Windows 10 S: Microsoft sagt Googles Chromebooks den Kampf an

2. Mai 2017 Kategorie: Software & Co, Windows, geschrieben von: André Westphal

Microsoft hat soeben einen neuen Ableger von Windows 10 vorgestellt, der sich speziell an Lehrer und Schüler bzw. Bildungseinrichtungen richtet: Windows 10 S. Diese Variante des Betriebssystems soll für Schulen sehr günstig zur Verfügung stehen, es lassen sich aber ausschließlich Apps aus dem offiziellen Windows Store installieren.

Im Grunde reagiert Microsoft mit Windows 10 S auf Googles zunehmende Präsenz im Bildungsbereich, wo die günstigen Chromebooks des Unternehmens immer mehr an Beliebtheit gewinnen. Ob Microsoft nun aber bei allem Selbstlob während der Vorstellung wirklich die Chromebooks zurückdrängen kann, muss sich erst noch zeigen. Denn es war durchaus bezeichnend, dass Windows-Chef Terry Myerson als erste, große Neuerung ausgerechnet unfreiwillig komisch den neuen Desktop-Hintergrund anpries.

Im Grunde ist der Gedanke klar: Man will Lehrern und Schülern ein günstiges Windows anbieten, das aber eben Einschränkungen mit sich bringt. Um diese Aussage drückte sich Myerson allerdings, sondern hob stattdessen beschleunigte Login-Prozesse hervor und dass die Beschränkung auf Apps allein aus dem Windows Store die Sicherheit verbessere. Aber im Kern geht natürlich viel von der Flexibilität verloren, die Windows als Plattform ausmacht.

Theoretisch laufen auch klassische Win32-Anwendungen, also nicht nur UWP-Apps, unter Windows 10 S. Aber sie müssen eben im Store zu finden sein. Versucht man ein Programm aus anderer Quelle zu installieren, erscheint ein Warnhinweis, der den Nutzer auf Alternativen aus dem Store hinweist und die Installation der ursprünglich gewählten Anwendung verweigert.

Dafür bietet Windows 10 S auch einige Vorzüge: Die Installation via USB-Laufwerk soll nun die Möglichkeit bieten zahlreiche Voreinstellungen noch vor der Einrichtung zu setzen. Windows 10 S soll die Einrichtung dann für die Schule quasi beim Installieren von selbst anpassen.

Und dann ist da eben der Preis: Es soll bereits Notebooks mit Windows 10 S ab 189 US-Dollar geben. Im Sommer sollen die ersten Geräte erscheinen. Als Partner hat Microsoft beispielsweise Acer, ASUS und Toshiba bestätigt. Zudem legt man bei allen Geräten mit Windows 10 S ein einjähriges, kostenloses Abonnement für Minecraft Education drauf.

Auch erhalten alle Schulen, die „Genuine Windows Pro“ einsetzen, kostenlos Windows 10 S. Außerdem ist Office 365 Education mit Microsoft Teams ohne Mehrkosten dann auch noch mit von der Partie.

Im normalen Handel werdet ihr Geräte mit Windows 10 S übrigens nicht erspähen, da Microsoft damit wie gesagt gezielt Bildungseinrichtungen anvisiert. Ist das nun gelungen? Bei Twitter und Co. gibt es dazu bereits einige Diskussionen, denn Kritiker spotten, dass Microsoft die wichtigsten Vorzüge der Chromebooks wohl missverstanden habe. An Chromebooks kann man ohne Setup cloudbasiert und nur über das Web arbeiten, so dass etwa auch ein komplettes Neuaufsetzen des Systems problemlos ist, da eben alle Daten in der Cloud liegen.

Was sagt ihr denn zu Microsofts Windows 10 S? Tolle Option für Lehrer und Schüler oder ein Konzept, das die Chromebooks nicht ersetzen kann?


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Über den Autor: André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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