Warum die Android-Versions-Nummern künftig irrelevant sind

16. Mai 2013 Kategorie: Android, Google, geschrieben von:

Von vielen wurde auf der Google I/O eine neue Android-Version erwartet. Gab es aber nicht. Und musste es auch gar nicht geben, Google hat nämlich etwas viel Cooleres eingeführt. Google Play Services nennt sich der Spaß, in Wirklichkeit sind es aber heimliche Android-Updates. Patrick hat dazu die Details gestern bereits beschrieben.

Google Cloud Messaging und neue API
Die gestern vorgestellten APIs enthalten Google Maps Android API v2, Location APIs, Google+ Sign-In und Google Cloud Messaging. Dadurch erhalten alle Android-Nutzer ab Android 2.2 neue Features. Ohne auf Hersteller-Updates angewiesen zu sein. Bisher war es so, dass eine neue Android-Version auch neue Features brachte. Die schleppende Verteilung durch die Hersteller sorgte regelmäßig für Negativ-Presse und auch Unsicherheit bei den Nutzern.

Durch die neue Strategie der stillen Updates muss sich im Prinzip keiner mehr Gedanken machen, welche Android-Version auf dem Wunschgerät vorhanden ist, und ob der Hersteller vielleicht irgendwann einmal ein Update auf eine neuere Version spendiert. Gleichzeitig schönt dies aber natürlich auch die Statistiken der Android-Verteilung.

Bereits letztes Jahr wurde mit Android 5.0 gerechnet und ich wette, Google hat Android 4.2 nur deshalb nicht 5.0 genannt, um die Notbremse bei der Fragmentierung zu ziehen. Zum Zeitpunkt als 4.2 auf den Markt kam, waren Nexus-Geräte die einzigen, die bereits „Jelly Bean“ hatten. Wäre Android 4.2 zu 5.0 und „Key Lime Pie“ geworden, wäre „Jelly Bean“ exakt auf 0 Geräten installiert gewesen (es sei denn ein Nexus-Besitzer hätte sich gegen die Installation der neuen Version entschieden). Die Unterschiede zwischen 4.0 „Ice Cream Sandwich“ und 4.1 „Jelly Bean“ waren nun auch nicht so groß, dass man daraus eine neue Major-Version hätte machen müssen.

Natürlich wird es auch ein Android 5.0 geben. Das wird sicher eine ziemlich große Überarbeitung sein, so wie von „Gingerbread“ auf „Ice Cream Sandwich“. Die Kernelemente, die von Entwicklern genutzten APIs, werden aber nicht exklusiv auf der neuen Verison verfügbar sein, sondern einfach über ein Play Services-Update auch auf älteren Android-Versionen nutzbar sein.

An sich eine ziemlich große Nummer, die Google da abgeliefert hat. Weg von neuen Android-Versionen, hin zu schnellen Updates mit neuen Features. Und bis Android 5.0 „Key Lime Pie“ erscheint, wird „Jelly Bean“ sicher einen großen Anteil an der Android-Verteilung ausmachen.


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