Windows 8: Dropbox, Twitter, Paypal und Co nehmen Anlauf

30. Oktober 2012 Kategorie: Hardware, Mobile, Windows, geschrieben von: caschy

Man muss kein Hellseher sein, wenn man vorhersagt, dass jetzt viele Apps Anflug auf Windows 8 nehmen. Wohlgemerkt rede ich von den Apps, nicht von Programmen für den klassischen Desktop. Auf der heutigen Keynote auf der Build 2012, die von Microsofts CEO Steve Ballmer gehalten wurde, wurde noch einmal erwähnt, dass auch PayPal, Dropbox, Twitter und weitere Größen der Branche bald mit eigenen Apps an den Start gehen.

Und irgendwie verwundert es mich doch schon sehr: Entwickler haben schon lange Zeit Zugang zu Tools, um Apps zu entwickeln, sodass diese eigentlich relativ zeitnah im Windows Store hätten aufschlagen können (müssen). Da wirkt der Tweet der mobilen Division von Twitter fast schon lachhaft: man teilt mit, dass man eine eigene Windows 8-App veröffentlichen werde – in den kommenden Monaten.

Ja, man merkt, wie wichtig Microsoft die Entwickler sind – man betonte auf der Keynote, dass hohe Verdienstmöglichkeiten “drin sind”. Microsoft beteiligt die Entwickler ab einem bestimmten Volumen mit 80 Prozent an den Einnahmen, bei Apple sind es 70 Prozent. Finde ich gut: Entwickler sollen ihr Geld verdienen und ich erfreue mich an einem Marktplatz, der mir hochqualitative Apps bietet.

Ballmer sprach an, dass 670 Millionen potentielle Upgrades auf Windows 8 möglich sind und appellierte an die Entwickler, dass diese Vollgas geben. Auch ein Zeichen, dass Microsoft gerade ganz stark von den Entwicklern abhängig ist.

Kleine Randnotiz, die mal wieder zeigt, wie viele US-Unternehmen Europa sehen: während auf der BUILD mal eben über 2000 Surfaces an Entwickler verschenkt wurden (leider nicht an die Presse), stehen in ganz Deutschland nur eine Handvoll der Geräte zu kurzen Tests zur Verfügung. Hier wird meiner Meinung nach eine große Chance vertan, die Gerätschaften und das System auch dem Technik-Entwicklungsland Deutschland näherzubringen. Dies ist aber eine Thematik, die nicht nur Microsoft betrifft, auch andere US-Unternehmen sind da leider nicht besser.

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14 Kommentare

Fells 30. Oktober 2012 um 21:00 Uhr

Viele Apps sind ja sehr schön, aber wer benutzt z.B. eine (vermutlich) abgespeckte Dropbox Win8-App, wenn er auch die Desktop-Version nutzen kann? (von Win 8 RT mal abgesehen)

Jens 30. Oktober 2012 um 21:35 Uhr

@Fells
Naja, der Gag ist ja, dass die Metro-…. äh, die wie-auch-immer-App unter allen Windows-Varianten lauffähig sein soll, während der Desktopmodus eben nur noch unter WIndows 8 existiert und da eigentlich auch nur noch für Rückwärtskompatibilität, sprich: Für normale Endanwender muss es eine … solche-App sein.

(Und es heisst nur “Windows RT”, ohne “8″ – eben weil es kein Windows 8 ist.)


Hoffentlich verhindert Microsoft ein Jailbreaken der RT-Geräte effektiv, damit der Markt auch wirklich bestehen bleibt. Sieht ja im Augenblick in der Hinsicht ganz gut aus. So, dass sagt der Entwickler in mir. Der Nutzer in mir wird aus demselben Grund kein RT-Gerät nutzen.

Dominik 30. Oktober 2012 um 21:49 Uhr

Microsoft machts wie immer: heute ankündigen, vielleicht in einem Jahr liefern…. oder auch nicht…

Torti_78 (@Torti_78) 30. Oktober 2012 um 22:24 Uhr

Wenn Microsoft hier mal keinen Fehler macht. Die Modern-UI-Apps sollen ja gepusht werden und auch auf dem Desktop Einzug halten.
Auf einem Tablet mit Windows RT sind die Apps ja OK, auf dem Desktop / einem Notebook will ich den Mist aber nicht, da haben normale Desktop Anwendungen doch nur Vorteile, ich kann die Fenster anordnen und skalieren wie ich will

caschy 30. Oktober 2012 um 22:26 Uhr

Heißen übrigens Windows Store Apps :)

Georg S. 30. Oktober 2012 um 22:41 Uhr

@Torti_78 Der Meinung bin ich auch auf dem Desktop sind diese Apps einfach nicht sinnvoll da werde ich keinen Cent für Anwendungen ausgeben, hätte ich ein Windows 8/RT Tablet sähe das anders aus.

oko 30. Oktober 2012 um 22:47 Uhr

Was ich aber sehr schön finde an der “Metro” Umgebung ist die systemübergreifende Suche. Einfach Suchbegriff eingeben und dann durch die einzelnen Apps in der Liste klicken um sich die betreffenden Suchergebnisse anzeigen zu lassen. Sehr schön und so auch noch nirgends gesehen.

sezer 31. Oktober 2012 um 02:05 Uhr

Ich es gut das mehr Konkurrenz kommt ,es belebt das geschäft und gut für uns:-))

grüße von Mannheim

Johnf 31. Oktober 2012 um 07:42 Uhr

Als Entwickler kann dir beantworten, warum die Apps erst später aufschlagen: Nicht jede Firma hat die Resourcen um mal locker flockig ne neue App für ne komplett neue Plattform rauszuhauen. Zumal die meisten (wir auch) erstmal damit gekämpft haben, ihre Desktop-Versionen für Windows 8 anzupassen. Das hatte sicher nicht nur bei uns Priorität uns und die Deadline: Windows 8 – Release. Der ist jetzt durch und jetzt ist Zeit für die Metro App (mir wurscht was MS sagt, bei mir bleibt das Metro).

