WLAN-Mitschnitt bei StreetView: Google bekommt 7 Millionen Dollar Strafe aufgebrummt

13. März 2013 Kategorie: Google, geschrieben von: caschy

Jetzt muss ich hier noch die alten Brocken mal wieder auskramen. Erinnert ihr euch noch an den Datenschutz-Skandal von Google? Google hatte vor einigen Jahren – angeblich aus Versehen – auch die Kommunikation offener Netzwerke mitgeschnitten. Bis dato waren viele ja der Meinung, dass Google nur Gutes im Schilde führt –  als sich herausstellte, dass Google im Rahmen von Street View WLAN-Daten erfasst hat, während man mit seinen Street View-Autos durch die Welt gurkte, klappte es tendenziell eher schlecht mit der Außenwirkung. Bereits letztes Jahr gab es von der US-Kommunikationsbehörde FCC den erhobenen Zeigefinger nebst Portokassenstrafe in Höhe von 25.000 Dollar.

Google-Streetview-1

Auch hierzulande gab es Ermittlungen, diese wurden aber eingestellt. In den USA lief das Verfahren aber bislang – nun das Ergebnis: 7 Millionen Dollar Strafe – das sind nach heutigem Stand 5.37 Millionen Euro. Google betonte, dass das Aufschnappen der Daten lediglich der Standortbestimmung diene, die Richter sahen das wohl etwas anders. Nun bin ich kein Jurist, kann aber meine Meinung kundtun: wie krank ist das Rechtssystem? Google zahlt 5.37 Millionen Euro für eine Panne in Sachen Datenschutz – während Microsoft für eine Panne beim Anbieten einer bekloppten Browserauswahl die Strafe von insgesamt 561 Millionen Euro zahlen muss? Bekloppte Welt.

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46 Kommentare

bassti 13. März 2013 um 10:24 Uhr

Das macht Google an einem Vormittag an Gewinn wieder weg. Da kann ein schlechtes Kantinenessen mehr schaden anrichten….

coolkex 13. März 2013 um 10:25 Uhr

Mit Microsoft die Strafe kann ich garnicht Nachvollziehen!
Ist doch deren System. Damit können die doch machen, wie sie wollen. Wenn man etwas anderes möchte, installiert man sich halt was anderes oder lässt Windows ganz bleiben.

ist ja nicht so, dass es nur Microsoft am PC-Markt gibt.

coolkex 13. März 2013 um 10:26 Uhr

Google dagegen hat wirklich was verbrochen. Und die 7 Millionen zahlen die doch glatt aus der Portokasse

Nepa 13. März 2013 um 10:29 Uhr

Hat Google damit auch eine Auflage verletzt gehabt wie Microsoft die der EU? Wenn nicht wäre das schon ein riesen Unterschied..

Rupa 13. März 2013 um 10:39 Uhr

Was ist eine gerechte Strafe?

Indem man verschiedene Strafen vergleicht?

digitreo 13. März 2013 um 10:42 Uhr

Ob das in beiden Fällen eine “Panne” war sei einmal dahingestellt. Ich behaupte einmal Nein und Nein. Der Unterschied ist jedenfalls wie von Nepa schon angemerkt, dass Microsoft gegen Auflagen verstieß, also ein Wiederholungstäter ist. Schaden wird der jeweilige Betrag keiner der beiden Unternehmen.

Roman 13. März 2013 um 10:42 Uhr

7 Millionen ist zwar an sich viel, aber für Google nichts. Die Strafe von 25.000 Dollar ist extrem lächerlich.
Die ganzen Daten, die Google da gesammelt hat, sind wohl um einiges mehr Wert als 7 Millionen Dollar.

Stefan Fritz 13. März 2013 um 10:47 Uhr

“Wie krank ist das Rechtssystem?”

