Unsichtbares Glas: Smartphones und Tablets, die nicht reflektieren

31. Oktober 2011 Kategorie: Hardware, Mobile, geschrieben von: caschy

Endlich mal was sinnvolles.Wie oft meckern wir über Displays, die spiegeln? Bei Tablets und Smartphones eigentlich immer, oder? Nippon Electric Glass scheint das zu verstehen und forscht derzeit an reflektionslosen Displays. Klar, ganz ohne Reflektion wird es nie gehen, aber die sind wohl schon soweit, dass unser Auge die Reflektion nicht mehr ganz mitbekommt.

Um die Reflektion zu verbannen, legt Nippon Electric Glass 30 gepflegte Scheiben spezielles Glas übereinander – diese sind jeweils nur ein paar Nanometer dick. Normales Glas nimmt 92% des Lichtes auf, davon werden 8% reflektiert – das reflektionslose Glas liegt da bei 0,5%. Stellt euch das mal vor, das würde alle Displays neu definieren. Monitore, Tablets, Smartphones – alles, was wir so nutzen…

Sollte das Glas Serienreife erreichen und zudem noch in der Herstellung billig (jaja, billig!) sein, dann sind die Zeiten des Glare-Gelumpe gezählt. Wir werden unseren Kindern erzählen, dass man ja damals noch Displays hatte, auf denen man “ALLES!!!” sehen konnte. (via, via & via)

Über den Autor: caschy
Dortmunder im Norden. Blogger, Freund gepflegter Technik, BVB-Maniac und Hausmeister dieses Blogs. Auch zu finden bei Twitter, Google+, Facebook, XING und YouTube.

25 Kommentare

Hucke (twitter ) 31. Oktober 2011 um 10:30 Uhr

Geniale Sache :) Bleibt abzuwarten :-)

Tonymann 31. Oktober 2011 um 10:31 Uhr

Das sieht echt ma geil aus, da freue ich mich auf die Marktreife…

evident (twitter ) 31. Oktober 2011 um 10:51 Uhr

Naja da stellt sich mir die Frage, wie stabil das ganze dann ist? Ich frage mich, inwiefern die Stabilität leidet, wenn man so dünne Schichten nutzt?
Oder ist die obere Schicht dennoch sehr dick? Nicht-reflektierendes Gorillaglas, das wäre doch mal was…

Nur wenns noch kratzeranfällig ist, werde ich mir wohl eh wieder ne Folie draufmachen dürfen. Mein Geldbeutel verlangt leider, dass sowas auch ne Weile halten muss. Und mit so einer Folie wäre wohl sämtliche Reflektionsfreiheit passé…

Aber mal sehen, was da kommt…

Ludolf Rudolf 31. Oktober 2011 um 11:12 Uhr

Spannend. Wenn es erschwinglich und in unsere Geräte implantiert sein wird, werde ich vermutlich eh nicht mehr so gut sehen können und werde mich an die Tage zurücksehnen, wo ich noch etwas sehen konnte, und waren es bloss die besch*ssenen Reflektionen eines Displays… “Damals hatten wir noch mit Reflektionen zu kämpfen. 8h am Tag. Barfuß! im Winter!”

Josef Türk jun. 31. Oktober 2011 um 11:26 Uhr

Entspiegeltes Glas gibt es ja schon lange nur nicht für Tablets und Co, das währe natürlich der ideale Anwendungsbereich. Ich denke da wird aber noch eine gute Zeit vergehen, bis wir dass in den Geräten sehen und der Preis…. die werden sich das bezahlen lassen, denn Patent muss sein.

Snuff 31. Oktober 2011 um 11:28 Uhr

Fingerabdrücke wirds leider immer geben.

_s_k_ (twitter ) 31. Oktober 2011 um 11:36 Uhr

@Snuff … deswegen steht da ja auch ein “do not touch” hinweis ;)

Nils 31. Oktober 2011 um 11:38 Uhr

Jippi!
Ich seh schon wie der erste Politiker mit Anlauf vor so ein spiegelfreies Glas läuft :-)

alonso 31. Oktober 2011 um 12:20 Uhr

Wie wäre es mit “transparentes Aluminium”. Hätte ich ja als ersten Eintrag erwartet . . . ;)

tom wolf 31. Oktober 2011 um 12:44 Uhr

@evident

viellagiges glas kann viel stabiler sein als einlagiges
kommt auf den verbund der lagen an

-> mehrscheibensicherheitsglas

Anonymous 31. Oktober 2011 um 13:21 Uhr

Jaja, ich hab vor nem Jahr oder so auch mal was gelesen über fast unzerstörbares Glas und einen Prototypen gab es auch…
Forscher tun doch alles um Aufmerksamkeit auf dem Markt zu bekommen, denn das sichert die Finanzierung ihrer Projekte die leider meistens fernab eines Status sind den man auch nur ansatzweise vermarktbar nennen kann.
Ich sage das dauert bis zur Marktreife noch 10 Jahre.

