Wie ich 5 Minuten Spaß mit einer Drohne hatte

16. Juli 2014 Kategorie: Hardware, Privates, geschrieben von:

„Lustige“ Missgeschicke passieren ja grundsätzlich immer anderen Menschen. Als ich früher noch als Technischer Leiter bei einem örtlichen PC-Spezialisten arbeitete, begegneten mir die Missgeschicke anderer Menschen relativ häufig.Drohne_vomwindeverweht

Es passierte nicht selten, dass ich defekte Computer oder Zubehörteile in die Werkstatt nehmen musste, weil etwas vom Kunden durchgeführt wurde, ohne dass dieser einen Blick in das Handbuch warf. Das waren Mainboards, die ohne Abstandshalter in das Gehäuse geschraubt wurden, was zu einem Kurzschluss führte, kleine CDs, die man ab und zu als Beigaben fand, musste ich aus Diskettenlaufwerken holen.

Auch falsch angeschlossene Laufwerke, Kabel oder mit Gewalt verkehrt herum eingesetzte RAM-Riegel waren keine Seltenheit. Ich empfand das nie als schlimm – es ist ärgerlich für den Kunden, allerdings hat er wenigstens probiert. Ich lasse meistens direkt die Finger davon, wenn ich nicht weiss, was ich anrichten kann.

Etwas anders war es gestern, als mir Spielspaß mit einer Drohne ins Haus stand. Ich hatte beim US-Versender Stacksocial für 99 Dollar eine Hubsan X4 Drohne (Jaja, der Experte sagt natürlich nicht Drohne, sondern COPTER!) mit Kamera bestellt, die dann nach einiger Zeit aus China kam. Kleines Ding, sieht aus wie ein Frosch, im Karton die Hubsan X4 Drohne und die Fernbedienung. Kann man ja „eben“ im Garten steigen lassen, sagte der Doof in mir.

Relativ ruhige, spärlich bebaute Wohngegend, viele Gärten und Bäume. Erste Flugversuche waren holprig. Gartenhecke, Rasen und Büsche waren die ersten Landeplätze. Nach wenigen Augenblicken hatte ich die Steuerung raus – dachte ich, war natürlich nicht der Fall. Ich tastete mich daran, die Drohne möglichst hoch über meinem Garten zu platzieren. Die Reichweite der Fernbedienung war erstaunlich, was ich allerdings nicht realisierte, war das Abtreiben der Drohne.

Keine Ahnung, was in solchem Moment in einem Menschen vorgeht – wie ein Igel im Scheinwerferlicht staunte ich meiner Drohne hinterher, die Finger immer auf Voll-Anschlag der Fernsteuerung. Immer kleiner wurde die Drohne und sie hatte schon einige Grundstücke passiert. Das Ganze ging richtig flott, ich dachte irgendwann noch bei mir – „Caschy, die Scheiße ist aus dem Ruder gelaufen, diese Drohne findest du nie mehr wieder“.

Während ich das dachte, hatte ich aus irgendeinem Grund die Finger immer noch auf der Fernsteuerung und schaute der Drohne hinterher, die irgendwann nur noch ein winziger Fleck war – und dann war sie nicht mehr zu sehen – mehr als „Wow, coole Reichweite“ – fiel mir dann nicht ein.

38 Gramm Drohne vom Winde verweht. Ich lauschte, ob ich irgendwo einen Absturz vernahm, doch alles blieb ruhig. Eine Suchaktion war erfolglos, das nicht einmal Handtellergroße Fluggerät ist wohl irgendwo in die Botanik geknallt.

Was lernen wir daraus? Gar nichts. Außer, dass der Drohnen-Einsteiger (ICH) auf jeden Fall auf das freie Feld sollte und unzugängliche Gegenden vermeiden sollte. Eigentlich ein No-Brainer – aber da denkste eben nicht dran, wenn du in deiner Freak-Freude Dinger ausprobierst. Ich bezahle die Erkenntnis nun mit einer nicht mehr vorhandenen Drohne, die mit 99 Dollar zu Buche schlug – weiss aber auch, dass ich nicht die Fähigkeit verloren habe, über eigene Dummheit zu lachen. Vielleicht sollte ich es mit ferngesteuerten Autos versuchen, wenn mein Sohn in das richtige Alter kommt. Die fliegen mir nicht so schnell davon…


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Über den Autor:

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