Es sind hier zunächst schonmal zwei verschiedene Rechtssysteme. Dann handelt es sich bei dem Google-Fall um einen Vergleich, während der Microsoft-Fall quasi eine Vertragsstrafe wegen Verstoss gegen Vereinbarungen ist. Nicht unbedingt Äpfel-Birnen, aber zumindest Granny Smith-Braeburn.

HO 13. März 2013 um 10:58 Uhr

Microsoft hat Mitbewerber von einem Milliarden-Werbemarkt ausgeschlossen mit ihrer Monopolstellung und sie waren Wiederholungstäter. Google hat einen einfachen Datenschutzverstoss begangen und diese Daten zu nutzen.

Link 13. März 2013 um 11:22 Uhr

Tja, liebe Freunde von Google. Das Bujet zum Pizza bestellen ist für heute nicht verfügbar. Morgen gibt es aber wieder.

So marginal sehe ich den durch diese Strafe bedingten Einsturz der Einnahmen.

Thomas 13. März 2013 um 11:24 Uhr

@HO haben sie dass? Das letzte mal als ich nachgeschaut habe konnte ich problemlos jeden anderen Browser unter Windows installieren…

Hansbert 13. März 2013 um 11:38 Uhr

@coolkex: Das ist eher historisch begründet. In den 90ern hat Microsoft mit dem mit Windows gebundleten IE die Konkurrenz vom Markt gefegt. Windows selbst hatte 95% Marktanteil. Der Prozess zog sich Jahre. Microsoft musste zahlen und die Auswahl anbieten. Das Wettbewerbsverfahren gegen Microsoft war damals eine erheblich größere Sache, als der Streit Apple vs. Samsung heute. Dementsprechend hoch waren auch die Summen. Und diese Größenordnung behielt man eben bei.

squall2902 13. März 2013 um 12:10 Uhr

cool

Hartmut Schmidt 13. März 2013 um 12:43 Uhr

Es gab ja einige Postings von Google zum Thema.
Sie haben ihre internen Prozesse angepasst, damit so ein “Alleingang” eines Programmierers oder eines kleinen Teams nicht mehr vorkommt.

Mir stellt sich aber die Frage, was ist mit all den anderen Firmen, die unsere Straßen abfahren und WLAN-Netzte zu Geo-Koordinaten mappen?
Wurde auch nur eine dieser Firmen kontrolliert, ob sie jemals mehr mit mitgeschnitten haben als erlaubt?

Frank 13. März 2013 um 12:51 Uhr

Es gibt immer 3 Seiten, wenn wir etwas betrachten, eine Seite die ich sehe, eine Seite die der andere sieht und eine die wir beide nicht sehen.
Vielleicht sehen wir es mal von diesem Standpunkt: ein amerikanisches Gericht geht gegen Google als amerikanische Unternehmen vor .. geringe Strafe. Die Eu geht gegen ein amerikanische Unternehmen vor .. hohe Strafe.
Komischerweise sind wir in Europa so auf Datenschutz geeicht, und dann das: “die Ermittlungen bei uns wurden eingestellt.” – wird hier doch mit zweierlei Maß gemessen.

Für mich ist das Datensammeln von Google deutlich schwerwiegender zu bewerten, als das nicht anzeigen der Browserauswahl für den nicht informierten Benutzer, denn aktiv wurde nie jemand daran gehindert einen anderen Browser zu installieren. Ich hatte immer Netscape am laufen, der ließ sich immer installieren, auch Versuche später mit Firefox, Opera, Safari – es funktioniert immer.
Hier wurde Microsoft für die “Dummheit, Desinformiertheit” seiner User bestraft, für mich nicht nachvollziehbar.
Das ist doch so, als wenn der Autohersteller mich darauf hinweisen müßte, das mein Auto auch mit dem Sprit der nicht so bekannten Marken von Agip, Elf, Minol, Migrol läuft und nicht nur mit denen Spritsorten, die jeden zweiten Tag Werbung machen.

