WhatsApp: Abmahnung durch den Verbraucherschutz

19. September 2016 Kategorie: Backup & Security, Social Network, geschrieben von: caschy

whatsapp artikel logoEnde August aktualisierte der zum US-amerikanischen Unternehmen Facebook gehörige Messenger WhatsApp seine Nutzungsbedingungen. Mit diesen neuen Nutzungsbedingungen verzahnte Facebook den Messenger stärker mit dem Social Network, nicht gerade von Begeisterungsstürmen der Nutzer begleitet. Denn selbst wenn diese sich weigern bestimmte Daten abzugleichen – andere Daten werden auf jeden Fall fließen. (Siehe auch unser Beitrag zu den aktualisierten WhatsApp-Nutzungsbedingungen).

Das rief auch die EU Kommission auf den Plan, die unter Umständen die erneute Aufrollung des Fusionskontrollverfahrens einleiten könnten. Weiterer Druck folgt nun aus Deutschland, denn der Verbraucherzentrale Bundesverband hat das Unternehmen WhatsApp abgemahnt.

Bis zum 25. September haben die Nutzer von WhatsApp Zeit, den neuen Nutzungsbedingungen zu widersprechen, doch schon vorher läuft die Zeit ab, die die Marktwächter WhatsApp als Ultimatum gesetzt haben. Bis zum 21. September 2016 haben die Betreiber von WhatsApp Zeit, eine Unterlassungserklärung abzugeben und die abgemahnten Verstöße einzustellen.

Passiert das nicht, prüfen die zum Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) zugehörigen Marktwächter eine Klage. Möglich ist das durch das erweiterte Verbandsklagerecht, das der vzbv Anfang dieses Jahres erkämpft hat: Dadurch können die Verbraucherschützer eingreifen, wenn Unternehmen von Verbrauchern widerrechtlich Daten sammeln, speichern oder nicht wieder löschen.

O-Ton:

Statement von Klaus Müller, Vorstand des vzbv, zur Abmahnung von WhatsApp.

„Bei der Übernahme 2014 von WhatsApp hat Facebook öffentlich bekundet, dass der Dienst von WhatsApp unabhängig bleiben solle. Verbraucher vertrauten also darauf, dass ihre Daten allein bei WhatsApp bleiben und kein Datentransfer zu Facebook erfolgt. Ihr Vertrauen wurde enttäuscht. Der vzbv hatte bereits in seiner Abmahnung von Facebook Anfang 2015 erste Anzeichen für einen Datenaustausch kritisiert.

Mit großer Sorge beobachten wir einen schleichenden Trend: Verbraucher verlieren nach und nach die Hoheit über ihre Daten. Ihre Privatsphäre gerät in Gefahr. Dieses Beispiel zeigt nicht zuletzt, dass die erweiterte Verbandsklagebefugnis für Verbraucherverbände ein wichtiges Instrument ist, um Verbraucher und Daten zu schützen.“

Hier bin ich mal gespannt, was genau passiert – oder inwiefern genau von WhatsApp erklärt wird, warum trotz Widerspruch durch den Nutzer Daten fließen. Konkret stoßen sich die Verbraucherschützer allerdings auch daran, dass WhatsApp eine voreingestellte Einwilligungserklärung nutzt, damit Facebook die Daten auch für Werbung nutzen darf. Diese ist nach Ansicht der Marktwächterexperten rechtswidrig. Was bereits mit einem Häkchen versehen ist, würde oft unbewusst abgenickt.



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Über den Autor: caschy

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