ZDFinfo: 06. Februar ist Videospiele-Themenabend mit „Killerspielen“ und Co.

Artikel_ZDFinfoDie öffentlich-rechtlichen TV-Sender haben seit Jahren insgesamt ein gespaltenes Verhältnis zur Gaming-Kultur. Zum einen waren sie in den 1990er-Jahren Pioniere mit Sendungen wie XBase, zum anderen bedienten sie boulevardesk-polemisch in Magazinen wie Frontal21 sämtliche Vorurteile der „Killerspiele“-Schreier. So wundert es nicht, dass auch der zentrale Beitrag des Videospiele-Themenabends am 6. Februar 2016  plakativ „Killerspiele! Der Streit beginnt“ betitelt ist. Die Herangehensweise der dreiteiligen Dokumentation soll aber deutlich neutraler und sachlicher vonstatten gehen, als der Titel vermuten ließe.

Zunächst geht es aber abends um 21 Uhr mit dem Film „Väter der Pixel-Monster“ los, einem Werk über die Anfänge der britischen Videospieleindustrie zwischen 1979 und 1996. Um 22:30 Uhr soll daran „Atari: Game Over“ anknüpfen. Um diese Dokumentation gab es viel Presserummel, denn sie wurde von den mittlerweile eingestampften Microsoft Xbox Entertainment Studios produziert und steht Besitzern einer Xbox 360 / Xbox One seit Ende 2014 kostenlos via Xbox Live zur Verfügung. Im Fokus dieses Beitrags steht der namensgebende Absturz von Atari, die Anfang der 1980er-Jahre noch vor dem Aufstieg Nintendos und Segas die Industrie dominierten.

atari game over

Dabei geht es auch zentral um das heute legendäre Videospiel für den Atari 2600, „E. T. – Der Außerirdische“. Programmiert von einem einzelnen Entwickler und nach dem Verkaufsflop mit unzähligen, überflüssigen Exemplaren mitten in der Wüste von New Mexico vergraben, ist das Spiel bis heute unter Gamern berühmt. Die Macher der Dokumentation haben das Lager ausgehoben und zeigen die fast schon archäologische Ausgrabung. Außerdem gibt es natürlich einen allgemeinen Überblick über den großen Videogame-Crash der 1980er-Jahre.

killerspiele zdfinfo

Um 23:15 Uhr folgt dann am 06. Februar auf ZDFinfo der eingangs erwähnte Beitrag „Killerspiele! Ein Streit beginnt“. Man wirft hier einen Blick zurück und zeigt, dass die Debatte um Gewalt in Videospielen bereits vor 40 Jahren präsent war und kein neues Phänomen ist. Insgesamt soll die Dokumentation in drei Teilen die Geschichte der First-Person-Shooter erzählen und dabei verschiedene Seiten zur Geltung kommen lassen. Am 06.02.2015 sendet ZDFinfo den ersten Teil der Doku-Reihe. Für die beiden folgenden Teile schweigt sich ZDFinfo noch zu den Sendeterminen aus.

UPDATE:

Mittlerweile hat man das Programm etwas umgeschmissen: Um jeweils 21:00 bzw. 21:40 Uhr laufen „Die Minecraft Story“ und „Die Google Story“, gefolgt von „World of Warcraft: Geschichte eines Kultspiels“, so dass „Väter der Pixel-Monster“ und „Atari: Game Over“ leider entfallen.

(via Boris Schneider-Johne)

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Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden.

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12 Kommentare

  1. Das ZDFinfo-Programm auf http://www.zdf.de/epg/programm-4100.html sieht aber anders aus als du hier schreibst.
    Vor der „Killerspiel“-Doku kommen die Wiederholungen von „Die Microsoft-Story“ und „Die Google-Story“.
    Was stimmt denn jetzt :)?

  2. Wirds das auch in der Mediathek geben?

  3. da hat ZDF wohl den plan geändert.

    23:10 – Killerspiele Doku
    Pixel Monster Doku fällt komplett aus

    mit sicherheit gibts alles in der mediathek

  4. @mcinnocent
    „Killerspiele“ ist schon in der Mediathek vorhanden 😉

    http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/2658536/Killerspiele

  5. André Westphal says:

    @bert Da haben sie umdisponiert, mache gleich ein Update. Eigentlich wars so geplant: https://presseportal.zdf.de/pm/killerspiele-der-streit-beginnt/

  6. Ignatz der Fiese says:

    ZDF/info/doku/neo? Guckt noch jemand diesen Mist. Dachte das deren Spezialität Unwahrheiten zur Flüchtlingsproblematik, der selbstherrliche Böhermann und Guido Knopps Dokus, über Hitlers Unterhosen und dergleichen, sind. Wir sollten uns mal wirklich Gedanken über die Abschaffung der Zwangsgebühren machen.

