Ubuntu Edge: zu wenig Nerds für einen Erfolg?

8. August 2013 Kategorie: Hardware, Mobile, geschrieben von:

Das Ubuntu Edge Smartphone sorgte für einen ordentlichen Buzz, als es über die Crowdfunding Plattform Indiegogo angepriesen wurde. Zum Preis eines aktuellen Flaggschiff-Smartphones, sollte der Käufer bei erfolgreicher Finanzierung einen Computer im Hosentaschen-Format erhalten. Der feuchte Traum aller Geeks und Nerds, Dual-Boot mit Android und Ubuntu, 4 GB RAM, 128 GB Speicher, ein Design, das direkt aus einem Tech-Porno stammen könnte.

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Aber es hat sich wohl ausgeträumt. 14 Tage bleiben dem Ubuntu Edge noch. Die zu finanzierende Restsumme beläuft sich auf knapp 23,5 Millionen Dollar. Das Ubuntu Edge konnte gerade einmal ein Drittel der benötigten Summe zusammensammeln. Das Ziel von 32 Millionen Dollar war hoch angesetzt, aber das musste es auch, sollte alles reibungslos laufen und es nicht zu großen Verzögerungen kommen.

Und irgendwie bestätigt das Scheitern des Ubuntu Edge, das was wir als Tech-Blogger und Ihr als Tech-Blog-Leser oftmals übersehen. Der Markt braucht keinen Tech-Porn. Wir sind eine Nische, die ständig nach dem besseren, schnelleren, und leistungsfähigerem Tech-Gadget lechzt. Der Markt braucht das nicht. Hier lässt sich auch wieder die Brücke zu einem Moto X schlagen. Massenmarkttaugliche Technik ist das, was von Käufern verlangt wird. Da hilft kein Saphirglas und da hilft auch kein Triple-Octa-Core-Prozessor.

Bitte nicht falsch verstehen, das Konzept des Ubuntu Edge ist großartig. Ein Device für alles. Unterwegs Smartphone, zu Hause Desktop-PC. Vielleicht kam das Ubuntu Edge auch zu früh? In ein paar Jahren werden wir nur noch mit solchen Multi-Use-Geräten herumlaufen. Die kommen dann eben von großen Herstellern, werden im Geschäft gekauft und sind das Normalste der Welt. Der Unterschied: Der Kunde hat dann keine Wahl mehr. Er muss nicht 800 Dollar in Vorkasse gehen, um irgendwann in ferner Zukunft vielleicht das für sich passende Gerät zu haben.

Das Projekt Ubuntu Edge zeigt den Tech-Fetischisten, dass sie in der Minderheit sind, ein viel geringerer Teil als man annimmt, wenn man sich in Tech-kreisen bewegt. Aber es zeigt auch, wo die Zukunft hingeht. 32 Millionen Dollar, um ein Produkt zu bauen, das in 2 – 3 Jahren Standard ist. Das ist nicht viel, wenn es von einem großen Hersteller kommt, auch wenn die Summe für ein Crowdfunding-Projekt immens erscheint.

Die Masse macht den Markt und wenn die Masse noch nicht genug auf etwas Neues vorbereitet ist, ist es zum Scheitern verurteilt.


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Über den Autor:

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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