Windows 10: Als Tipp getarnte Werbung im Explorer

10. März 2017 Kategorie: Windows, geschrieben von: Sascha Ostermaier

Microsoft hat mit Windows 10 nicht nur ein neues Betriebssystem veröffentlicht, sondern auch neue Wege gefunden, die Nutzer in Richtung der eigenen Dienste zu lenken. Zum Beispiel mit Hinweisen auf die Office-Produkte direkt im Startmenü. Nun versucht Microsoft es direkt im Explorer, passenderweise mit Werbung für OneDrive, das Cloudspeicher-Angebot von Microsoft, als Teil eines Office 365-Abos. Das kann für einen Nutzer durchaus interessant sein, vor allem, wenn er die Konkurrenz nicht kennt.

Microsoft selbst bezeichnet die Werbung als Tipp, um die Nutzererfahrung bezügliche Speicher und Cloudspeicher zu verbessern. Außerdem könne man diese Tipps einfach deaktivieren, wie ein Sprecher gegenüber The Verge mitteilt:

“The new tips notifications within the File Explorer in Windows 10 were designed to help Windows 10 customers by providing quick, easy information to enhance the experience relative to storage and cloud file management. That said, with Windows 10 customers can easily opt out of receiving these notifications if they choose.”

Ein Tipp, der 6,99 Dollar pro Monat kostet, wenn ich ihm folge? Nein, das ist kein Tipp, das ist Werbung. Der Konkurrenz (Dropbox, Google und all die anderen) dürfte dieses Verhalten in Windows wenig gefallen, da sie vermutlich keine Chance haben, an solch prominenter Position mitten im Betriebssystem beworben zu werden.

Und ich behaupte auch, dass sich Microsoft mit diesen „Tipps“ auf sehr dünnes Eis begibt. Man muss nur auf die Internet Explorer-Geschichte zurückblicken. Und da ging es nur um einen vorinstallierten Browser. Bedenkt man dann noch, dass man für Windows 10 bezahlt, sei es durch den Kauf eines neuen Rechners oder durch Erwerb einer Lizenz, erwartet man sicher keine Werbung im System, vor allem nicht als Tipp getarnt und standardmäßig aktiviert.

Wer die Tipps im Explorer nicht angezeigt haben möchte, kann sie deaktivieren. Wie „einfach“ das geht, erklärt Paul Thurrott an dieser Stelle. Meiner Meinung nach nicht einfach genug für den Anwender, der sich normalerweise vielleicht nicht so tief in ein System vorwagt. Damit meine ich nicht den Tech-Blog-Leser, sondern vielleicht dessen Eltern oder Großeltern.


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Über den Autor: Sascha Ostermaier

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