Warum ich immer mehr Evernote nutze, die Cloud gut finde und Generalist bin

16. September 2012 Kategorie: Internet, Software & Co, geschrieben von:

Gestern Abend schrieb ich einen Beitrag, warum ich Evernote derzeit nicht nutze. Obwohl zu später Stunde geschrieben, wurde der Beitrag schnell einer der Top-Beiträge dieser Woche. Der Inhalt des Beitrags beschreibt meine derzeitige Sichtweise und soll keine Anleitung sein – gibt leider Leser, die der Meinung sind, ich würde hier immer alles generell äußern. Kurz danach bekam ich eine Mail von Herbert, mir lange als Leser bekannt.

Ein bekennender Evernote-Fan, der auf seiner Seite immer wieder gute Tipps für Evernote in deutscher Sprache festhält. Dürft ihr gerne lesen, zu Herberts Seite geht es hier lang. Er sieht die Dinge anders als ich und beschreibt für euch in einem Gastbeitrag, warum und wie er Evernote nutzt. Somit hätten wir beide Seiten hier im Blog, finde ich gut 🙂 Und nun übergebe ich mein Blog an Herbert!

Also bevor jetzt jemand denkt, dass Caschy ganz schön schnell seine Meinung ändert – ich bin Herbert, ein langjähriger Leser von Caschys Blog, und wollte mit einem kurzen Beitrag meine Sicht zum Posting „Warum ich nicht mehr Evernote nutze …“ darstellen. (Und ja, ich bin parteiisch, weil ich Evernote wirklich gut finde …)

Mir geht es bei der Nutzung von Diensten wie Evernote eigentlich weniger darum, alle eingehende Post einzuscannen und ein Online-Archiv anzulegen. Das meiste von derartigen Papieren kann weiterhin in Ordnern im Regal schlummern – wann muss ich schon mal an eine Strom- oder Wasserrechnung oder mir den Folgebeitrag meiner privaten Haftpflichtversicherung anschauen?

Für mich liegt der Nutzen solcher Dienste im unmittelbaren Zugang zu Daten, die für meinen Beruf und Alltag sehr wichtig sind – 98 % dieser Unterlagen dürften hingegen für alle anderen höchst langweilig sein.

Um das zu konkretisieren (in meinem Fall ist es Evernote – andere Dienste können das sicher auch): Mein Büro liegt in der westlichen Universitätshälfte, meine Veranstaltungen für Lehramtsstudenten gebe dort in der Nähe, die für Medieninformatiker im östlichen Teil – gut 20 Minuten Fußweg entfernt. Früher war es kein Einzelfall, dass ich ein Papier, einen Artikel, ein Arbeitsblatt oder den USB-Stick mit der Präsentation in der Hektik vergessen hatte und die Sitzung zumindest teilweise umstellen musste. Das kommt heute praktisch nicht mehr vor. Andere Beispiele:

Ein Student spricht mich nach der Veranstaltung wegen Prüfungsmaterialien an? Ich öffne das Evernote-Notizbuch auf dem iPad und sende im die PDFs für die Vorbereitung.

• Wir setzen ein Medienprojekt fort – ich werfe die Fotos von den Brainstorming-Stichpunkten auf der Tafel der letzten Sitzung an die Wand, die ich am Ende mit der App auf dem Smartphone aufgenommen hatte.

• Ich höre abends um 23 Uhr zufällig ein gutes Musikstück oder einen Podcast, der zu unserem Uni-Radio-Projekt („Campuswelle“ – reinhören! 🙂 ) passen würde? Ruckzuck ist die Audio-Datei in einem Notizblatt samt den Gedanken als Zusatznotizen – das hätte ich alles sonst zwei Tage später nicht mehr auf dem Radarschirm.

• Ein Kollege fragt mich nach dem Zeitfenster X für das Sommersemester 2013 – ich habe meine handschriftlichen Notizen vom letzten Meeting auf dem iPad gemacht und in Evernote abgespeichert.

• Zurück im Büro muss ich für eine Gegenposition zu Spitzers „Digitaler Demenz“ recherchieren, die PDF-Aufsätze wandern auf einen Pfad, der von Evernote überwacht wird, die Dateien werden automatisch importiert und von Evernote in das Recherche-Notizbuch eingeordnet.

• Abends kann ich doch noch bei der Buchhandlung vorbei huschen und zu dem Krimi greifen, der letzte Woche in der Süddeutschen besprochen worden ist, weil ich mir den Titel mit der Smartphone-App notiert hatte.

• Ich bin in meinem Arbeitszimmer zu Hause im ersten Stock – und kann nahtlos an den Unterlagen weiter arbeiten, die nach Sachgebieten in Evernote eingeordnet sind. Nach dem Speichern habe ich morgen früh den aktuellen Stand auf meinem Büro-PC, ohne an einen USB-Stick denken zu müssen.

• Gerade kommt noch eine Mail vom Kollegen einer anderen Hochschule, der wissen möchte, wie er zu meinem Büro kommt – ich ziehe aus dem Grafik-Notizbuch die Anfahrtskizze und Beschreibung, die ich immer wieder brauche.

• Ich muss unbedingt noch einen Aufsatz fertig lesen, bin aber zu kaputt, um noch länger in einer Büro-Umgebung zu sitzen, gehe ein Stockwerk tiefer, gieße mir einen Drink ein und öffne mein iPad mit dem Notizbuch, das die entsprechende PDF bereit hält. Mit meinem Stylus mache ich handschriftliche Anmerkungen, sichere und kann am nächsten Tag auf meinem Büro-PC die Datei samt Anmerkungen in Acrobat öffnen.

Das sind jetzt gerade mal 10 – 20 % der Dinge, die ich mit dem Online-Dienst Evernote tagtäglich mache. Bei all diesen Dingen ist nichts dabei, was besonders datensensibel wäre, aber dafür ganz viel, was mir Zeit und Arbeit erspart. (Das einzige, was ich in den letzten Wochen verschlüsselt in Evernote abgelegt habe, war ein Buch-Manuskript. Zu Evernote … 😉 )

Zum Schluss: Ich kann jeden verstehen, der bei Online-Diensten eher Bedenken hat – und wenn er einen Alltag anders bewältigt, ist das doch okay. Aber im Zeitalter von Homeoffice, Smartphones und Tablets werden solche Dienste immer mehr an Wert gewinnen.


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Über den Autor:

Hallo, ich bin Carsten! Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Getaufter und Gründer dieses Blogs. Auch zu finden bei Twitter, Google+, Facebook, Instagram und YouTube. Persönliches Blog. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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