Warner Bros. kündigt für 2016 seine ersten Ultra HD Blu-ray an

30. Dezember 2015 Kategorie: Hardware, geschrieben von: André Westphal

warner bros. logo

Nachdem 2oth Century Fox bereits im September seine ersten Ultra HD Blu-ray für 2016 angekündigt hatte, darunter Titel wie „Kingsman“, „X-Men: Days of Future Past“ sowie „Life of Pi“, zieht nun auch Warner Home Entertainment nach. Vom Fox-Lineup bin ich sehr angetan, da ich die drei beispielhaft genannten Filme allesamt auch auf Blu-ray besitze. Da wäre ich eventuell also sogar zu einem Upgrade bereit. Speziell da „X-Men: Days of Future Past“ für mich persönlich zu den besten Comicverfilmungen überhaupt zählt. Zu Warners ersten Titeln auf Ultra HD-Blu-ry zählt dagegen etwa das bei der Oscarverleihung sträflich ignorierte „The Lego Movie“.

Dazu gesellen sich „Mad Max: Fury Road“, „San Andreas“ sowie das kommerziell gefloppte und bei Kritikern durchgefallene „Pan“. Im Verlauf des kommenden Jahres will Warner Home Entertainment aber viele weitere Filme auf Ultra HD Blu-ray nachreichen. Konkret nennt Warner etwa noch das bei mir persönlich verhasste „Man of Steel“ sowie das wesentlich unterhaltsamere „Pacifc Rim“. Staunen lässt mich, dass Warner vor Ende 2016 „über 35 Titel“ auf Ultra HD Blu-ray veröffentlichen will. Das klingt nach einer reichlich zögerlichen Adoption des neuen Formats. So wundert es mich dann auch nicht, dass der Vertrieb im gleichen Atemzug davon spricht, dass man sein Angebot an Inhalten in Ultra HD über rein digitale Anbieter ebenfalls ausbauen wolle. Zwischen den Zeilen meint man fast herauszulesen, wohin die Reise gehen soll.

warner home entertainment

Wenn ich ehrlich bin, so prophezeie ich der Ultra HD Blu-ray keine große Zukunft: Bereits die Blu-ray konnte die DVD bisher nicht in den Verkaufszahlen ablösen. Dazu kommt, dass die meisten Verbraucher schon jetzt viel zu weit weg von ihren Bildschirmen sitzen, um überhaupt 1080p / Full HD als Auflösung auszunutzen. Um Ultra HD sinnvoll auszukosten wären im Grunde Diagonalen jenseits der 80 Zoll und sehr geringe Sitzabstände notwendig. Eher bringen da HDR (High Dynamic Range) sowie die erweiterten Farbräume den meisten Kunden Vorteile bei der Bildqualität. Das lässt sich Laien aber nur schwer vermitteln. Am schwersten wiegt vielleicht die zunehmende Adoption der Streaming-Dienste. Selbst ich als Besitzer von über 1000 Blu-ray wäge meine Käufe mittlerweile stark ab.

Klar, denn wenn ich via Amazon Prime Instant Video etwa die Serie „Halt and Catch Fire“ sowieso ohne Mehrkosten in ordentlicher Qualität abrufen kann, dann kann selbst ich es einfach nicht rechtfertigen über 30 Euro für das Blu-ray-Set hinzulegen. Zumindest ich schaue mir Serien aufgrund der ständigen Flut neuer Staffeln nur einmal an – da lohnt der Besitz des Mediums einfach nicht mehr. Erschwerend kommt dazu, dass ich beispielsweise bei Amazon Prime Instant Video sogar schon Staffel 2 meines Beispiels „Halt and Catch Fire“ abrufen kann. Würde ich auf die Blu-ray setzen, müsste ich derzeit noch ausharren. Die Vertriebe zieht es ohnehin weg von physischen Datenträgern: Das erleichtert den Vertrieb, da Kosten für Produktion und Logistik sinken und erlaubt auch noch die Auswertung von Kundendaten. Außerdem ist es leichter Raubkopien Einhalt zu gebieten.

Ich freue mich trotzdem auf die Ultra HD Blu-ray, denke aber die neuen Disks werden eine kleine Nische für absolute Enthusiasten bieten, welche die bestmögliche Qualität wünschen. Alle anderen werden bei DVDs und Blu-rays verbleiben oder sich komplett dem Streaming oder Download-Käufen hingeben.



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Über den Autor: André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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