Unitymedia darf Router ohne Erlaubnis nicht zu Hotspots machen

8. Juni 2017 Kategorie: Internet, geschrieben von: caschy

Der Betreiber Unitymedia musste im Streit mit der Verbraucherzentrale eine Schlappe hinnehmen. Im Mai 2016 rüffelte die Verbraucherzentrale, dass die Kunden von Unitymedia zwar postalisch informiert wurden, dass das Modell WifiSpot eingeführt werde, es aber automatisch aktiviert würde, wenn der Kunde nicht widerspricht. Als Reinholer: Wer sein WLAN zum WiFiSpot macht, der gibt anderen Nutzern ein vom eigenen Netzwerk abgetrenntes Stück Internet-Kuchen. Im Gegenzug kann man als Unitymedia-Kunde auch an anderen WiFi-Spots kostenfrei surfen.

Für den WifiSpot stellt Unitymedia exklusiv zusätzliche Bandbreite zur Verfügung, die gebuchte Bandbreite wird nicht beeinträchtigt. Die Geschwindigkeit beträgt 10 Mbit/s im Down- und 1 Mbit/s im Upload. Fast Forward: Die Verbraucherzentrale klagte und kommuniziert nun, dass die Umwandlung in einen WLAN-Hotspot nur nach einem „Ja“ des Kunden zu geschehen habe.

Dies entschied das Landgericht Köln mit einem noch nicht rechtskräftigen Urteil. Zwar befürworte die Verbraucherzentrale öffentliche Hotspots, Unitymedia dürfe diese aber nicht eigenmächtig in Betrieb nehmen. Man hätte die Kunden um Erlaubnis bitten müssen.

Das Urteil des LG Köln wertet NRW-Verbraucherzentralenvorstand Wolfgang Schuldzinski als wegweisendes Signal: „Bei der zunehmenden Vernetzung des Alltags dürfen nicht Firmen, sondern sollten die Nutzer bestimmen, wie Geräte und Zugänge zu Hause agieren. Unitymedia muss nun im Nachhinein das Einverständnis seiner Kunden einholen oder die WiFiSpot-Funktion ohne Wenn und Aber abschalten.“


Über den Autor: caschy

Hallo, ich bin Carsten! Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Getaufter und Gründer dieses Blogs. Auch zu finden bei Twitter, Google+, Facebook, XING, Linkedin, Instagram und YouTube. Persönliches Blog. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

Carsten hat bereits 25089 Artikel geschrieben.