WindowsAndroid: Android 4.0.3 als normales Windows-Programm ausführen

26. Januar 2013 Kategorie: Android, Software & Co, Windows, geschrieben von: Patrick Meyhöfer

Die Möglichkeit Android auf einem normalen PC laufen zu lassen ist keineswegs neu. Das Android-x86 Projekt oder das kürzlich vorgestellte AndroVM funktionieren bereits recht gut. Beide benötigen allerdings vorab eine virtuelle Maschine, in der Regel mit VirtualBox umgesetzt. Nicht zu vergessen BlueStacks, welches ebenfalls ermöglicht unter Windows und Mac etliche Android-Apps auszuführen.

Einen etwas anderen Weg gehen die Entwickler von WindowsAndroid (derzeit nicht erreichbar) und ermöglichen eine komplette Android 4.0.3 Installation unter Windows, ohne benötigte VM.

WindowsAndroid

Ziel der Entwickler ist eine möglichst tiefe Integration, sodass beispielsweise die Hardwarebeschleunigung, wie auch Mediencodecs von Windows nativ genutzt werden können. In meinem Test funktionierte das soweit auch recht ordentlich, allerdings fehlen die gewohnten Google Apps.

Zwar können neue Apps im Installationsverzeichnis unter system\app einfach hinzugefügt werden und sind nach einem Neustart verfügbar, jedoch kommt es dabei noch häufig zu Kompatibilitätsproblemen und Abstürzen. Der Google Play Store ließ sich zwar bei mir installieren, aber Apps konnte ich nicht herunterladen.

Die Entwickler geben jedoch selber an, dass sie sich noch in einem frühen Stadium befinden und ihr daher noch mit etlichen Bugs rechnen solltet. Viel mehr als eine erste Machbarkeitsstudie ist es daher derzeit nicht.

Nichtsdestotrotz ein interessantes Projekt, welches ich einmal weiter im Auge behalte. Aktuell würde ich jedoch eher zu AndoVM raten, welches bei mir einwandfrei seinen Dienst verrichtet und plattformunabhängig auch schon auf Android 4.1 läuft, inklusive vorinstallierten Google Apps.

Wer es dennoch einmal ausprobieren möchte, findet hier oder hier einen Mirror, da die Webseite gerade offline ist. Zusätzlich sollte man die Google Apps hinzufügen, die ihr hier findet. [via, via]

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Über den Autor: Patrick Meyhöfer

#Linux, #Ubuntu, #OpenSource #Android sind meine Themen. Du findest mich auch auf Twitter und Google+. Zudem schreibe ich Beiträge für freiesMagazin und auf meinem Blog Softwareperlen .

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15 Kommentare

Ircci 26. Januar 2013 um 21:28 Uhr

Kann man evtl die build.prop anpassen, damit der Playstore besser funktioniert?

weiganri 26. Januar 2013 um 21:39 Uhr

Wofür gibts Virtual Box?

cris006Cris 26. Januar 2013 um 22:12 Uhr

Zieht Euch ‘Jar of Beans’ rein. Läuft schon ziemlich gut!
http://forum.xda-developers.com/showthread.php?t=1975675

Matthias 26. Januar 2013 um 22:59 Uhr

Sowas wäre toll für linux

Jakob 26. Januar 2013 um 23:47 Uhr

dumme Frage, aber wofür benutzt ihr das? Ich sehe da irgendwie keinen Sinn für mich, aber vielleicht übersehe ich ja etwas…

Matthias 27. Januar 2013 um 00:28 Uhr

Ich Würde z.b. Gerne Den Mindmanager Auf Dem laptop mit ubuntu nutzen ohne eine windows vm (alleine dafür) pflegen zu müssen.

Phil (@philippkaus) 27. Januar 2013 um 11:02 Uhr

@Jakob: für Leute, die ein Win8 Tablet haben, ist das doch ne klasse Sache. Natürlich nur, in einem späteren Entwicklungsstand, in dem man nicht mehr mit so vielen Kompatibilitätsproblemen rechnen muss.

Mal schauen was schneller geht diese App Entwicklung hier oder die Entwicklung des Win8 Stores, sodass man gar keine Android Apps mehr vermisst.

Klaus-Dieter 27. Januar 2013 um 14:15 Uhr

@Matthias
(Klugscheißer Modus an)
Also Linux für Linux willst du

:D

Jens 27. Januar 2013 um 16:08 Uhr

@Jakob
Ich habe hier auch ein Android in einer VM laufen (unter Windows), dass ich auch immer öfter nutze. Eigentlich für fast alles alltägliche. Zum einen habe ich dadurch ein Bedienkonzept, muss Apps nur einmal suchen und lernen, die Integration der Apps untereinander ist unter Android weitaus besser und einfacher (teilen) und nicht zuletzt gibt es vieles an Apps so gar nicht für Windows. Beispiel DB-Navigator: Natürlich kann ich die Bahnauskunft auch über die Webseite aufrufen. In der Android-App kann ich aber Favoriten merken (ohne Account oder so was), die Darstellung ist weitaus übersichtlicher und das Eintragen einer gefundenen Verbindung in den Kalender braucht zwei Mausklicks.

Es ist eher so, dass ich Windows nicht mehr so häufig brauche. Entwickeln, 3D-Graphik und ein paar einzelne andere Applikationen für seltene Spezialaufgaben.

Gast 27. Januar 2013 um 16:35 Uhr

Klaus-Dieter: Android ist eine Java-VM, aber kein richtiges Linux…

Klaus-Dieter 27. Januar 2013 um 17:07 Uhr

Ja ein Linux Kernel und die Apps laufen in der Dalvik VM

(wenn ich da jetzt nichts durcheinander geworfen habe)

Jens 27. Januar 2013 um 17:49 Uhr

@Klaus-Dieter
Stimmt. Android ist ein vollwertiges Linux. Die Dalvik-VM ist eine virtuelle Maschine, die Bytecode verarbeitet, der aus Java-Quellcode erzeugt wurde (ist aber kein Java-Bytecode, aus rechtlichen Gründen). Diese virtuelle Maschine stellt eine Klassenbibliothek und API bereit, die manchmal als Android-API bezeichnet wird, allerdings kann man für Android auch nativ entwickeln (NDK).

Natürlich sieht Android anders aus als die Linuxe, die der normale Desktop-Linux-Benutzer gewohnt ist (Ubuntu, Fedora, Suse und co.). Das sind aber auch nur spezielle Distributionen und nicht die Definition von Linux; ein Linux, das auf einem Router läuft, sieht auch etwas anders aus, ist aber trotzdem ein Linux.


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