Wahljahr 2013: Rösler fordert versprochene Internet-Geschwindigkeiten ein

17. Mai 2013 Kategorie: Internet, geschrieben von:

Versprochene Internet-Geschwindigkeit und das, was tatsächlich aus der heimischen Dose kommt, sind oftmals leider zwei Paar Schuhe. Im Kleingedruckten sichern sich Provider ab und erwähnen, dass es sich um Geschwindigkeiten „bis zu“ einer bestimmten Grenze sind. Breitband-Ausbau, Drosselung von Flatrates, das sind die heißen Themen in 2013. Logisch, irgendwo ist ja auch jeder betroffen.

Pressebild_bBeitband_Glasfaser_01
Philipp Rösler will nun die Netzanbieter in die Pflicht ziehen und versprochene Geschwindigkeiten einfordern. Das berichtet Spiegel Online. Eine Untersuchung der Bundesnetzagentur ergab, dass lediglich 19,5% der Kunden die versprochene maximale Bandbreite erhalten, bei 69,2% der Kunden kommt nicht einmal die Hälfte der Geschwindigkeit an.

Noch viel verheerender sieht es bei LTE-Zugängen aus. Gerade einmal 1,6% aller LTE-Kunden erhalten die volle Geschwindigkeit im Bereich zwischen 25 MBit/s und 50 MBit/s. Bei hohen Bandbreiten klassischer DSL-Anschlüsse liegt die tatsächliche Geschwindigkeit nur bei 4,5% der Kunden im versprochenen Bereich.

Am 4. Juni findet ein Treffen der Konzerne bei der Bundesnetzagentur statt. Dort soll geklärt werden, ob die Qualitätskontrolle der Selbstregulierung überlassen wird. „Die Unternehmen stehen nun in der Pflicht, die Versorgung ihrer Kunden ihren vertraglichen Zusagen entsprechend zu verbessern,“ ist die Aussage des Wirtschaftsministeriums.

Die Verlegung von Glasfaser und die Aufrüstung der Verteilerkästen für DSL-Vectoring kostet die Telekom 6 Milliarden Euro. Die Kosten dafür spielt man durch Vermietung der Leitungen an Vodafone und O2 wieder ein.

Ob es nun um die Abdeckung aller Haushalte mit schnellen Internet-Anschlüssen geht, das Ende der echten Flatrates im Festnetz oder eben die nicht erreichten Geschwindigkeiten, auffällig ist, dass sich plötzlich Politiker einmischen. Wäre ja eigentlich super, die Regierung haben schließlich wir gewählt. Der bittere Beigeschmack bleibt aber zumindest bei mir, dass solche Einmischungen immer dann passieren, wenn Wahlen anstehen. Also grundsätzlich gut, was da abläuft (die Einmischung), aber ob es nachhaltig etwas bringt?

Kommt bei Euch das an, was im Vertrag steht? Versucht die Politik sich die Wählergunst durch solche Aktionen zu erkaufen? Was ist Eure Meinung dazu?


Du entscheidest mit! Wir suchen das Smartphone des Jahres 2017! Jetzt abstimmen!

 

Über den Autor:

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

Sascha hat bereits 9389 Artikel geschrieben.