Harald 13. März 2013 um 12:56 Uhr

Das kann ich auch nicht nachvollziehen. Wobei ich das juristisch nicht bewerten kann, was hier schwerwiegender ist.
Interessant finde ich dennoch die Höhe der Strafe. Auch wenn die von MS sicherlich auch nicht den totalen Schaden anrichtet, aber wie schon geschrieben, fallen die paar Dollars bei google gar nicht auf. So lange die Strafen so minimal sind, werden die Unternehmen diese “Verbrechen” immer weiter begehen, denn die Publicity in der Presse, wenn darüber diskutiert wird, ist einfach Gold wert.

Matze_B 13. März 2013 um 13:13 Uhr

Bei Microsoft geht es um Kartellrecht, bei Google nicht. Das macht einen (diesen) gewaltigen Unterschied!

Rupa 13. März 2013 um 16:01 Uhr

Hört irgend etwas ungesetzliches oder kriminelles auf, weil es Strafen dafür gibt? Höhere und noch höhere?

Die Frage gilt für Private wie für Firmen.

Konstantin 13. März 2013 um 17:41 Uhr

okay – Ein gewerblicher Eingriff in die Privatsphäre vieler Haushalte kommt also leichter davon als ein Browserauswahlfenster, von dem viele sowieso nicht wussten, dass das vorgeschriben wurde, weil sie sowieso schon andere Browser nutzen…

Christoph B. 13. März 2013 um 19:10 Uhr

Ich muss ganz ehrlich sagen dass ich sehr oft davon profitiere dass Google Maps meinen Standort viel genauer & schneller bestimmen kann wenn ich wlan aktiviert habe.

Verstehe auch nicht ganz was so verwerflich daran ist, außer dass es nicht angekündigt wurde. Habt ihr in eurer SSID Passwörter oder andere sensible Daten stehen?

Nepa 13. März 2013 um 19:38 Uhr

Ist eher die Frage warum jeder sein WLAN die SSID senden lässt. Kommt mir ja nicht mit komfort bei neuen Geräten, bei mir hängt ein Zettel an der Wand wo sich jeder Gast einloggen kann.. die 6 Buchstaben der SSID machen das Tippen nicht mehr zur Qual.
Und wer den vom Provider zugesandten Router einfach aufstellt ist selbst Schuld.
Klar wären da eigentlich die Provider und Hersteller in der Pflicht aber da reicht eigentlich schon der 14 jährige Sohn des Nachbarn um ein paar Vorkehrungen zu treffen. Was der dann natürlich mit den Zugangsdaten macht ist eine andere Geschichte :D

elknipso 13. März 2013 um 20:17 Uhr

@Nepa
Der Sicherheitsgewinn durch das verstehen der SSID ist derart minimal, dass es nicht den Komfort Verlust aufwiegt. Daher kann man getrost darauf verzichten.

Viel wichtiger für ein sicheres WLAN ist das nutzen einer aktuellen Verschlüsselungstechnik (also WPA2) und das nutzen eines langen Schlüssels. Kann ruhig 60-stellig z.B. sein muss man sowieso nie eintippen.
Entweder man bringt den Schlüssel am Laptop per USB Stick aufs Gerät oder nutzt kurz das Gast-WLAN oder wählt kurz einen schwachsen Schlüssel, kopiert die Zeichenfolge und aktiviert dann das sichere WLAN Netz.

Damit hat man ein extrem sicheres Netzwerk und keinen Komfortverlust.

Shiru 13. März 2013 um 20:44 Uhr

Alle wettern hier gegen Google bzw wie klein doch die Strafe ist. Wieso schimpft keiner über die Leute, welche ihr WLAN-Netz nicht sichern?!

Tchooe 13. März 2013 um 20:49 Uhr

@ Shiru:
Geht’s vielleicht noch ein wenig alberner?
Ist der Bestohlene Schuld daran, dass der Dieb ein Dieb ist?
Sehr seltsame Auffassung von Moral, die du hier an den Tag legst.

