ZDF und ARD begraben gemeinsames Streaming-Portal

16. September 2013 Kategorie: Internet, geschrieben von: caschy

Das von ARD, ZDF und einigen anderen Partnern geplante Video on Demand-Projekt mit dem Arbeitstitel „Germany’s Gold“ wird nicht fortgeführt, wie man seitens des WDR und der ZDF Enterprises GmbH mitteilt.

 

Das geplante Portal steht seit 2011 unter der Beobachtung des Kartellamtes und nun ist man zum Entschluss gekommen, dass man unter der Vorraussetzung, alle Auflagen zu erfüllen, das Projekt nicht finanzieren kann – oder wie es offiziell heißt: „Alternative Modelle, die den vom Bundeskartellamt geforderten Rahmenbedingungen genügen, haben hingegen keine positive wirtschaftliche Prognose“.

Bereits im März 2013 gab es Hinweise auf Probleme mit dem Kartellamt. Dieses kritisierte den Plan von ARD und ZDF, nachdem schon vorab das gemeinsame Video on Demand-Projekt von ProSiebenSat1 und RTL vor dem OLG Düsseldorf scheiterte. Im Falle Germany’s Gold war es wie folgt: Das Angebot sollte durch Werbung oder durch bare Münze finanziert werden, was das Kartellamt logischerweise kritisch sah.

Die Bedenken sind nachvollziehbar: ARD und ZDF treten als Unternehmer und Wettbewerber auf dem Markt für Video On Demand auf und müssen ihre Produkte deshalb auch wie andere Unternehmen unabhängig voneinander vermarkten. Weiterhin hieß es damals, dass das Angebot kritisch zu betrachten wäre, da Inhalte von Mediatheken oft gebührenfinanziert sind.

Die Partner von ARD und ZDF bedauern das Aus, wie man ebenfalls mitteilt: „In Zeiten veränderter Mediennutzung, Zuschauerbedürfnisse und Angebotsfragmentierung wäre ein Portal wichtig gewesen, das den Nutzern Gedächtnis des deutschen Films und Fernsehens hätte sein können und diesen hochwertige Inhalte aus allen Genres auch jenseits der klassischen TV-Ausstrahlung jederzeit zugänglich gemacht hätte.“

Schwieriges Thema irgendwie. Medien würden wir alle gerne abrufen, gerne auch gegen Zahlung oder durch das Anschauen von Werbung. Im Falle von ARD und ZDF ist hier natürlich die Frage erlaubt, inwiefern wir ein weiteres Mal bezahlen, wenn wir doch schon mittels Gebühren finanzieren. Mal schauen, ob und wann man hier in Deutschland eine Lösung spendiert bekommt, zu jedem Zeitpunkt die Dinge schauen zu können, die man auch wirklich schauen möchte.


 

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Quelle: pressemitteilung |

Über den Autor: caschy

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