kaufen oder muss zu DVDs greifen.

3. Wilfred (US) / Wilfred (AUS)

Ich liebe „Wilfred“: Die Blu-ray-Veröffentlichung der ersten Staffel in den USA gab damals für mich den Ausschlag mir einen Toshiba-Player zu kaufen, bei dem sich eine Multi-Region-Firmware aufspielen ließ. Die dunkle Dramedy mit Elijah Wood und Jason Gann ist speziell in den ersten beiden Staffeln nicht nur urkomisch, sondern auch unheimlich bewegend und teilweise gar philosophisch. Elijah Wood spielt hier einen jungen Mann, Ryan, der nach einem gescheiterten Selbstmordversuch den Hund seiner Nachbarin als Mensch im Hundekostüm wahrnimmt. Jener Köter namens Wilfred manipuliert Ryan nach Strich und Faden, erteilt ihm aber gleichzeitig auf diese verdrehte Weise Lektionen fürs Leben. Die Serie hinterfragt nicht nur gesellschaftliche Klischees und kulturelle Zuschreibungen, sondern geht auch intelligent auf ernsthafte, psychische Probleme ein… mit einem derben Humor, der in nahezu jeder Folge zitierwürdige Sprüche im Minutentakt raushaut.

In einer meiner Lieblingsszenen wägt Ryan ab sich ehrenamtlich zu engagieren – was Wilfred scheinheilig findet, da Ryan damit nach seiner Ansicht nur in den Augen anderer Leute gut dastehen will. Sein logisches Gegenargument: „Community service? That’s for drunk drivers and wife beaters, not decent folks, like us. Now let’s go to that playground and blaze a fatty“ – herrlich. Auch das australische Original, ebenfalls mit Jason Gann als Mann im Hundekostüm, ist absolut sehenswert. Jene Variante ist wesentlich ernster und düsterer als die US-Version bzw. versprüht viel Indie-Charme. Hier dürfte Netflix Deutschland in beiden Fällen gerne übernehmen.

2. Young Justice

Als Superhelden-Fan habe ich „Young Justice“ zunächst skeptisch beäugt: Batman, Superman, Wonder Woman und Co. spielen nämlich nur Nebenrollen als Mentoren ihrer ehemaligen Sidekicks. Im Zentrum steht ein junges Team, ähnlich den Teen Titans: Aqualad, Robin, Mrs. Martian, Kid Flash, Artemis und Superboy wollen sich mit ihrem eigenen Team emanzipieren. Hier hätte viel schiefgehen können, doch die überraschend erwachsene Herangehensweise, welche sich viel Zeit für die interpersonellen Dynamiken in der Gruppe und die Charakterentwicklung nimmt, hat „Young Justice“ zu einer der besten Zeichentrickserien gemacht, die ich kenne.

Dabei überzeugen auch die durch japanische Anime beeinflussten Animationen. Mittlerweile ist bestätigt, dass es nach jahrelangem Gequengel der Fans noch eine dritte Staffel der leider 2012 jäh eingestellten Serie geben wird. Ob diese dann den Sprung nach Deutschland schaffen wird? Leider, leider ist das aktuell unwahrscheinlich.

1. Louie

Auf Platz 1 kann und darf für mich nur „Louie“ stehen. Diese Comedy-Serie ist nicht nur das Lustigste, was es im TV seit Jahren zu sehen gegeben hat, sondern zugleich vielleicht auch das Intelligenteste. Comedian Louis C. K. spielt hier eine abgewandelte Version seiner selbst. Als geschiedener Vater zweier Töchter muss Louie sein Privatleben und sein unkonstantes Dasein als Comedian unter einen Hut bekommen. Dabei stößt er immer wieder auf bittere Wahrheiten in seinem Leben, die nicht nur ihn nachdenklich machen.

Der Humor von Louis C. K. ist nicht jedermanns Sache: Ähnlich wie auch bei „Wilfred“ dienen derbe Witze hier meistens nur als Stilmittel, um tiefergehende Kritik an gesellschaftlichen Misständen oder Vorurteilen zu üben. In einer meiner Lieblingsfolgen, „Miami“, lernt Louie im Urlaub einen muskulösen Rettungsschwimmer kennen, mit dem er sich extrem gut anfreundet und seine übliche Traurigkeit überwinden kann. Doch er hält sein Gegenüber für homosexuell, was ihn befangen macht. Schließlich überwindet er seine Grübeleien und beschließt trotz seiner Vorbehalte seinen Urlaub zu verlängern, um mehr Zeit mit seinem neuen Kumpel zu verbringen.

Dann stellt sich heraus, dass jener gar nicht homo- sondern heterosexuell ist und nun Louie für schwul hält. Keiner von beiden hat ganz offensichtlich etwas gegen Homosexuelle, doch der peinliche Moment zwischen den sich näher gekommenen Freunden, die Grenzüberschreitung Louies, löst die Freundschaft auf. Grandios und bewegend inszeniert – muss man selbst gesehen haben. Und so regt „Louie“ fast in jeder Folge zum Nachdenken an.

Welche Serien vermisst ihr denn eventuell bei Netflix Deutschand?


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Über den Autor: André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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