YouTube Red: Mitmachen oder unter den Tisch fallen

22. Oktober 2015 Kategorie: Google, Internet, geschrieben von:

artikel_youtubeYouTube hat (zunächst nur für die USA) sein Premiummodell Red vorgestellt: Video-Konsumenten zahlen optional 9,99 US-Dollar im Monat, um die Werbung auf der Plattform zu entfernen. Auch die potentielle Offline-Verfügbarkeit von Videos wird auf diese Weise hergestellt, wenn man mit seinem Google-Konto eingeloggt ist. Später sollen auch exklusive Inhalte für Abonnenten folgen. Im gleichen Atemzug hat YouTube offenbar auch Top-Videomachern ein Angebot gemacht, dass sie im wahrsten Sinne des Wortes nicht ablehnen können.

So haben die hochrangigen Partner-Creators im Grunde keine andere Wahl, als bei YouTube Red mitzumachen: Wer nur auf Werbeeinnahmen scharf ist und sich YouTube Red deswegen verweigern will, muss mit drastischen Konsequenzen leben. So entfernt YouTube nämlich als Folgemaßnahme die Videos der jeweiligen Videomacher aus der öffentlichen Ansicht – auch in der werbefinanzierten Version der Plattform.

Zu YouTubes Top-Partnern zählen allerdings nur Comedians, Musiker oder Gaming-Videomacher, die ohnehin eng mit YouTube zusammenarbeiten. Trotzdem ist die Methode „Friss oder Stirb“ seitens YouTube in diesem Bezug schon sehr drakonisch. An den Einnahmen via YouTube Red werden die Videomacher natürlich trotzdem beteiligt. Ob die Top-Videomacher dadurch aber letzten Endes mehr oder weniger verdienen als bei reiner Werbefinanzierung, muss sich noch herausstellen.

youtube red

Google und YouTube begründen den rigiden Schritt damit, dass man Konsistenz im Angebot wahren müsse. Konsumenten sollten sich keine Sorgen darüber machen müssen, ob einige Inhalte in YouTube Red fehlen bzw. dann doch Werbung zeigen. Während des Launch Events bestätigte YouTubes Chief Business Officer Robert Kyncl, dass fast alle Videomacher das Abkommen mit YouTube abgeschlossen hätten. Dadurch sollen 99 % der Videos weiterhin sichtbar bleiben.

Klar, eine Wahl hatten die Creators natürlich kaum – denn sonst fielen ja auch die Einnahmen durch Werbeeinnahmen weg. Angeblich gibt YouTube dabei 55 % der Einnahmen an die Videomacher heraus – den Rest behält die Plattform für das Bereitstellen seiner Dienste. Bestätigt ist diese Zahl aber offiziell nicht. Wie genau die Verteilung wiederum bei Play Music aussieht, ist offen.

Kritikwürdig ist der Umgang seitens YouTube mit den Top-Videomachern deswegen, weil man ihnen im Grunde keine Wahl lässt. Das lässt einige Kreative vielleicht skeptisch auf die Zukunft blicken. Denn natürlich ist es zumindest möglich, dass YouTube z. B. die Verteilung der Einnahmen später zum eigenen Vorteil modifizieren könnte.

(via TechCrunch)

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