Verbraucherzentrale Bundesverband verklagt WhatsApp wegen Datenweitergabe

30. Januar 2017 Kategorie: Mobile, Social Network, Software & Co, geschrieben von: André Westphal

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) ist recht klagefreudig, wenn er die Rechte der Konsumenten verletzt sieht. Nun bläst man gegen WhatsApp zum Angriff und hat sogar bereits laut eigenen Aussagen vor dem Landgericht Berlin Klage eingereicht. Worum es geht? Der Vzbv ist der Ansicht, dass Whatsapp widerrechtlich Daten sammele und speichere bzw. an Facebook weitertratsche. Stein des Anstoßes sind die geänderten Nutzungsbedindungen, für welche man WhatsApp bereits im September 2016 abgemahnt hatte – ohne Erfolg.

Die Verbraucherschützer geben an, dass es wichtig sei das im internationalen Vergleich hohe Datenschutzniveau in Deutschland zu bewahren. Deswegen gebe es aktuell keinen anderen Weg, als gegen WhatsApp vorzugehen.

Selbstsicher erklärt Klaus Müller, Vorstand des Vzbv: „Unsere Marktwächterexperten haben das Fehlverhalten des Anbieters erfolgreich sichtbar gemacht. Nun treffen wir uns vor Gericht wieder. Die Verbraucherzentralen haben auch bei anderen digitalen Großunternehmen schon häufig einen langen Atem bewiesen: Ob Facebook, Google, Amazon oder nun WhatsApp, wir verfolgen Rechtsverstöße – notfalls auch über alle Gerichtsinstanzen.

Laut Müller gehe es hier um nichts Geringeres als das Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung. Besondere Beanstandung findet, dass WhatsApp auch Telefonnummern an Facebook weitergibt, wenn der jeweilige WhatsApp-Nutzer gar kein Facebook-Konto besitzt. Auch Kontakte, die nur im Telefonbuch des Users stehen, aber gar kein WhatsApp verwenden, rafft der Anbieter sich zusammen.

Der Vzbv fordert, dass die entsprechenden Daten gelöscht werden. Auch eine Anpassung der Nutzungsbedingungen müsse stattfinden. WhatsApp hat wiederum noch keine Stellungnahme veröffentlicht, dürfte die Rechtslage aber sicherlich anders auslegen und sich vermutlich keiner Schuld bewusst sein.

Wer am Ende im Recht ist, müssen dann die Gerichte entscheiden. Wie der Vzbv bereits andeutet, könnte sich der Rechtsstreit allerdings womöglich monate- bzw. jahrelang hinziehen. Das wird davon abhängen, wie die Entscheidungen der Gerichte ausfallen und durch wie viele Instanzen man geht.

Neben der Vzbv dürfte nämlich auch WhatsApp angesichts des Geldes von Facebook im Rücken keine Schwierigkeiten haben sich auf einen langen Kampf einzurichten.


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Über den Autor: André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

André hat bereits 1952 Artikel geschrieben.