Weniger als 10 Prozent der Android-Geräte verschlüsselt, Google möchte das ändern

16. März 2016 Kategorie: Android, Google, geschrieben von: Sascha Ostermaier

artikel_androidFast 1,5 Milliarden Android-Smartphones befinden sich im Umlauf, die wenigsten davon sind mit einer aktuellen Android-Version ausgestattet. Auch das ist mit ein Grund dafür, warum Verschlüsselte Android-Smartphones bisher Mangelware sind. 2014 versuchte Google die Verschlüsselung für alle Hersteller obligatorisch zu machen, musste dann aber wieder zurückrudern, da leistungsschwächere Geräte deutliche Performance-Einbußen hatten und Google verhindern wollte, dass die Hersteller auf einen Android-Fork ausweichen, um die Verschlüsselung zu umgehen. Lediglich rund 10 Prozent der aktiven Android-Geräte sollen eine Verschlüsselung aufweisen. Wie effektiv eine solche Verschlüsselung sein kann, zeigt der San Bernardino-Fall. Das FBI beißt sich daran die Zähne aus, möchte Apple deshalb zur Umgehung eines Sicherheitsmerkmals gerichtlich zwingen.

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Apple führte die Verschlüsselung 2014 ein, nun sind 95 Prozent der iPhone durch sie vor fremden Zugriffen geschützt. Google verfolgte einen ähnlichen Ansatz, verfolgt ihn auch weiterhin. Während die Verschlüsselung unter Android durchaus möglich ist, jeder kann sie ab Android 5.0 Lollipop aktivieren, ist sie nicht sehr weit verbreitet. Das Hindernis Android 5.0 wiederum schließt direkt eine Menge Geräte aus, laut aktuellen Zahlen kommen nur 38,4 Prozent der Geräte dafür in Frage, weil sie Android 5.0 oder neuer als System nutzen.

Der Einsatz der unterschiedlichen Android-Versionen wird mehr und mehr zum Problem für Google. Zwar versucht man seit geraumer Zeit, diesem entgegenzusteuern, sowohl auf Systemebene als auch durch frühe Previews kommender Android-Versionen. Und Google schließt nicht aus, die Verschlüsselung künftig wieder für alle Hersteller verpflichtend zu machen, wenn die dafür erforderlichen Komponenten günstig genug sind, sodass auch schwächere Geräte keine Leistungseinbußen haben.

Google darf den Druck auf die Hersteller – auch wenn es in diesem Fall mehr als angebracht wäre – nicht zu sehr erhöhen. Bereits jetzt nutzen einige Hersteller nur die Open Source-Komponenten von Android und verzichten auf die Google-Dienste. An diesen Geräten verdient Google im Zweifelsfall nichts, wenn die eigenen Dienste nicht damit genutzt werden. Ein Umstand, den Google natürlich versucht zu vermeiden.

Android Sicherheitschef Adrian Ludwig ist sich der Wichtigkeit der Verschlüsselung ebenso bewusst wie der Probleme, die durch die zahlreichen Geräte entstehen:

“We want to make the best security we possibly can and make it available to as many people as we possibly can. Sometimes we run into practical constraints.”

Falls Ihr übrigens ein Android-Smartphone ab Version 5.0 Lollipop besitzt, schaut ruhig einmal nach, ob bei Euch die Verschlüsselung aktiviert ist. Ihr findet diese in den Einstellungen unter Sicherheit – Telefon verschlüsseln. Aktiviert Ihr die Verschlüsselung, hat dies zur Folge, dass man nach jedem Geräteneustart eine PIN oder ein Passwort zum Entschlüsseln eingeben muss. Außerdem kann es sich natürlich auf die Performance auswirken, wobei dies häufig eher ein theoretischer Wert ist.

Möchte man sein Smartphone oder Tablet wieder ohne Verschlüsselung betreiben, wovon dringend abzuraten ist, hat dies einen kompletten Wipe des Gerätes zur Folge, Backup also nicht vergessen. Das gleiche Spiel kann man in den Einstellungen auch noch einmal für die SD-Karte durchführen, was wiederum dafür sorgt, dass die Karte nicht mehr mit anderen Geräten gelesen werden kann. Solltet Ihr ein Nexus-Gerät besitzen, dürfte die Verschlüsselung automatisch aktiviert sein.

Wie sieht es bei Euch aus mit der Verschlüsselung? Ist das etwas, worauf Ihr achtet, wenn Ihr Euch ein neues Smartphone kauft? Habt Ihr die Verschlüsselung aktiviert? Würdet Ihr eine leicht geringere Leistung für die Verschlüsselung in Kauf nehmen?

(Quelle: WSJ)


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Über den Autor: Sascha Ostermaier

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