uTorrent: Es ist nicht alles Torrent, was glänzt

6. März 2015 Kategorie: Software & Co, geschrieben von:

Wer es bevorzugt, seine Downloads per Torrent-Programm zu tätigen und dies rein zufällig mit uTorrent, der könnte in einem Moment der Unachtsamkeit einen kleinen Passagier mit an Bord geholt haben, der die Rechenleistung des Systems drastisch beeinträchtigt. Hieran ist „Epic Scale“ schuld – ein BitCoin-Mining Programm und ein offizieller Partner von Bittorrent, dem Mutterkonzern von uTorrent.

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Epic Scale ist einer der neuesten Partner, die Bittorent unterstützen. Wenn man also die aktuellste Version 3.4.2 von uTorrent installiert und an einer Stelle des Installationsprozesses nicht richtig acht gibt, der installiert eben diese Partner-Bundles.

Epic Scale nistet sich nach der Installation im Hintergrund ein und nutzt einen Teil der Rechenleistung, um eben Bitcoins zu „minen“. Dies hat zur Folge, dass Euer PC natürlich zum Teil drastisch in die Knie geht und nicht mehr flüssig läuft. Erste Nutzerberichte im uTorrent-Forum machten auf diesen Umstand aufmerksam und behaupteten, dass sie zu keinem Zeitpunkt die Erlaubnis zur Installation eines solchen Programms gegeben hätten. Ein Nutzer behauptete sogar, er habe sorgfältig das Häkchen für die Zusatzinstallation von Partner-Programmen während des Prozesses weggemacht.

Daraufhin schaukelte sich die Sache hoch, sodass Bittorrent einschritt und ein Statement abgab. Man versicherte Nutzern, dass Epic Scale kein „silent install“ sei und man definitiv keine Partnerprogramme durch die Hintertür auf den Rechner installieren würde. Dennoch sei Epic Scale, so versicherte sowohl Bittorent als auch Epic Scale selbst, jederzeit wieder deinstallierbar. Daraufhin eröffnete sich ein offener Schlagabtausch zwischen den beiden Fronten, da Nutzer vehement behaupteten, dass die Deinstallation nicht so einfach vonstatten ginge, das Programm nicht mal als Hintergrundprozess im System aufgelistet sei und einige konnten es lediglich mithilfe von Antiviren-Software wieder entfernen.

Und Bittorrent daraufhin? Nun, die betonten erneut, dass der Fehler wohl beim Nutzer liegen muss und man beim Installationsprozess halt besser acht geben solle. In der Zwischenzeit haben mehrere Seiten wie Engadget den Installationsprozess durchlaufen und konnten bestätigen, dass es sich hierbei nicht um einen versteckten Installer handelt.

Es mag zwar sein, dass dies nicht der Fall ist, aber sicherlich haben viele mal aus Versehen während der Installation eines Programmes einmal zu schnell geklickt und hatten ungewollte Partnerprogramme auf dem Rechner. Diese konnte man jedoch zumeist relativ einfach entfernen und diese führten auch in der Regel nicht dazu, dass im Hintergrund automatisch Prozesse laufen, die den Rechner in die Knie zwingen, um für eine andere Firma Bitcoins zu minen.

Hinsichtlich des Superfish-Eklats von Lenovo sollten einige Unternehmen vielleicht Ihre Schritte etwas genauer durchdenken, bevor man sich mit solchen Dingen Feinde macht und dann auch noch mit dem Finger auf den Nutzer zeigt. Viele Nutzer haben angedroht, sich anderweitig umzusehen und ich bin mir sicher, einige werden noch folgen. Habt Ihr die Version 3.4.2 von uTorrent installiert und auch aus Versehen Epic Scale mitinstalliert? Wenn ja, lasst gerne mal hören, ob die Deinstallation nun so ein Klacks war, wie die beiden Unternehmen behaupten.


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