Halt, warte, ich war unaufmerksam und habe die grandiose Ironie nicht bemerkt! So muss es sein.

laderio 13. März 2013 um 21:25 Uhr

@tchooe:
Und wenn sich zwei laut unterhalten und einer läuft vorbei und schnappt etwas auf, dann ist der vorbei laufende dann Schuld?
Wer nicht verschlüsselt, der muss sich doch nicht beschweren, so wichtig können die Daten dann doch nicht sein.

Tchooe 13. März 2013 um 21:42 Uhr

@ laderio:
Nicht alles, was hinkt, ist ein Vergleich. Du vergleichst nicht Birnen mit Äpfeln, sondern Erdäpfel mit Pferdeäpfeln. Klingt ähnlich, hat aber nichts miteinander zu tun.

Wenn die stadtbekannte Schwatztante an einem lauen Sommerabend, an dem alle Leute draußen auf der Terrasse sitzen und sich in normaler Lautstärke unterhalten, mit einem Diktiergerät zwischen den Gärten herumschleicht und überall einige Zeit das Gespräch mitschneidet – dann sind die Leute in den Gärten die Bösen?

Man zeichnet nicht versehentlich WLAN-Daten von zigtausenden Netzen auf. Wenn doch, dann hat Google ganz andere Probleme. Genauso wie die Schwatztante, die mitnichten mit einem abendlichen Spaziergänger zu vergleichen ist, der zufällig Zeuge einer Unterhaltung wird für die paar Sekunden, die er in Hörweite ist, und den der Inhalt der Unterhaltung überhaupt nicht interessiert.

Georg 13. März 2013 um 23:04 Uhr

Genauso ungerecht wie die Tatsache, das Apple auf iOS andere Browser-Engines als Webkit ausgrenzt und trotzdem keine Strafe bekommt. Der wählende Mob steht halt auf Google und Apple mehr als auf MS.

@laderio: Auch in ein ungesichertes Netzwerk komme ich nur bewusst mit technischen Hilfsmitteln rein. Dürfte ich denn bei dir in die Wohnung rein, wenn du das Fenster offen lässt. Ist auch nicht ordentlich vor Dieben gesichert. Sind Viren ok, nur weil das AV auf dem Windows Murks ist? OMG…
Google hat den Denkzettel verdient, aber er sollte auch wirklich einer sein. 6 Millionen? Da gibt Google doch monatlich mehr Kohle für Lego aus als die 6 Mille da.

Georg 13. März 2013 um 23:07 Uhr

Ach ja – die Strafe für MS war natürlich genauso unsinnig wie diese winzige Pseudo-Strafe für Google. Es war immer möglich, sowohl einen Alternativbrowser zu löschen, als auch den IE zu entfernen, zumindest unter den Windows-Versionen, die nicht im Museum stehen. Die Wahl war immer da und wurde zwar nicht beworben, aber auch nicht erschwert oder gezielt verschleiert. Eigentlich bei allen Systemen so außer iOS.

elknipso 13. März 2013 um 23:13 Uhr

@Georg
Der Vergleich hinkt aber gewaltig. Wenn jemand ein vollkommen ungesichertes WLAN betreibt kann man durchaus davon ausgehen, dass es durchaus erwünscht oder zumindest geduldet ist wenn man dieses benutzt.

Oder nutzt Du nicht, wenn Du z.B. in einem Restaurant, Cafe, usw. sitzt und ein offenes WLAN siehst, dieses auch ganz selbstverständlich?

elknipso 13. März 2013 um 23:16 Uhr

@Georg
Kann es sein, dass Du noch sehr jung bist?
Wenn nicht, erinnere Dich mal zurück was Microsoft früher in dem Bereich so angestellt hat. Microsoft hat alles daran gesetzt was nur irgendwo in ihrer Macht war um ihre Quasi-Monopolstellung zu halten, zu festigen und Innovationen und Konkurrenzprodukte auf lange Sicht auszuschließen. Microsoft trägt einen erheblichen Teil der “Schuld” daran, dass wir über viele Jahre annähernd keinen technischen Fortschritt mehr in Webtechniken und anderen Bereichen hatten.
Alleine dafür hat Microsoft die Strafe mehr als verdient.