  7. Auf „Die Minecraft-Story“ hätte ich mich ja richtig gefreut, es geht aber um die früheren Jahre des neuen Besitzers: „Die Microsoft-Story – Computerpionier Bill Gates“
    Liegt ja nicht so weit auseinander 🙂

  8. danke für den hinweis. sehr interessant!
    die spartensender der öffentlichen machen einen immer besseren job. qualität ist eben nicht immer an der quote messbar.

  9. Zu schon GEZahlt?;

    Die Anstalten geben €11,48 von Euren €17,21 nur für Alterversorgung sprich Pensionsrückstellungen/Betriebsrenten aus. Die sind dann allerdings komplett für den Lebensabend von Guido Knopp und seiner Altersschicht vorgesehen. Den Böhmermanns und anderen Nachzüglern, die irgendwie dort Platz finden durften – hat man natürlich gesagt, sie müssten privat vorsorgen (also kennt Ihr selber wenn ihr zu der Durchschnittsaltersgruppe des Blog gehört – ohne Fremdkapital-Hebel/Lotto oder Kriminalität kann selbst der Gutverdiener aus den Minizinssätzen eine Altersvorsorge basteln.

    Entweder ist das Programm bei der BBC eingekauft und Synchronisiert bzw. Nachgespielt Formate Panorama, Hardtalk…aber in schlecht. In dem Fall empfehle ich guckt Euch die Sendungen im Original in der BBC Mediathek mit Hola Plugin an – ist

    Problematisch wird es, wenn die Alten einen Nachschulen wollen (nicht nur im Format Guido Knopp). Und Arbeitsrechtlich gar nicht weg dürfen und jungen prekär befristet höchstens in die Reaktionen dürfen https://youtu.be/omwtlPcYUbg?t=32m34s

    Ich will mir nicht von jemand Windows 95 erklären lassen – oder von Oma Erna, die gesagt bekommt – die immer pünktlichst am Sonntag in die Kirche geht, das sich Killerspiele nicht gehören.

    Bei denm Kommentar, wir hätten auch mit weniger Gewalt verkaufen können fällt mir nur ein;
    Egoshooter mit Aliens und blauen Blut oder dem auslassen von Flüssigkeiten sind genauso bescheuert, wie Pornobalken und Kicken mit Softbällen – das macht genauso oder wenn überhaupt mehr kaputt, wenn dann noch von oben nachgegängelt wird.

    Ich glaube auch nicht, das man von „Du darfst“ Produkten abnimmt, deswegen werden Kinder, die nicht verlieren können auch nicht weniger aggressiv, wenn das Egoschooterblut „light“ ist. Können ja gerne die Schüsse weg-piepen.

    Ich sehe Videospiele als mittlerweile finanzstärkste Unterhaltungs- und Erzählform an.Unterhaltung muss nicht besonders intelligent sein. Nur gibt es Karl Lagerfeld -Zitate; „viel Freizeit und beschränkte Mittel, das Endet meist vor dem Fernsehr“. Die man ggf. auch auf Videospiele beziehen kann…und Dauerkonsum ist letztendlich egal was für’n Zeug nie unproblematisch.

  10. Es gibt doch Caschy und Heise, warum soll ich mir also, von aus Restsperma gezeugten ZDF „Rentnern“, irgendetwas über Computer oder Videospiele erzählen lassen? Wer Ahnung von der Materie hat, arbeitet doch bestimmt nicht für das ZDF. Na egal, läuft ja alles auf ZDFinfo. Bei unter 1% Quote dürften das wohl nicht allzu viel Leute sehen.

  11. Danke, nein danke.
    Die letzte Doku der ÖR mit dem Begriff ‚Killerspiel‘ war das reinste Desaster und ein Armutszeugnis der involvierten Journalisten, welches seinesgleichen sucht.
    Da wurde WoW als brutal und gewaltverherrlichendes Spiel geschildert, in welchem sich die Spieler gegenseitig dahin metzeln würden. Teils wurden dabei Passagen von GTA eingeblendet, um den Zusammenhang komplett zu zerreißen.

    Vielleicht haben die Redakteure auch nur gehofft, im damaligen Run der Politiker gegen die Videospieleindustrie ein paar Einschaltquoten mit besorgten Eltern machen zu können, die ihren Sprösslingen zwar bereitwillig einen PC oder eine Konsole ins Zimmer stellten, sich allerdings der damit einhergehenden Verantwortung nicht bewusst waren, oder für das bequeme Ignorieren selbiger einfach einen Buhmann suchten, weil sie sich in der öffentlichen Diskussion um den vermeintlichen Zusammenhang zwischen Amoklauf und Videospiel ihres Fehlers bewusst wurden.

    Da kann der Betrag zu WoW jetzt nur Heuchelei und oberflächlich sein. Tiefgang zum Spiel werde ich jedenfalls nicht erwarten.

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