Ubuntu, Canonical und der Versuch, Kritik zu unterbinden

10. November 2013 Kategorie: Linux, geschrieben von:

Ubuntu ist eine der bekanntesten Linux-Distributionen. Eine Funktion von Ubuntu ist es, dass alle Suchbegriffe (um Dateien oder Programme zu finden), die im Dash eingegeben werden, mit den Standard-Einstellungen von Ubuntu an Dritte gesendet werden, um dem Nutzer personalisierte Werbung anzuzeigen. Micah F. Lee hat daraufhin die Webseite Fixubuntu ins Leben gerufen. Diese Seite erklärt, was man an Ubuntu ändern muss, um keinen Eingriff mehr in die Privatsphäre hinnehmen zu müssen. Ein paar Zeilen Code und wie diese ausgeführt werden müssen. Mehr ist es nicht.

Fixubuntu

Canonical, die Firma hinter Ubuntu, wollten die Seite so nicht hinnehmen. Als Begründung wurden Markenrechtsverletzungen angeführt. Sowohl sollte Ubuntu als Name aus der Domain verschwinden, als auch das Ubuntu-Logo von der Webseite direkt.

An sich kein Problem, allerdings wird von vielen der Open-Source-Gedanke verletzt gesehen. Eine Antwort auf das erste Schreiben von Canonical erfolgte schnell, der Domain-Name bleibt, das Logo wurde (freiwillig, nicht aus rechtlichen Gründen) entfernt.

Manch einer sieht in Canonicals Verhalten sogar den Versuch, Kritik an Ubuntu zu unterbinden, eine Sache, die ebenfalls nicht dem Open-Source-Gedanken entspricht. Am 8. November bezog Canonical auf dem hauseigenen Blog Stellung zur Thematik und versuchte sich zu erklären.

Auch Mark Shuttleworth von Canonical schaltete sich ein und veröffentlichte einen ausführlichen Post, in dem er sich für gemachte Fehler in diesem Zusammenhang entschuldigt. Micah F. Lee, der bei der EFF tätig ist, hat das Schreiben hingegen von einem EFF-Anwalt beantworten lassen (Die Electronic Frontier Foundation (EFF) ist eine im Juli 1990 von John Perry Barlow und Mitchell Kapor gegründete nichtstaatliche Organisation mit Sitz in San Francisco, die sich mit den Bürgerrechten im Cyberspace beschäftigt. Ziel ist eine mediale Selbstbestimmung des Bürgers). Aus diesem Schreiben geht hervor, dass es keine rechtliche Grundlage dafür gibt, die Schließung von Fixubuntu zu verlangen.

Das Ende vom Lied? Vorerst bleibt alles wie es ist, nur das Logo wurde von Fixubuntu entfernt und Canonical ist um Schadensbegrenzung bemüht. Das „Feature“, das Fixubuntu erst nötig gemacht hat, bleibt ebenfalls als Standard aktiviert, allerdings hat man wohl eine einfachere Möglichkeit in Ubuntu platziert, dieses zu deaktivieren.


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