Tchooe 14. März 2013 um 08:06 Uhr

@ elknipso:
„Wenn jemand ein vollkommen ungesichertes WLAN betreibt kann man durchaus davon ausgehen, dass es durchaus erwünscht oder zumindest geduldet ist wenn man dieses benutzt.“

Genau, so sehe ich das auch. Aus genau diesem Grunde gehe ich im Sommer auch immer auf die Erdbeerfelder des Bauern um die Ecke und pflücke mir ein paar Eimer voll Erdbeeren. Da er keinen Stacheldraht drumherum gebaut hat, kann ich schließlich davon ausgehen, dass das durchaus erwünscht oder zumindest geduldet ist, dass ich seine Erdbeeren pflücke, ohne dafür zu bezahlen.

Irgendwie erinnert mich deine Argumentation sehr an jemanden mit bunten Strümpfen:
„2 x 3 macht 4
Widdewiddewitt und Drei macht Neune!
Ich mach’ mir die Welt
Widdewidde wie sie mir gefällt ….“

Hartmut Schmidt 14. März 2013 um 08:15 Uhr

Eure Vergleiche hinken gewaltig.
Google ist in keine Wohnungen eingedrungen oder auf Erdbeerfelder gegangen.
Sie haben einfach für jeden lesbare Funksignale auf öffentlicher Straße aufgenommen.

Das ist ein Parameter bei Kismet (WLAN-Scan-Software).
Ihr habt alle echt nette Vorstellung wie bei so großen Datenmengen gearbeitet wird.
Da legt niemand mehr Hand an. Alles geht automatisch.
Daher ist es so wichtig, dass Firmen gute Prozesse und ein gutes Controlling haben.

Tchooe 14. März 2013 um 08:48 Uhr

@ Hartmut Schmidt:
Der Erdbeerfeld-Vergleich bezog sich auf elknipsos seltsame Vorstellung davon, was erwünscht ist und was nicht.

Google ist eher mit der Schwatztante zu vergleichen. Und ich wiederhole: Wenn diese Datensammelei tatsächlich versehentlich passiert ist, dann hat Google ganz andere Probleme als die paar Milliönchen Pseudo-Strafe, nämlich extreme Probleme mit seinen Mitarbeitern. Aber der eine pöhse Mitarbeiter war wahrscheinlich sowieso nur von Microsoft eingeschleust worden, um Google in Verruf zu bringen. Oder?

elknipso 14. März 2013 um 08:48 Uhr

@Tchooe
Was ist das denn für ein an den Haaren herbei gezogener Vergleich? Muss ich Dir wirklich erklären, warum man das nicht einmal im Ansatz vergleichen kann?
Wenn ich dem Bauern seine Erdbeeren weg futtere, die ich sonst noch verkaufen möchte, verursache ich ihm direkt einen Schaden. Wenn ich ein offenes WLAN mitbenutze um mal kurz meine Mails zu checken, verursache ich keinerlei Schaden. Weder direkt noch indirekt.

Ich wohne ziemlich zentral und in der unmittelbaren Nähe von mir sitzen oft Leute. Wenn es das unsägliche Konstrukt der Störerhaftung nicht gäbe, hätte ich auch keinerlei Problem damit den Gastzugang von meinem WLAN dauerhaft (unverschlüsselt) aktiviert zu lassen. Die meiste Zeit bin ich sowieso nicht Zuhause, da könnte gerne jemand meinen WLAN Anschluss mit nutzen. Würde mir in dem Fall ja nicht schaden.

