YouTube erhöht die Voraussetzungen für die Video-Monetarisierung

7. April 2017 Kategorie: Google, Internet, Social Network, Streaming, geschrieben von: André Westphal

YouTube macht sich gefühlt aktuell bei allen unbeliebt: Etliche Unternehmen haben sich aus Googles Werbeprogramm nicht nur bei YouTube, sondern teilweise auch im Web zurückgezogen. Ursache: Laut den vergrätzten Firmen wurden ihre Werbeanzeigen bei unpassendem Content eingeblendet. Speziell bei YouTube reagierte Google und setzt nun auf mehr Familienfreundlichkeit. Videos, die als „kontrovers“ durchgehen, wurden bei etlichen, großen Kanälen von der Monetarisierung nachträglich ausgeschlossen. Auch YouTubes nächster Schachzug könnte für Kontroversen sorgen.

So erhöht man nun die Voraussetzungen für die Teilnahme am YouTube Partner Program (YPP). Als Begründung nennt man, dass man den Videomachern entgegen kommen wolle, damit es für Neulinge schwerer sei ihren Content zu stehlen und damit Geld zu machen. Sicher dürfte aber auch hier vielmehr vordergründig eine Rolle spielen, dass man kontroverse Clips nicht so leicht zur Monetarisierung zulassen will. So müssen Kanäle jetzt eine Mindestanzahl an Views von 10.000 aufweisen, bevor sie eventuell an YPP teilnehmen dürfen.

Zusätzlich will YouTube neue Kandidaten für das YPP genauer überprüfen. Nur wenn der Kanal sich an die Community Guidelines und die Voraussetzungen der Werbemacher hält, wird er zugelassen. Klar, YouTube argumentiert, das sei besser für die Community und für Videomacher, aber jeder liest leicht heraus, dass es eher eine Panikreaktion auf die Entrüstung der Werbemacher darstellt.

Am Ende ist es natürlich dennoch fair, dass YouTube bestimmte Voraussetzungen anlegt, damit Inhalte monetarisiert werden können. Das ist schließlich das gute Recht der Plattform. Allerdings hat sich YouTube die aktuelle Community herangezüchtet: Eine Gemeinschaft, in der vor allem Kanäle wie PewDiePie, iDubbbzTV oder h3h3 Productions international beliebt sind, die gerne auch Grenzen überschreiten. Damit war man lange glücklich, solange der Rubel rollte.

Nun denn, es ist wie es ist und unerreichbar sind zumindest die 10.000 Views für einen Kanal auch nicht, wenn jemand die Arbeit und Zeit ernsthaft investiert. Spannend wird dagegen, ob YouTube nun rigider bei der manuellen Auswahl der monetarisierbaren Inhalte vorgeht. Bisher zeigte man sich hier sehr locker, was sich nun ändert.

(via YouTube Creator Blog)

Über den Autor: André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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