WhatsApp in Brasilien gesperrt, Verschlüsselung bleibt trotzdem

3. Mai 2016 Kategorie: Internet, Social Network, geschrieben von: Sascha Ostermaier

whatsapp artikel logoWährend in den USA und anderen Ländern gewisse freiheitliche Regeln herrschen, die auch verschlüsselte Dienste erlauben, gibt es auch Länder in denen das nicht so ist. Hier müssen Anbieter von verschlüsselter Kommunikation dann entweder mit den Behörden zusammenarbeiten (sprich: die Verschlüsselung auf Wunsch aufheben) oder sie können ihre Dienste nicht mehr länger anbieten. Aus diesem Grund zog sich BlackBerry seinerzeit aus Pakistan zurück, aus diesem Grund ist WhatsApp nun in Brasilien gesperrt. Jan Koum, Gründer von WhatsApp äußert sich via Facebook zu der Sperre und verweist auch gleich noch einmal auf die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, die WhatsApp nicht einmal die Möglichkeit gibt, Inhalte auszulesen.

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Es ist nicht das erste Mal, dass WhatsApp in Brasilien gesperrt wird, bereits im Dezember letzten Jahres war dies schon einmal der Fall. Auch damals ging es um die Zusammenarbeit mit Strafverfolgunsgbehörden. Wie auch im Dezember, freut sich ein Dritter, wenn sich zwei streiten. Telegram ist der Nutznießer, der sich über regen Zulauf freuen kann. So sehr, dass es – wie im Dezember – zur Nichtauslieferung von Bestätigungs-SMS kam und die Nutzer Telegram dann doch nicht so einfach verwenden können. Das Problem liegt hier an den brasilianischen SMS-Gatewayxs, die mit der Menge der Anfragen nicht zurechtkamen.

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Jan Koum teilt nun jedenfalls mit, dass WhatsApp die Verschlüsselung nicht umgehen wird und auch gar nicht kann, da keine Chat-Protokolle gespeichert werden und Nachrichten, die Ende-zu-Ende verschlüsselt sind ebenfalls nicht von Dritten eingesehen werden können. Die Bestrafung erfolgt also für die Nichtherausgabe von Daten, die WhatsApp gar nicht hat. Da lobt man sich doch die Staaten, in denen Strafverfolgungsbehörden vor Gericht ziehen müssen, um auf Daten zuzugreifen. Oder man macht es als Staat halt so geschickt, dass man die Mitarbeit der Dienste gar nicht erst benötigt.


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Über den Autor: Sascha Ostermaier

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