Xbox One Scorpio: Roundup der neuen Informationen zur 4K-Konsole

16. April 2017 Kategorie: Games, Hardware, geschrieben von: André Westphal

Letzte Woche durfte Digital Foundry die technischen Daten von Microsofts Project Scorpio enthüllen. Nach und nach haben die Kollegen noch mehr Informationen zur 4K-Konsole nachreichen dürfen. Und dabei sind tatsächlich noch einige Details ans Licht gekommen, die es in sich haben. So wird die Scorpio als erste Konsole überhaupt AMD FreeSync unterstützen. Das bedeutet, es können die Bildraten der Konsole und des Bildschirms synchronisiert werden, um Effekte wie Tearing zu vermeiden.

Außerdem wir die Xbox One Scorpio sogar als eines der ersten Geräte HDMI 2.1 bieten – was z. B. Dynamic HDR bei Verwendung von HDR10 ermöglicht. Was FreeSync betrifft, soll die Xbox One Scorpio sogar direkt auf FreeSync 2 setzen. Man darf auf die Effekte in der Praxis gespannt sein. Zumindest bei Digital Foundry ist man im Video bereits sehr enthusiastisch.

Was man im Video aber verschweigt: Normalerweise genügt es nicht, wenn der PC oder in diesem Fall die Konsole AMD FreeSync unterstützt. Auch der Bildschirm muss kompatibel sein. Aktuell gibt es aber nur Monitore mit FreeSync und keine Fernsehgeräte. Insofern sollte man erst einmal abwarten, ob sich die Unterstützung seitens der Xbox One Scorpio am Ende nur auf dem Papier klasse anhört oder in der Praxis wirklich relevant wird. Denn ich glaube weniger, dass Konsolenspieler in Zukunft anfangen ihre Kiste an einen PC-Monitor anstatt an einen TV zu hängen.

Für diejenigen unter euch, die gerne dank Abwärtskompatibilität auch ältere Games zocken, hat Project Scorpio allerdings wohl ein As im Ärmel: Denn Microsoft geht einen anderen Weg als Sony mit der PS4 Pro. Bei letzterer wird im Grunde ein Teil der GPU deaktiviert, wenn ältere Spiele ohne PS4-Pro-Patch laufen. Über den nachgereichten Boost-Mode profitieren aber immerhin dennoch einige Spiele von den höheren Taktraten. Microsoft schaltet aber auch bei älteren Spielen die gesamte Leistung frei – ältere Games für die Xbox One oder gar Xbox 360 können theoretisch also von der neuen Mehrleistung profitieren.

Trotzdem werden nun Spiele, die vorher mit 30 fps liefen, nicht plötzlich mit 60 fps rennen. Denn die Entwickler arbeiten auf der Konsole in der Regel mit Frame-Locks. Allerdings ist fest zu erwarten, dass Spiele, die vorher in bestimmten Szenen mit Performance-Einbrüchen zu kämpfen hatten, jene an der Xbox One Scorpio vollständig hinter sich lassen.

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Außerdem sollten Spiele mit dynamischen Auflösungen stets ihre maximal mögliche Auflösung anlegen. So gibt es viele Titel, deren Auflösung an der Xbox One etwa dynamisch je nach Auslastung der Hardware zwischen 900p und 1080p wechselt. An der Xbox One Scorpio solltet ihr bei solchen Titeln dann stets in 1080p zocken können, ohne dass noch heruntergeschaltet werden müsste. Als Beispiel könnte hier „The Witcher 3: Wild Hunt“ herhalten.

Wichtig für die Ungeduldigen unter euch: Auch Ladezeiten sollen sich an der Scorpio deutlich verkürzen. So rechnet nicht nur die CPU schneller, Microsoft hat die Bandbreite der Datenübertragung für die Festplatte um 50 % erhöht. Auch kann der zusätzliche RAM der Konsole laut Microsoft bei älteren Spielen als eine Art Cache dienen, was ebenfalls zu kürzeren Ladezeiten führen soll. Muss man zwar alles dann in der Praxis überprüfen, klingt aber natürlich vielversprechend. Zu hoffen ist, dass es am Ende keine Kompatibilitätsprobleme bei  Spielen für die Xbox One gibt. Das sehen wir dann zum Launch.

Zur Erinnerung seht ihr hier noch einmal die technischen Daten der kommenden Xbox One Scorpio. Den offiziellen Namen der Konsole sowie Preis, Erscheinungsdatum und Design des Gehäuses kennen wir aktuell leider immer noch nicht. Auf der E3 im Juni 2017 will Microsoft aber weitere Details rausrücken. Denn erscheinen soll die neue Konsole ja noch vor Ende des Jahres.

Habt ihr Interesse an der Xbox One Scorpio? Bei mir ist die Neugierde aktuell groß, doch gibt es für mich ein zentrales Problem: Aktuell lockt mich keine besondere Software zu Microsofts Plattform. Beispielsweise besitze ich schon aktuell eine Xbox One S sowie eine PlayStation 4 Pro, zocke aber fast ausschließlich an letzterer – sieht man im Grunde von ein paar Gelegenheitsrunden in „Gwent: A Witcher Card Game“ ab. So fehlen mir einfach für die Xbox One die überzeugenden Exklusivtitel – ist aber auch ganz klar eine Sache der persönlichen Vorlieben.

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Mit alldem hat es sich aber noch lange nicht: Denn tatsächlich tauchten unter der Woche auch erste Bilder und Informationen zu den Dev-Kits auf. In Design und auch Spezifikationen sind die Dev-Kits aber noch nicht mit der finalen Konsole identisch. So bieten die Konsolen für Entwickler etwa bei der GPU 44 Compute-Units und 2.816 Shadereinheiten. Die finale Xbox One Scorpio wird sich aber auf 40 Compute-Units und 2.560 Shader beschränken. Auch nutzen die Dev-Kits noch stolze 24 GByte GDDR5X-RAM, während die finale Version der Konsole 12 GByte bieten wird.

Bei den Dev-Kits sind neben der Festplatte mit 1 TByte Kapazität auch noch SSDs mit 128 GByte an Bord. Außerdem verfügen die Einheiten für Entwickler über ein kleines OLED-Display an der Vorderseite, das beispielsweise die aktuellen FPS anzeigen kann. Auch wenn die Dev-Kits dabei bereits recht interessant aussehen, im Grunde wie eine Mischung aus AVR und Xbox One S, kann man aus dem Design natürlich keine Rückschlüsse auf die tatsächliche Gestaltung der Xbox One Scorpio ziehen.

Sollte Microsoft seine Versprechungen einhalten, wäre die Xbox One Scorpio aber vermutlich im Konsolenbereich die beste Anlaufstelle, um Multiplattform-Spiele in der bestmöglichen Qualität zu genießen. Jetzt muss nur noch der Preis stimmen – ich persönlich halte 499 Euro für ideal. Damit wäre die Xbox One Scorpio gerechtfertigtermaßen teurer als die PS4 Pro, würde aber nicht die magische Grenze von mehr als 500 Euro überschreiten. Den Fehler machte Sony damals zur Einführung der PS3, die zum Launch mit 599 Euro aus Sicht der meisten Gamer zu teuer gewesen ist. Nun denn, warten wir es ab. Microsoft sprach bisher nur von einem „Premium-Preis“, was das heißt, finden wir schon noch heraus.


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Über den Autor: André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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