Hartmut Schmidt 14. März 2013 um 08:55 Uhr

@ Tchooe
Ich finde jetzt die Quelle nicht mehr, aber ich glaube mich zu erinnern, dass der Mitarbeiter ein Entwickler einer WLAN-Sanner Software war, der von Google eingestellt wurde ;-)
Seine Arbeit wurde nicht kontrolliert.
Und seine Vorgesetzten haben das Projekt ungelesen abgenickt.

Und genau an diesen Prozessen hat Google nach eignen Angaben gearbeitet.

Tchooe 14. März 2013 um 09:29 Uhr

@ elknipso:
Wenn dir der Erdbeerfeldvergleich nicht passt:
Benutzt du auch die Leiter irgendeines Nachbarn, den du nicht kennst, weil du mal gerade auf dein Dach steigen musst? Wenn ja, hoffe ich sehr, dass du nicht in meiner Nähe wohnst.
Auf den Punkt gebracht:
Beschäftige dich mit dem Unterschied zwischen „meins“ und „deins“.

@ Hartmut Schmidt 14. März 2013 um 08:55 Uhr
„Und genau an diesen Prozessen hat Google nach eignen Angaben gearbeitet.“

Ist das glaubwürdig? (Diese Frage würde ich bei jedem großen Unternehmen stellen, nicht nur bei Google. Den Glauben an das Gute im Unternehmen habe ich leider schon längst verloren.)

elknipso 14. März 2013 um 09:36 Uhr

@Tchooe
Der Unterschied zwischen meins und deins ist mir durchaus bewusst.
Du machst eher den Eindruck auf mich als wärst du einer der Kandidaten die aus Prinzip niemand anderem etwas “gönnen”.

Hartmut Schmidt 14. März 2013 um 10:06 Uhr

@Tchooe
Ich glaube Google. Schließlich haben sie selber das ganze Ausmass aufgedeckt, nachdem der Hamburger Datenschützer nachgefragt hat.

Andere Firmen hätten die wenigen beteiligten Mitarbeiter mit Geld zur Verschwiegenheit gebracht und alle Daten gelöscht.

Dieser Umgang mit Fehlern ist einer der Gründe, warum ich Google auch meine wirklich wichtigen Daten anvertraue.

Tchooe 14. März 2013 um 11:56 Uhr

@ elknipso:
Ganz im Gegenteil, ich gönne sehr viel. Aber ich möchte gefragt werden. Ich selbst greife auch nicht einfach auf fremde Dinge zu und benutze sie nach meinem Gutdünken, ohne zu fragen.
Und du willst doch wohl nicht ernsthaft das offene WLAN in einem Cafe oder Hotel (das für genau diesen Zweck offen ist) mit einem aus Unwissenheit offenen WLAN in irgendeinem Wohngebiet vergleichen, oder? Widde widde wie …

@ Hartmut Schmidt:
War da nicht etwas mit Salamitaktik? ;-)
Ich gehe eher davon aus, dass nur das unbedingt Notwendige aufgedeckt wurde. Überspitzt ausgedrückt: Warum sollte Google besser sein als der Rest der Menschheit?

elknipso 14. März 2013 um 12:03 Uhr

@Tchooe
Gefragt werden möchte ich auch wenn ich etwas “verleihe” etc. das kann ich also durchaus nachvollziehen.
Ich denke wir gehen hier einfach von verschiedenen Ausgangssituationen aus. Wenn ich ein komplett offenes WLAN sehe gehe ich davon aus, dass dies jemand bewusst offen betreibt. Es gibt schon lange keine WLAN Router mehr die per Standardeinstellung unverschlüsselt betrieben werden. Also gehe ich davon aus, wenn jemand ein offenes WLAN betreibt, dann macht er dies bewusst.