An alle die, die Store Apps anzweifeln: Windows 8 ist kein Laptop / Desktop Betriebssystem. Es wird zich Zwidder Devices geben und ich wette mit euch, wenn ihr auf der Coach mit eurem Surface sitzt werdet ihr die Metro-Variante bevorzugen. Wenn euer (Pro-) Surface via Displayport und USB an der Workstation hängt kommt die Desktop Variante zum Einsatz.
Und genau deswegen ist für Entwickler Metro genauo wichtig wie iOS.

Und Thema: Abgespeckte Variante: Abgesehen von Zugriffen auf das Dateisystem gibt es keinen Grund warum die Metro-Variante abgespeckt sein sollte. Im Gegenteil die UI is um einiges besser als klasische Desktop-Varianten.

Ich prophezeihe: Windows 8 wird sich durchsetzen und der XBox Vergleich is nicht schlecht. Es ist nunmal manchmal besser der letzte zu sein, weil man aus den Fehlern der anderen lernen kann.

Daniel 31. Oktober 2012 um 09:40 Uhr

@Dominik: Artikel nicht verstanden?
Microsoft hat doch alles richtig gemacht, das OS geliefert…

Pietz 31. Oktober 2012 um 11:44 Uhr

ich muss auch sagen, dass die neue Oberfläche, so hübsch sie auch manche finden, den eindruck erweckt DEUTLICH an funktionen wegzunehmen. ich meine das sieht ja selbst Microsoft so, weil man Office eben nur als altes desktop programm nutzen kann.

soll heißen: die firma die uns das OS verkauft und betont, dass man damit deutlich mehr machen kann, als mit anderen tablets, schafft es selber nicht komplexere programme wie office in die neue oberfläche einzubinden. das muss man sich mal auf der zunge zergehen lassen.

ich denke ich bin ein sehr offener mensch für neue technik, aber selbst wenn irgendwann alle programme per touch bedienbar sein sollten und dazu noch sehr gut laufen, kann ich mir nicht vorstellen irgendwann meine maus am schreibtisch dafür her zu geben.

mein bewegungsaufwand an einer maus ist einfach so viel geringer und dazu noch deutlich genauer als mit dem finger. so kriegt man mehr buttons auf gleicher fläche unter. warum soll ich dagegen mit einem 40 zoll touch computer mit meinem armen rum hantieren, dass es wahrscheinlich sogar noch ein gutes workout ist?

Jens 31. Oktober 2012 um 12:43 Uhr

@oko
Hm, eine systemweite und applikationsweite Suche gibt es unter Android schon.

submac 31. Oktober 2012 um 13:06 Uhr

Mein erster Eindruck von Win8 Pro ausm Dektop PC heraus ist, dass die Metro View eigentlich das Startmenü für den Desktop ist. Habe ich eine Verknüpfung auf dem Desktop und sage im Kontextmenü “ans Startmenü anheften” landet das Teil in der Metro View. OK, somit ist das Startmenü aus Sicht des PC Users erstmal riesen groß geworden.
Nun kommt aber der riesen Vorteil gegenüber Win7, XP,… Anwendungen die auch auf nem Tablett und nem Smartphone laufen sollen, können nur im Startmenü (Metro) ausgeführt werden. Das Startmenü bekommt somit eine zweite Funktion, also die eines Subsystems. Dieses Subsystem kann aber separat auf den mobilen Devices genutzt werden. Klar, Desktopanwendungen können dort nicht laufen, warum auch. Die kann man da eh kaum benutzen.
Möchte ich nun eine Anwendung aber für alle Systeme, nehm ich die Metro App. Ich finds gut, da lässt sich ein super Ökosystem drauf aufbauen.
Den Desktop nutze ich unter Win7 eh nur als Ablage für Verknüpfungen und Dateien, die ich sowie nur selten oder nicht wieder verwende, bis sie im Papierkorb landen. Das ist aber meine persönliche Unordnung. Zum Thema Datenorganisation würde ich mir und meinen Usern eh am liebsten den Desktop abschalten, da herrscht bei jedem das pure Chaos.
Da hat für mich die begrenzte Fläche der Metro View den Vorteil, dass ich nicht gleich mein Chaos im Ganzen sehe sondern gezwungen bin, die wichtigen, häufig verwendeten Verknüpfungen nach vorne zu ziehen. Wie oft sehe ich meine User vorm Desktop kleben und kleinste Symbole suchen, weil sie irgendeine Datei aufm Desktop gespeichert haben. Und da geht sie voll unter.
Ich freu mich auf Windows 8 und hoffe auf wenige Kompatibilitätsprobleme mit Branchen spezifischen Anwendungen.


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