Whistleblower Edward Snowden: Interview in der deutschen Übersetzung zum Nachlesen

27. Januar 2014 Kategorie: Internet, geschrieben von: caschy

Sollte Edward Snowden weiterhin Angst um sein Leben haben, so sollte er sich von der ARD verstecken lassen. Besser als auf so einem bescheidenen Sendeplatz, wie dem Sonntag um 23.05 Uhr, geht es gar nicht mehr. Der Mann, der für viele Held, für viele Verräter ist, hat einfach eine wesentlich bessere Zeit verdient.

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Das Gute ist, dass Interview lässt sich auch im Internet noch einmal anschauen. Eine weitere schöne Sache, die der NDR realisiert hat: man hat das ganze Interview noch einmal in deutscher Sprache online gestellt, damit der interessierte Leser alles noch einmal nachlesen kann.

Edward Snowden hat nach eigenen Aussagen deutliche Drohungen erhalten, er geht davon aus, dass die US-Regierung ihn töten wolle, schlaflose Nächte habe er aber nicht. Er hält seine Aussagen für richtig: „Es war das Richtige, und ich werde keine Angst haben“. Zur Überwachung gegen den Terror weiss er zu berichten: „Aber selbst sie haben festgestellt, dass diese Programme wertlos sind, dass sie noch nie einen Terror- Angriff in den USA verhindert haben und dass sie bestenfalls einen bisschen Nutzen für andere Dinge haben:“

Das Section 215 Programm, das ist ein riesiges Datensammelprogramm – und das heißt Massenüberwachungsprogramm – hat lediglich herausgefunden, dass eine telegrafische Überweisung in Höhe von 85.000 Dollar von einem Taxifahrer in Kalifornien entdeckt und gestoppt wurde. Fachleute sagen, dass wir diese Art der Überprüfung nicht brauchen, dass uns diese Programme nicht sicher machen.

Auch der deutsche Geheimdienst BND arbeitet mit der NSA und den Five Eyes (GCHQ in England, NSA in den USA, Kanadas C-Sec, das australische Signals Intelligence Directorate und das neuseeländische DSD Defence Signals Directorate) laut Aussagen von Edward Snowden eng zusammen. Sie arbeiten gegen gemeinsame Zielpersonen und haben Zugriff auf X Key Score. Dies ist eine Technik, mit der man alle Daten durchsuchen kann, die weltweit täglich von der NSA gespeichert werden.

Zur Überwachung wurde noch einmal in Sachen Bundeskanzlerin Merkel und anderen Politiker nachgefragt. Snowden trifft diesbezüglich nebulöse, aber auch sehr spannende Aussagen:  „Das ist eine besonders schwierige Frage für mich, weil es Informationen gibt, die meiner Ansicht nach unbedingt im Interesse der Öffentlichkeit stehen. Wie ich jedoch schon sagte, ist es mir lieber, dass Journalisten das Material sichten und entscheiden, ob der Wert dieser Information für die Öffentlichkeit wichtiger ist als der Schaden, den die Veröffentlichung für den Ruf der Regierungsmitglieder bedeutet, die diese Überwachung angeordnet haben.“.

Ich für meinen Teil hoffe, dass da mal Ross und Reiter genannt werden. Snowden umschreibt, dass man darüber nachdenken solle, wie groß die Möglichkeit ist, dass man auch andere Mitglieder der deutschen Regierung abgehört habe. Ich behaupte mal: 100%.

Schlimmes Interview, welches aufzeigt, was vielleicht hinter den Kulissen geschieht. Ein Interview, welches ohnmächtig macht. Nach dem Anschauen – beziehungsweise dem lesen – kommt man sich vor, wie eine Puppe im Kasperletheater, ohne die Möglichkeit, Fäden zu durchschneiden.



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Über den Autor: caschy

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