Warum Google mit Maps für iOS doch verloren hat

12. November 2013 Kategorie: Android, Google, iOS, Mobile, geschrieben von:

Als Apple in iOS 6 mit seinem eigenen Kartendienst Apple Maps ankam, war das Gelächter der Tech-Welt groß. Berichte über falsche Routenführung, sogar eine offizielle Warnung vor der Nutzung von Apple Maps gab es. Als wäre dies noch nicht genug für ein Unternehmen, das stets bemüht ist als perfekt zu gelten, entschuldigte sich Tim Cook sogar für den Kartendienst und empfahl Alternativen.

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Zumindest in den USA sieht es mittlerweile, gut ein Jahr nach dem Start, recht rosig aus für Apple Maps. Google soll durch den Wegfall als Standard-App und die verzögerte Auslieferung einer eigenen App 23 Millionen mobile Maps-Nutzer verloren haben. Im September 2012 konnte Google einen Spitzenwert von 81 Millionen Maps-Nutzern verzeichnen, 58,7 Millionen waren es dann im September 2013. Von diesen wiederum werden 6 Millionen iPhone-Nutzer geschätzt, 2 Millionen kommen davon von Geräten, die sich nicht auf iOS 6 upgraden lassen.

Google hat dadurch einen wichtigen Kanal für Daten verloren, die nun Apple zufließen. Da helfen auch keine 10 Millionen Downloads in 48 Stunden. Standorte der Nutzer, auch wenn sie anonym erhoben werden, sind ein wichtiges Gut für Betreiber von Kartendiensten. Gerade auch wegen der Daten aus dem Verkehrsfluss, die dem Nutzer selbst einen Mehrwert bieten, wenn er so zum Beispiel einen Stau umfahren kann.

Aber sind die Apple Maps denn tatsächlich besser als das Google-Pendant? Wohl eher nicht, es wird vielmehr die Bequemlichkeit der Menschen sein, die dafür sorgt, etwas zu nutzen, das sowieso schon vorhanden ist. In diesem Fall eben die Anwendung Apple Maps. Außerdem ziehen sich Apple Maps durch das ganze System, der Nutzer wird immer wieder auf Apple Maps verwiesen, wenn es um Richtungen, Orte oder Wegbeschreibungen geht.

Gleichzeitig zeigt dies aber auch, dass Apple Maps für den Großteil der Nutzer völlig ausreichend sind. Wären diese wirklich so schlecht, dass man nicht ans Ziel kommt oder sich plötzlich mitten in der Wildnis wieder findet, würde sich selbst ein bequemer Nutzer nach einer Alternative umsehen.

Welchen Kartendienst nutzt Ihr unter iOS? Hat Apple mittlerweile stark genug nachgebessert, damit Ihr den Dienst nutzt? Oder setzt Ihr gar auf eine dritte Alternative, zum Beispiel eine extra Navigations-App?


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Quelle: The Guardian |

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Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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