Christoph B. 14. März 2013 um 14:01 Uhr

@Tschooe
Weil Google nach wie vor ziemlich anders arbeitet als andere Unternehmen. Nicht so klassisch wie der liebe Herr Schmidt zum Beispiel vorstellen würde, sondern streng nach den Vorstellungen von Brin und Page. Andere Unternehmen werden von Managern gesteuert die ausschließlich nach Gewinnoptimierung arbeiten. So wie auch Apple.

Das mag jetzt bisschen Fanboy-mäßig klingen, aber objektiver kann ich es nicht ausdrücken, und das wurde so schon von vielerlei Seiten bestätigt.

Es könnte sein dass sie es mit Absicht gemacht haben, ja. Page und Brin haben da einfach ganz andere Vorstellungen. Die sehen einfach nur die bessere Ortung. So wie bei Google Glass, Innovation geht einfach vor irgendwelchen Bedenken. Aber ganz ehrlich, wenn Ideen geboren werden sollen sollte man nicht jedes mal alles hinterfragen.

Das ihr euch da überhaupt so anstellt.
Sagt mir mal was der effektive Nachteil ist dass jetzt mein SSID inkl. Ortung bei Google gespeichert ist. Gerne mehrere und gerne krasse Beispiele.

laderio 16. März 2013 um 12:29 Uhr

@Tschoe:
Vielleicht haben wir unterschiedliche Auffassungen von einer vernünftigen Diskussion. Meiner Auffassung nach sollte man auf jeden Fall respektvoller mit anderen Meinungen umgehen.
Dies trifft um so mehr zu, wenn man im Glashaus sitzt. Denn deine Vorwürfe treffen mindestens genauso gut auch auf dich zu.
Denn auch der Vergleich mit einem Dieb hinkt doch an der Tatsache, dass hier niemandem etwas gestohlen wurde. Es wurde ein Mitschnitt in einem öffentlichen Raum gemacht, bei dem gerade mal ein “Schnipsel” einer Kommunikation eingefangen wurde.
Und auch das offene Fenster ist hier kein guter Vergleich, denn hier dringe ich in ein Haus ein, das jemandem gehört.
Andersherum wurden Signale in einem öffentlichen Bereich (Straße) aufgefangen.

Aber vielleicht ist dir ja auch schon aufgefallen, dass ein Vergleich halt nur ein Vergleich ist. Es gibt Gemeinsamkeiten und es gibt Unterschiede.
Aber wenn man schon die Vergleiche von anderen ins lächerliche zieht, dann wachsen zumindest die Ansprüche an die eigenen Vergleiche. Und diesen wirst du leider auch nicht gerecht.

Tchooe 16. März 2013 um 17:23 Uhr

@ laderio:
„Vielleicht haben wir unterschiedliche Auffassungen von einer vernünftigen Diskussion.“

Das mag sein, allerdings vermute ich, dass wir in unseren Auffassungen so weit gar nicht auseinander liegen.

„Meiner Auffassung nach sollte man auf jeden Fall respektvoller mit anderen Meinungen umgehen.“

Wo habe ich das deiner Meinung nach nicht getan?

„Dies trifft um so mehr zu, wenn man im Glashaus sitzt. Denn deine Vorwürfe treffen mindestens genauso gut auch auf dich zu.“

Welche Vorwürfe?

„Denn auch der Vergleich mit einem Dieb hinkt doch an der Tatsache, dass hier niemandem etwas gestohlen wurde.“

Wo habe ich Google mit einem Dieb verglichen? Nein, egal was du jetzt sagen möchtest, das habe ich nicht getan. Ich habe höchstens ein wenig missverständlich argumentiert gegenüber Shiru. Es ging mir in diesem Kommentar lediglich darum, dass Shiru die Schuldfrage (meiner Meinung nach) unzulässigerweise umgekehrt hat.

„Es wurde ein Mitschnitt in einem öffentlichen Raum gemacht, bei dem gerade mal ein “Schnipsel” einer Kommunikation eingefangen wurde.“

Die stadtbekannte Schwatztante steht ja auch nicht stundenlang hinter ein und derselben Hecke. Das macht die Sache an sich aber nicht besser.