JürgenHugo (twitter ) 31. Oktober 2011 um 14:46 Uhr

@Josef Türk:

“Entspiegeltes Glas gibt es ja schon lange nur nicht für Tablets und Co, das währe natürlich der ideale Anwendungsbereich.”

Das was du meinst, das sind Beschichtungen AUF dem Glas – einseitig oder beidseitig. Bei Brillen, Uhren etc. – diese Beschichtungen sind aber empfindlicher gegen Kratzer als das “Grundglas”.

Lisa von mysms (twitter ) 31. Oktober 2011 um 14:51 Uhr

Das klingt doch mal sehr vielversprechend! Ich freu mich schon auf die Zeit, wenn ich beim Fotographieren mit meinem Handy mal das eigentliche Motiv und nicht mich selbst sehe :) 10 Jahre bis zur Marktreife halte ich für überschätzt…10 Jahre sind im mobilen Zeitalter mindestens 10 Handyleben. Solange brauchen wir nicht mehr, um geniale Dinge zu entwickeln. Zum Glück :)

San 31. Oktober 2011 um 17:06 Uhr

Mein Onkel hatte sich, mittlerweile über 10 Jahren her, einen BenQ Laptop gekauft. Bildschirmformat 4:3 und matt. Dieses Jahr hat er sich ein neues gekauft. Wir hatten beide Geräte nebeneinander. Also bei einem Note- oder Netbook nervt das Gespiegel schon und möglich war es ja offenbar bereits mal vor vielen Jahren. Heute meist nur noch teuer bei irgendwelchen Businessgeräten. Das die alle im Privatkundenbereich nur Filme auf ihren Notebooks gucken bezweifel ich mal ganz stark. Kundenfreundlich ist es mitnichten!

TiM0E 31. Oktober 2011 um 17:29 Uhr

@alonso

Star Trek gehört?

weissertiger2 (twitter ) 31. Oktober 2011 um 17:40 Uhr

Solches Glas würde ich zu gerne auf die Strasse stellen. :mrgreen:
Aber einen Nachteil hat es auch; Frauen können ihr Handy dann nicht mehr als Spiegel missbrauchen. :twisted:

Peter (twitter ) 31. Oktober 2011 um 18:52 Uhr

Coole Sache. Egal ob man das nun auf technische Anwendungsfelder bezieht oder nicht. Auch für Fahrzeuge im Straßenverkehr ist das doch praktisch.
Muss übrigens dabei grade an “Star Trek IV – Zurück in die Gegenwart” denken: transparentes Aluminium. :)

EDIT:
Sehe grade, alonso hat den selben Gedanken gehabt. Hatte soweit nicht gelesen.

Wilz 31. Oktober 2011 um 20:13 Uhr

Soweit ich weiß, ist das mit mattem Glas überhaupt kein Problem. Das wird wohl irgendwie matt geschliffen. Nur wird das Display durch den zusätzlichen Arbeitsgang eben teurer und die Farben sind nicht mehr so schön.

Don (twitter ) 31. Oktober 2011 um 20:37 Uhr

@ alonso

Ja, darauf warte ich seit 20 Jahren, daß das endlich mal einer erfindet! :D

Tobi 1. November 2011 um 10:03 Uhr

Warscheinlich darf man für sowas eh dann wieder 150 Euro mehr zahlen-.-

bob 1. November 2011 um 10:27 Uhr

ich schätze das einfach nur glas mit einer höheren reinheit.

Herrlich 1. November 2011 um 10:53 Uhr

Das wäre wirklich einmal eine gute Entwicklung. Leider sehe ich so oft Dinge, an denen geforscht wird, angeblich in ein paar Jahren Serienreife haben sollen, doch am Ende gab es viele Ideen, von denen ich nie wieder etwas gehört habe. Man kann nur hoffen, dass sich das durchsetzt. Dann am besten noch Oberflächen für Touchscreens, welche nicht schmutzig werden können, sprich Fingerabdrücke etc, DAS wäre auch mal was!



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