Windows 10 mit Wi-Fi Sense: drum prüfe, wem Du Zugang gewährst

2. Juli 2015 Kategorie: Backup & Security, Internet, geschrieben von:

Wi-Fi Sense ist kein neues Feature von Microsoft, bereits mit Windows Phone 8.1 kam der automatische Login für bekannte WLANs. Dieses Feature wird nun auch in Windows 10 Einzug erhalten, zum großen Bedenken von Datenschützern. Denn Wi-Fi Sense gibt WLAN-Passwörter an alle Kontakte weiter. Diese müssen sich dann in den bekannten Netzwerken nicht nach einem Passwort erkundigen, sondern können diese automatisch nutzen, vorausgesetzt Wi-Fi Sense ist aktiviert.

WiFiSense

Microsoft überträgt die Passwörter über eine gesicherte Verbindung und speichert diese auch verschlüsselt. Nutzer, die ein Passwort via Wi-Fi Sense erhalten, bekommen dieses nicht zu sehen. Das Problem an der Sache ist, dass Microsoft auch die Option bietet, Wi-Fi Sense auch an Facebook-Kontakte bereitzustellen. Im Gegensatz zu Outlook.com- und Skype-Kontakten muss diese Weitergabe aber explizit erlaubt werden. Ist dies der Fall, erhält Microsoft eine Liste Eurer Facebook-Freunde und stellt diesen – bei Nutzung von Wi-Fi Sense – Eure bekannten WLAN-Passwörter zur Verfügung.

Da die Passwörter, wenn auch verschlüsselt, irgendwo hinterlegt sein müssen, bietet dies natürlich ein potentielles Angriffsziel. Microsoft teilt in den Wi-Fi Sense FAQ zwar mit, dass Nutzer so nur Zugriff auf die Internetverbindung haben, aber wo dieser Zugriff besteht, ist auch ein Passwort vorhanden – und somit ein Zugriff auf das gesamte Netzwerk möglich. Im Zweifelsfall auch durch Menschen, denen man sein WLAN-Passwort nicht mitteilen möchte.

Während die Verbreitung von Wi-Fi Sense durch Windows Phone 8.1 zugegebenermaßen sehr gering ist, wird sich das mit einem Schlag ändern, sobald Windows 10 mit dem gleichen Feature veröffentlicht wird. Wi-Fi Sense soll laut The Register standardmäßig aktiviert sein, kann aber deaktiviert werden, außerdem benötigt es ein Opt-In für die Weitergabe an Facebook-Kontakte. Eine Standard-Aktivierung können wir uns allerdings nicht vorstellen, Wi-Fi Sense ist sicher ein Punkt, der zumindest während der Ersteinrichtung das OK des Nutzers abfragen sollte. Ein Skandal ist dies sicher nicht, man sollte sich bei Nutzung aber durchaus einmal Gedanken machen, welche Kreise die weitergegebenen WLAN-Passwörter ziehen können.

Für eine unkomplizierte Nutzung von WLAN-Zugängen ist Wi-Fi Sense sehr praktisch. Ob man nun zu Bekannten geht oder einen Geschäftskontakt besucht, nutzen diese Leute Wi-Fi Sense, muss man nicht erst nach einem Passwort fragen oder dieses gar mühsam eingeben.

Als Inhaber eines WLAN kann man sich Wi-Fi Sense auch komplett versperren. Hier muss man die SSID des WLAN anpassen. Der Zusatz „_optout“ im Namen des Netzwerks sorgt dafür, dass es nicht für Wi-Fi Sense-Nutzer zur Verfügung steht.

(Quelle: The Register)

Update Caschy: Wie von uns vermutet: in der Build 10130 ist es definitiv optional und das wird auch nicht in der finalen Version anders sein.


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