„Und auch das offene Fenster ist hier kein guter Vergleich, denn hier dringe ich in ein Haus ein, das jemandem gehört.“

Was sagst du das mir? Dennoch finde ich Georgs Argumente (13. März 2013, 23:04 Uhr) dir gegenüber durchaus treffend.

„Andersherum wurden Signale in einem öffentlichen Bereich (Straße) aufgefangen.“

Möchtest du mir vielleicht eine (praktikable) Methode verraten, wie ich das WLAN-Signal auf meine Wohnung begrenzen soll?

„Aber vielleicht ist dir ja auch schon aufgefallen, dass ein Vergleich halt nur ein Vergleich ist. Es gibt Gemeinsamkeiten und es gibt Unterschiede.“

Eben, darum kann man mit einem Vergleich immer nur einen oder mehrere, aber niemals sämtliche Aspekte eines Sachverhalts verdeutlichen.

„Aber wenn man schon die Vergleiche von anderen ins lächerliche zieht, …“

Bist du wegen der Pferdeäpfel angpi**t oder was möchtest du mir damit sagen? Das war doch nur ein Vergleich … ;-)

„… dann wachsen zumindest die Ansprüche an die eigenen Vergleiche. Und diesen wirst du leider auch nicht gerecht.“

Doch, werde ich. Allerdings sollte ich zukünftig dazuschreiben, welchen speziellen Aspekt des Gesamtsachverhalts ich mit dem Vergleich beleuchten möchte. Denn wie du selbst ja so schön schriebst: Ein Vergleich ist nur ein Vergleich, es gibt Gemeinsamkeiten und es gibt Unterschiede.

@ elknipso:
Wir sollten zukünftig erst die Grundlagen für unsere Argumentation klären, dann wäre unsere Diskussion eine kürzere gewesen. ;-)

laderio 17. März 2013 um 14:00 Uhr

@Tchooe:
Nur ein paar Zitate von dir:
“Geht’s vielleicht noch ein wenig alberner?”
“Sehr seltsame Auffassung von Moral, die du hier an den Tag legst.”
“Halt, warte, ich war unaufmerksam und habe die grandiose Ironie nicht bemerkt! So muss es sein.”
“Nicht alles, was hinkt, ist ein Vergleich. Du vergleichst nicht Birnen mit Äpfeln, sondern Erdäpfel mit Pferdeäpfeln. Klingt ähnlich, hat aber nichts miteinander zu tun.”
“Irgendwie erinnert mich deine Argumentation sehr an jemanden mit bunten Strümpfen: „2 x 3 macht 4 Widdewiddewitt und Drei macht Neune! Ich mach’ mir die Welt Widdewidde wie sie mir gefällt ….“”
“Widde widde wie …”

Das ist keine vernünftige Diskussion, sondern eher der Versuch den anderen ins lächerliche zu ziehen, meine Meinung.

Zum Inahlt:
Die Schwatztante zeichnet gezielt den Gesprächsinhalt auf. Bei Google ging es um die SSIDs für die Ortung. Inhalt war nur “Beiwerk”…

Reichweite des WLANs kann man beeinflussen. Wenn ich in den öffentlichen Raum funke, kann ich aber auch einfach verschlüsseln. Wenn ich mich im Haus so laut unterhalte, dass draussen jeder mithören kann, muss ich mich ja auch nicht beschweren.

PS.
Auch “angepisst” ist wenig respektvoll ;)

42twert 20. April 2013 um 01:06 Uhr

Unterhalten habt ihr mich ja und ich muß zugeben ich habe alles geleesen…. nur leider habe ich vergessen wonach ich gesucht habe:( aber sehr schade das ihr aufgehört habt euch anzuzicken:)) ich fand unterhaldsam;)

PS: ihr habt bestimmt die welt bewegt, mit der zeit die das schreiben “gekostet” hat^^


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